Informiert entscheiden

EMA zu AstraZeneca: Nutzen bei weitem größer als die Risiken

Stuttgart - 18.03.2021, 17:35 Uhr

Der COVID-19-Impfstoff von AstraZenca steht weiter unter Beobachtung. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)

Der COVID-19-Impfstoff von AstraZenca steht weiter unter Beobachtung. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports)


Alle vier zugelassenen Impfstoffe werden untersucht

Was nun aber genau vor sich geht – in Bezug auf die speziellen Thrombosefälle – darüber kann auch die EMA bislang offenbar nur spekulieren. Es steht auch noch die Frage im Raum, ob die anderen Corona-Impfstoffe zu ähnlichen Ereignissen führen könnten. Bislang habe man hier kein höheres Gesamtthromboserisiko ausmachen können, als in einer ungeimpften Bevölkerung zu erwarten wäre. Es gilt zu bedenken, dass auch COVID-19 selbst zu Thrombosen führen kann. Die Impfungen könnten das Thrombose-Risiko also sogar senken.

Man habe in der EU vier zugelassene Impfstoffe, alle vier würden nun auch genauer auf ein gesteigertes Thromboserisiko hin untersucht. Bei dem neu zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson werde nun noch vor dem Marktzugang besonders genau hingeschaut. Man erwarte ab jetzt – wegen der gesteigerten Aufmerksamkeit – für alle Impfstoffe eine Zunahme in der Melderate.

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Wie DAZ.online bereits berichtete, untersucht die EMA neben CVST und DIC auch noch Immunthrombozytopenien als dritte mögliche Nebenwirkung einer COVID-19-Impfung. Man wisse noch nicht, ob hier eine umfassendere Problematik auch in Bezug auf die anderen Impfstoffe besteht, hieß es auf der Pressekonferenz. Es handele sich jedoch in diesem Fall noch um ein völlig neu aufgekommenes Signal beim Pharmakovigilanzausschuss.

Während die EMA nun also in Bezug auf jede Art von Thrombosen ein Problem bei der Herstellung der Impfstoffe sicher ausschließt, bleibt weiterhin unklar, ob einzelne schwere Thrombosen doch die Nebenwirkung einer Impfung sein könnten. Aktiv an COVID-19 erkrankt seien die Patient:innen laut einem PCR-Test nicht gewesen, man wisse aber auch nicht, ob man es beispielsweise mit „Post-COVID“-Symptomen zu tun habe.

aktualisiert 19:25 Uhr



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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