Arzneimittel und Therapie

Schmerzen im Gelenk langfristig mit Glucosamin lindern

In frühen Stadien der Arthrose lassen sich mit Glucosamin langfristig die Beschwerden lindern. Seit Januar 2008 steht mit Voltaflex® Glucosaminhydrochlorid ein Präparat zur Linderung von Symptomen leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks zur Verfügung, das nur einmal täglich eingenommen werden muss.

Gelenkknorpel nutzen sich mit dem Alter ab. Über- und Fehlbelastung, Übergewicht und Muskelschwäche treiben diesen Verschleiß voran. Die Gonarthrose, die Arthrose des Kniegelenks, ist die häufigste Manifestation, seltener entwickelt sich eine Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose). Im Laufe dieses Prozesses kommt es zu einer vermehrten Zerstörung von Knorpelzellen und Knorpelabrieb und zu einer verminderten Synthese von Proteoglykanen und Kollagenen. Knorpelabbauende Enzyme werden freigesetzt. Es entwickeln sich knöchernen Veränderungen im Gelenk, die Gelenkinnenhaut kann entzündet sein.

Bewegen ohne zu belasten

Um den weiteren Krankheitsverlauf so günstig wie möglich zu gestalten, sollte eine Arthrose frühzeitig erkannt und behandelt werden. Denn eine einmal eingetretene Gelenkdestruktion ist nicht reversibel. Erste Hinweise auf eine Arthrose sind phasenweise Gelenkschmerzen, Beschwerden beim Auf- und Abgehen, eine geringere Belastbarkeit der Gelenke und eine gewisse Steifheit. Empfehlenswert ist dann Bewegung ohne zu starke Belastung wie Schwimmen, Rad fahren und Gehen. Mit Analgetika lässt sich der Schmerz akut bekämpfen. Parallel dazu kann die Zufuhr des körpereigenen Bausteins Glucosamin empfohlen werden, der im Knorpel und der Synovialflüssigkeit vorkommt und ein Fortschreiten der Arthrose verlangsamen kann, erläuterte Prof. Dr. Susanne Fuchs-Winkelmann, Marburg. Glucosamin ist für anfängliche Stadien der Arthrose (Arthrosegrad 1 bis 2) geeignet und führt langfristig zu einer Verbesserung der Beschwerden. Zur Behandlung akuter Schmerzen ist es jedoch nicht geeignet, da mit einer Linderung der vorhandenen Symptome erst nach einigen Behandlungswochen zu rechnen ist, in manchen Fällen noch später.

Gezeigt werden konnte, dass Glucosamin die Glucosaminglykan-/Proteoglykansynthese durch die Chondrozyten stimuliert sowie die Synthese von Hyaluronsäure in den Synoviozyten. Folge: Das Knorpelgewebe wirkt gestärkt und die Produktion von Synovialflüssigkeit angeregt. Gleichzeitig hemmt Glucosamin die Aktivität knorpelabbauender Enzyme und bremst so den Knorpelabbau. Auch antiinflammatorische Eigenschaften werden der Substanz zugeschrieben.

Zulassung über gegenseitiges Anerkennungsverfahren

Zur Verfügung stehen derzeit die beiden Salze Glucosaminhemisulfat und Glucosaminhydrochlorid. Fuchs-Winkelmann betonte, dass die Form des Salzes für die Wirkung unerheblich ist. Die wirkaktive Substanz sei das freie Glucosamin. Voltaflex® Glucosaminhydrochlorid 750 mg wurde im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung durch die Europäische Arzneimittelagentur zugelassen. Dieses europäische Mutual-Recognition-Verfahrens ist möglich, wenn in einem Mitgliedstaat der EU bereits eine Zulassung besteht. Für Voltaflex® wurde ein bibliographischer Antrag gestellt, bei dem hinsichtlich Wirksamkeit und Unbedenklichkeit auf bibliographische Daten verwiesen wird. Eine eigene klinische Studie ist dann nicht notwendig. Auch zur Vergleichbarkeit der Salze wurde im Rahmen des europäischen Verfahrens eine Bewertung abgegeben. "Danach ist es", so Dr. Stefan Sandner, "egal ob das Sulfat oder das Chlorid eingesetzt wird." Eine vergleichende Bioäquivalenzstudie wurde nicht für notwendig erachtet. "Entscheidend für die Wirksamkeit ist das Glucosamin, nicht das Salz." Voltaflex® Glucosaminhydrochlorid 750 mg ist apothekenpflichtig und steht als Filmtablette mit 750 mg Glucosaminhydrochlorid zur Verfügung. Anwendungsgebiet ist die Linderung von Symptomen bei leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks. Die langfristige Behandlung gilt als gut verträglich und sicher. Um die wirksame Dosis zu erreichen sollten einmal täglich zwei Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

 

Quelle

Dr. Stefan Sandner, Münster; Prof. Dr. Susanne Fuchs-Winkelmann, Marburg: "Neues aus dem Hause Voltaren: Einführung von Voltaflex® Glucosaminhydrochlorid 750 mg", München, 29. November 2007, veranstaltet von der Novartis Consumer Health GmbH, München.

 


 

Apothekerin Dr. Beate Fessler

 

 

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