Rote-Hand-Brief

Vaxzevria: Risiko einer Immunthrombozytopenie

Stuttgart - 14.10.2021, 10:45 Uhr

Ein Rote-Hand-Brief informiert über das Risiko einer Thrombozytopenie, einschließlich Immunthrombozytopenie (ITP), nach Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria von AstraZeneca. (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Ein Rote-Hand-Brief informiert über das Risiko einer Thrombozytopenie, einschließlich Immunthrombozytopenie (ITP), nach Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria von AstraZeneca. (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)


AstraZeneca, Hersteller des COVID-19-Impfstoffs Vaxzevria, informiert in Abstimmung mit EMA und PEI über das Risiko einer Thrombozytopenie (einschließlich Immunthrombozytopenie) – mit oder ohne assoziierter Blutung.

Rote-Hand-Briefe zu Vaxzevria gab es bereits etliche – nun informiert ein weiterer Rote-Hand-Brief über das Risiko einer Thrombozytopenie, einschließlich Immunthrombozytopenie (ITP), nach Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria von AstraZeneca. Typischerweise seien die Fälle innerhalb der ersten vier Wochen nach Impfung aufgetreten, sehr selten fanden sich bei diesen Thrombozytopenie-Ereignissen sehr niedrige Thrombozytenwerte (< 20.000 pro µl) und/oder waren sie mit Blutungen verbunden, informiert AstraZeneca in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Bei manchen Patient:innen sei eine Vorgeschichte einer Immunthrombozytopenie bekannt, teilweise seien die Patient:innen verstorben.

AstraZeneca rät nun, dass bei Personen mit einer thrombozytopenischen Erkrankung in der Vorgeschichte, wie z. B. einer Immunthrombozytopenie, das Risiko der Entwicklung niedriger Thrombozytenwerte vor der Verabreichung von Vaxzevria berücksichtigt werden sollte und die Thrombozyten nach Impfung überwacht. 

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat eine Aktualisierung der Produktinformation der Vaxzevria Injektionssuspension empfohlen, um den aktuellen Kenntnisstand zu diesem Sicherheitsaspekt widerzuspiegeln.

Zeitgleich hat auch Janssen über das Risiko einer Immunthrombozytopenie (ITP) und über venöse Thromboembolien in einem Rote-Hand-Brief informiert. Mittlerweile werden beide Impfstoffe nur noch einmal verabreicht, als zweite Dosis rät die STIKO zu einer Impfung mit einer mRNA-Vakzine, auch bei Janssen. Beim COVID-19-Impfstoff Janssen galt bis vor kurzem eine Einmaldosis als ausreichend für einen vollständigen Impfschutz.


Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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