Statistisches Bundesamt

Gesundheitswesen hat kaum vom Homeoffice-Trend in der Pandemie profitiert

Berlin - 12.07.2023, 07:00 Uhr

Arbeiten im Homeoffice? Für viele Apothekenmitarbeitende war das in der Pandemie nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. (Foto: IMAGO / Westend61)

Arbeiten im Homeoffice? Für viele Apothekenmitarbeitende war das in der Pandemie nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. (Foto: IMAGO / Westend61)


Knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland haben im Jahr 2022 ganz oder zeitweise im Homeoffice gearbeitet, in Gesundheitswesen und Einzelhandel blieb die Quote allerdings deutlich hinter diesem Wert zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts konnten im Gesundheitsbereich nur 6,6 Prozent der Menschen von zu Hause aus arbeiten – das ist der niedrigste Anteil im Branchenvergleich.

Die Corona-Pandemie hat dem Arbeiten im Homeoffice einen kräftigen Schub verliehen. Das zeigt eine Auswertung, die das Statistische Bundesamt am heutigen Dienstag veröffentlichte. Während im Jahr 2019 noch 13 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland mobil arbeiteten, war es im Jahr 2021 bereits jede:r Vierte (24,9 Prozent). Nach ersten Ergebnissen für das Jahr 2022 hat sich dieser Anteil nur unwesentlich verringert im Vergleich zum Vorjahr: Etwa 24,2 Prozent arbeiteten demnach auch 2022 im Homeoffice.

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Dabei zeigt sich erwartungsgemäß eine starke Branchenabhängigkeit: Insbesondere bei IT-Dienstleistern (76 Prozent), in der Unternehmensführung, -verwaltung und -beratung (73 Prozent) sowie bei Versicherungen und Pensionskassen (70,4 Prozent) profitierten viele Menschen vom Homeoffice-Trend. Den letzten Platz belegt das Gesundheitswesen: Hier konnten lediglich 6,6 Prozent der Erwerbstätigen ihre Arbeit zumindest teilweise in die eigenen vier Wände verlegen. Der Einzelhandel steht mit 8,3 Prozent nur unwesentlich besser da.

Zur Methodik

Die Daten zum Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland, die 2022 von zu Hause aus arbeiteten, basieren auf den Erstergebnissen des Mikrozensus. Der Anteil umfasst jeweils die Erwerbstätigen, die angaben, zum Zeitpunkt der Befragung in den vergangenen 4 Wochen mindestens einmal oder häufiger von zu Hause aus gearbeitet zu haben. Hierzu gehören beispielsweise auch Lehrerinnen und Lehrer, die zu Hause Unterrichtsstunden vorbereiten oder Klassenarbeiten korrigieren. Beim Homeoffice-Anteil der abhängig Erwerbstätigen in Deutschland sowie bei der Betrachtung nach unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen (WZ 2008) sind die Auszubildenden nicht eingeflossen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11. Juli 2023

Die Zahlen untermauern, was Apothekeninhaberinnen und -inhaber in der Pandemie erlebt haben dürften: Um ihren Angestellten entgegenzukommen, haben viele von ihnen nach Wegen gesucht, zumindest punktuell das Arbeiten von zu Hause aus zu ermöglichen. Wie die meisten anderen Institutionen im Gesundheitsbereich leben aber auch die Präsenzapotheken vom persönlichen Kontakt mit den Patientinnen und Patienten – Homeoffice war somit nur sehr eingeschränkt eine Option.


Christina Grünberg, Apothekerin, Redakteurin DAZ (gbg)
cgruenberg@daz.online


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