PCR-Nachweis und Antigenschnelltest im Vergleich

Studie: Antigentests bei symptomatischen Patienten ähnlich zuverlässig wie PCR

Stuttgart - 27.01.2021, 07:00 Uhr

Als Schwäche der Studie räumen die Wissenschaftler ein, keine Viruskultur zum Nachweis replikationsfähiger Viren angelegt zu haben – denn auch ohne Replikationsfähigkeit sind PCR positiv. (Foto: Screenshot Roche)

Als Schwäche der Studie räumen die Wissenschaftler ein, keine Viruskultur zum Nachweis replikationsfähiger Viren angelegt zu haben – denn auch ohne Replikationsfähigkeit sind PCR positiv. (Foto: Screenshot Roche)


Abweichende Ergebnisse bei nicht ansteckenden Patient:innen?

Als Schwäche der Studie räumen die Wissenschaftler ein, keine Viruskultur zum Nachweis replikationsfähiger Viren angelegt zu haben – denn auch ohne Replikationsfähigkeit sind PCRs positiv. Die abweichenden negativen Antigenbefunde könnten somit vor allem bei Patient:innen aufgetreten sein, die keine replikationsfähige Viren in sich trugen, wodurch auch eine „nur geringe bzw. keine Kontagiösität gegeben ist“, überlegen die Studienautor:innen. Wichtig ist, dass der Viruslastanstieg steiler verläuft als der Viruslastabfall. Deswegen dauert die Phase des Viruslastabfalls länger, was es wahrscheinlicher macht, dass diskordante Antigenbefunde aus der Phase des Viruslastabfalls stammen, sodass sie öfter bei Personen auftreten, welche wenig oder gar kein replikationsfähiges Virus mehr aufweisen. Allerdings: „Ob und mit welcher Genauigkeit Antigen-Tests das infektiöse Intervall von COVID-19-Patient:innen bestimmen können, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar.“

Wichtig: Ablesen der Tests nach exakt vorgegebener Zeit

Die Wissenschaflter:innen konstatieren, falsch-positive Ergebnisse seien selten, aber nicht ausgeschlossen. Daher sollte ein positives Antigen-Test-Ergebnis im stationären Setting weiterhin mittels RT-PCR verifiziert werden. Im ambulanten Setting, wenn häuslichen Absonderung sodann strikt eingehalten werde, und vor dem Hintergrund begrenzter Laborkapazitäten erachten die Wissenschaftler:innen eine zusätzliche PCR nur „begrenzt sinnvoll“. Falsch-positive Ergebnisse habe man vor dieser Studie häufiger gesehen, eine bestätigte Fehlerquelle war, dass die Ablesung des Tests in Einzelfällen später – z. T. erst nach Stunden – und nicht nach der vom Hersteller vorgegebenen Zeit (15 – 30 Minuten) erfolgte.

Was empfehlen die Autor:innen?

„Zusammenfassend sind SARS-CoV-2-Antigen-Tests aufgrund ihres Point-of-Care-Ansatzes, der einfachen Handhabung und des günstigeren Preises eine wertvolle Ergänzung zur RT-PCR-Diagnostik. Sie erkennen mit ausreichender Sicherheit SARS-CoV-2-Infektionen bei symptomatischen Patient:innen und in Proben mit niedrigen Ct-Werten in der RT-PCR. Als Einzeltestung bei asymptomatischen Patient:innen ist ihre Wertigkeit dagegen deutlich eingeschränkt. Hier sollten repetitive Antigen-Testungen (z. B. im Abstand von 24 bis 48 Stunden) oder primär PCR-basierte Verfahren zur Anwendung kommen.“



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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Diagnostik am Anschlag

7 Kommentare

Gendern

von M. Trunk am 29.01.2021 um 12:31 Uhr

Ich empfehle allen Genderer:innen den Kommentar von Dieter Nuhr, nur dass man auch mal der/die/das andere Seite gehört hat:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-kabarett/audio-dieter-nuhr-duden-100.html
oder hier:
https://www.ardmediathek.de/daserste/video/nuhr-im-ersten/nuhr-im-ersten/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3NhdGlyZSBnaXBmZWwvMTYzZTZlNWItZWZjZC00ZjE4LWExMmItMTdiMTQ5NTNhYTJi/
ab 35:03

Besten Gruß auch an alle Kinde:innen (m/w/d) mit der Hoffnung, dass niemand im Moment größere Probleme als das hat.

