Deutsche Gesellschaft für Immunologie

„Bitte jedes Angebot für eine Impfung annehmen!“

23.03.2021, 07:00 Uhr

Auch für die Gruppe der unter 55-jährigen Frauen sei der Nutzen der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff deutlich größer, als das Risiko einer seltenen Sinusvenenthrombose oder eines intravaskulären Gerinnsels. (Foto: IMAGO / Scanpix)

Auch für die Gruppe der unter 55-jährigen Frauen sei der Nutzen der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff deutlich größer, als das Risiko einer seltenen Sinusvenenthrombose oder eines intravaskulären Gerinnsels. (Foto: IMAGO / Scanpix)


Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie schließt sich der Nutzen/Risiko-Bewertung für den AstraZeneca-Impfstoff durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), die European Medicines Agency (EMA) und der ständigen Impfkommission (STIKO) an, das erklärt sie in einer Mitteilung vom vergangenen Montag. Mehr denn je sei es angesichts der deutlich steigenden Frequenz der mutierten SARS‑CoV‑2 Varianten wichtig, die Impfziele möglichst schnell zu erreichen.

„Der Nutzen durch die Impfung aufgrund des damit verbundenen Schutzes vor einer schweren COVID-19-Erkrankung überwiegt deutlich gegenüber dem Risiko einer Nebenwirkung durch eine der seltenen Gerinnungsstörungen“, das erklärt die Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI) in einer Mitteilung vom vergangenen Montag. Sie schließt sich damit der Nutzen/Risiko-Bewertung für den AstraZeneca-Impfstoff durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), die European Medicines Agency (EMA) und der ständigen Impfkommission (STIKO) an. 

Angesichts der deutlich steigenden Frequenz der mutierten SARS‑CoV‑2 Varianten sei es nun mehr denn je wichtig, die Impfziele möglichst schnell zu erreichen.

Die aufgetretenen seltenen zerebralen Sinusvenenthrombosen (CVST, 18 Fälle), bzw. disseminierten intravaskulären Gerinnsel (DIC, 7 Fälle) nach Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff stellten bei ca. 20 Millionen geimpfter Personen sehr seltene Komplikationen dar. Dennoch: Frauen zwischen 20 und 55 Jahren sind häufiger davon betroffen als Männer. Bezogen auf Frauen in dieser Altersgruppe ohne Impfung stellten die dokumentierten Fälle eine Häufung dar, die weiterhin weltweit genau beobachtet wird. Symptome wie anhaltende, starke Kopfschmerzen, Hautveränderungen oder Schmerzen in Armen und Beinen in einem Zeitraum von 3 bis 14 Tagen nach einer Impfung sollten umgehend durch eine ärztliche Beratung abgeklärt werden.

Und doch, erklärt die DGfI, sei auch für diese Gruppe der unter 55-jährigen Frauen der Nutzen der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff deutlich größer, als das Risiko einer seltenen Sinusvenenthrombose oder eines intravaskulären Gerinnsels. 

Eine Weiterführung der Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff sei wichtig, um die Menschen vor dem Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion mit schwerem COVID-19-Verlauf zu schützen. Impfdaten aus England, Schottland und Israel würden für die zugelassenen Impfstoffe eine sehr hohe Effektivität für den Schutz vor schweren COVID-19-Erkrankungen, damit verbundenen Krankenhausaufenthalten und Todesfällen belegen. Die DGfI meint: 


Diese Diskussion zeigt eindrücklich, wie wichtig eine detaillierte Datenerhebung und Veröffentlichung im Rahmen der Impfkampagne sind, aufgeschlüsselt zumindest nach Alter, Geschlecht und Impfstoff, um eine präzise alters- und geschlechtsbezogene Risikoabschätzung bzgl. der Impfstoffe vornehmen zu können. Nur mit derartigen Daten können präzise Risikoprofile erstellt werden, um seltene Nebenwirkungen vermeiden zu können. Die Patienteninformationen müssen daher auch immer wieder aktualisiert und mit entsprechenden Warnhinweisen versehen werden.

Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI)


Wenn Sie nach der Verabreichung des COVID-19-Impfstoffs von AstraZeneca eines der folgenden Symptome bekommen, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf und erwähnen Sie Ihre kürzlich erfolgte Impfung.

  • Atemnot
  • Schmerzen in der Brust oder im Magen
  • Schwellung oder Kältegefühl in einem Arm oder Bein
  • schwere oder sich verschlimmernde Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen nach der Impfung
  • anhaltende Blutungen
  • mehrere kleine Blutergüsse, rötliche oder violette Flecken oder Blutbläschen unter der Haut 

Quelle: EMA 


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2 Kommentare

LÄCHERLICH

von Karl Friedrich Müller am 23.03.2021 um 14:16 Uhr

BW hat das Terminportal einfach geschlossen. Seit dem kurzen Aus des AstraZeneca Impfstoffs geht gar nichts mehr!!! Das ist eine unzumutbare Sauerei.
In anderen Bundesländern ist das viel besser organisiert, da kann man sogar den Impfstoff aussuchen. Die sind auch schon weiter fortgeschritten mit der Impferei.
Es ist mir unerklärlich das diese pomadige und reaktionäre Regierung wieder so viele Stimmen bekommen hat.
Prio? wie die Kollegin schreibt: in die Haare schmieren. Überhaupt impfen, oder?
Viel AstraZeneca Impfstoff eingekauft? Ja? Liegt es daran, dass der viel billiger ist? Wie immer, das Billigste reicht für das Volk?

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Impfangebot

von Ingrid Schierle am 23.03.2021 um 8:07 Uhr

Ich würde mit Handkuss jedes Impfangebot annehmen, ob AZ, Sputnik, oder sonst was. Nur ich bekomme eben keins und meine Prio zwei kann ich mir wohl in die Haare schmieren...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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