Und: ja, ich bin ganz klar gegen Rassismus und für die absolute Gleichberechtigung aller Menschen (w/m/d).
Wenn ich "zum Bäcker" gehe, ist das keine Geringschätzung der Bäckerin.

. . . musste in dem Zusammenhang mal raus

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Unglaublich

von Horst am 28.01.2021 um 6:02 Uhr

Diese Schreibweise ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, da wird einen schlecht beim lesen!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Unzuverlässig!

von Thomas Eper am 27.01.2021 um 12:11 Uhr

"Wenig zuverlässig bei asymptomatischen Patienten..."
Da die meisten Corona-Infizierten symptomlos sind, aber anstecken können, ist eine Sensitivität von nur 38.9% bei dieser Gruppe nicht akzeptabel
Schnelltest für zu Haue für Laien: grob fahrlässig!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

:

von Edzard Lueg am 27.01.2021 um 9:17 Uhr

Der Beitrag ist durch die vielen Doppelpunkte eine Zumutung beim Lesen.Abgesehen davon wird es dann noch nicht mal kosequent durchgehalten( was verständlich ist, da man Doppelpunkte nur dann setzt, wenn man darüber nachdenkt, wo man sie meint setzen zu müssen, aber nicht aus dem Schreibfluss heraus) . Bei den Verweisen auf die nächste Seite stehen Patienten den Patient:innen gegenüber.
Ich merke langsam, wie ich die DAZ Seiten immer unwilliger aufrufe
Ich glaube nicht, dass die deutsche Schriftsprache den Doppelpunkt als Buchstaben vorgesehen hat

» Auf diesen Kommentar antworten | 3 Antworten

AW: :

von Ulla Maier am 27.01.2021 um 10:39 Uhr

Lieber Herr Lueg,

ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendwo vorgesehen ist, über die Hälfte der Bevölkerung einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Im Grundgesetz ist es das zumindest nicht. Dass die deutsche Sprache keine wirklich elegante Lösung dafür hat, kann nicht als Ausrede gelten. Immerhin ist der Doppelpunkt im Gegensatz zum Sternchen barrierefrei. Es ist wie vieles einfach nur eine Frage der Gewohnheit. Und ja, sie haben recht, es ist nicht ganz konsequent, aber immerhin ein Anfang und deutlich besser als bisher.
Wie würden Sie es denn finden, wenn immer überall nur "Apothekerinnen" stehen würde? Vermutlich würden Sie sich auch nicht unbedingt angesprochen fühlen.

AW: :

von B.Schüring am 27.01.2021 um 22:54 Uhr

Ja, ich merke auch, daß ich die Seiten der DAZ deswegen wirklich ungern aufrufe, es ist so lästig zu lesen, behindert den Lesefluss, und es geht mir wirklich “auf den Keks”. Lächerlich. Und ich schreibe das als Frau ;-) . Ein Doppelpunkt soll doch Sätze/Inhalte verbinden und keine Worte zerstückeln. Wer sich das wohl ausgedacht hat, der (ups, die?) meinte das sicherlich gut, aber so geht es wirklich nicht. Am schlimmsten sind jedoch Nachrichten, die gesprochen werden.... Für mein Ohr ein Verunstalten der Sprache.Ich hoffe sehr, daß sich dies nicht weiter verfestigt.
(Letztendlich soll hier jedoch der Inhalt eines Artikels kommentiert werden und nicht dessen Form ;-). )

AW: Ach Gott

von Stefan Haydn am 29.01.2021 um 12:13 Uhr

Dann schreibt halt einfach alles weiblich, wenn sich damit jemand besser fühlt und das zum Wohlbefinden hilft.
Ist besser als dieses gekünstelte Zerhacken eines Wortes.
Man liest es ja eh ohne den doppelten Punkt.
Da gibt es Wichtigeres, sage ich als Mann!

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