Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz

ABDA: Startschuss für eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung

Berlin - 27.11.2020, 11:15 Uhr

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (rechts) begrüßt, dass die Apothekenreform aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt in Kraft treten kann. (Foto: Schelbert)

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (rechts) begrüßt, dass die Apothekenreform aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt in Kraft treten kann. (Foto: Schelbert)


Die ABDA spricht mit Blick auf die heutige Entscheidung des Bundesrats, das VOASG widerstandslos passieren zu lassen, von einem „Startschuss für eine zukunftsfähige Arzneimittelversorgung der Patienten in Deutschland“. Ihr Präsident Friedemann Schmidt erklärte: „Der Apothekenklima-Index 2020 hat gezeigt, dass die Apotheker mit einiger Skepsis in die nächsten Jahre schauen.“ Das Apothekenstärkungsgesetz könne nun für „neue Zuversicht“ sorgen, da es ordnungspolitische, betriebswirtschaftliche und pharmazeutische Perspektiven aufzeige. 

Das Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz hat heute die letzte Hürde genommen: Der Bundesrat ließ die Apothekenreform kommentarlos passieren. „Apotheker und Patienten bekommen gemeinsam mehr Sicherheit für die Zukunft“, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt dazu. „Wer sich als junger Apotheker mit sechsstelligen Kreditsummen für die Übernahme einer Apotheke auf dem Land verschuldet, braucht einen belastbaren Ausblick, wie er seine Patienten in zwei, fünf oder zehn Jahren versorgen kann“, sagte Schmidt mit Blick auf die schwierige Nachfolgersuche, die viele ältere Inhaber heutzutage erleben, und die sich auch in den seit Jahren fallenden Apothekenzahlen manifestiert.

Solch einen Ausblick hätten Gesellschaft und Politik nun endlich durch das VOASG gegeben, so Schmidt. Viele junge Pharmazeuten interessiere vor allem der wissenschaftliche Weg zu einer patientenorientierten Pharmazie von morgen: „Die Einführung pharmazeutischer Dienstleistungen wie der Medikationsanalyse kann nicht nur Versorgungsdefizite beheben und unnötige Kosten für Krankenkassen einsparen, sondern auch den Apothekerberuf für den pharmazeutischen Nachwuchs attraktiver machen. Diese Leistungen müssen aber mit den Krankenkassen verhandelt werden. Das wird eine herausfordernde Aufgabe.“


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6 Kommentare

Wirtschaftliches Aufholen?

von Rainer W. am 28.11.2020 um 18:41 Uhr

Ich kann die beschworene Perspektive nicht erkennen.
Jährliche Honorarerhöhung um 3%, mit einem Startbolus von +50% um mit den anderen Gehältern und Branchen aufzuschließen.

Ich kann nichts in dieser Größenordnung erkennen. Es ist schon erschreckend, dass eine Apotheke heute weniger abwirft als zur Jahrtausendwende. Das gibts in keiner anderen Branche.

Für Schmidt und ABDA habe ich jeglichen Respekt verloren.

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Endlich wieder eine Perspektive?

von Rita Längert am 27.11.2020 um 19:46 Uhr

„Apotheker und Patienten bekommen gemeinsam mehr Sicherheit für die Zukunft“, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt dazu.
Die einzige Sicherheit für die Zukunft ist für mich, den Mietvertrag nicht mehr um die obligatorischen 5 Jahre zu verlängern! Danke dafür und für alles andere, was die ABDA in den letzten 20 Jahren für uns erreicht hat. Ich bin es jedenfalls leid, der Fußabtreter für alle anderen im Gesundheitswesen zu sein (heute wieder ca. 1 Std. wg. fehlender Dosierungsangaben, nicht lieferbarer AM etc. in der Warteschleife verbracht und das bis 12Uhr, danach ist für den Dr. Wochenende).

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Betriebswirtschaftliche Perspektive?

von Thomas Eper am 27.11.2020 um 16:29 Uhr

Herr Kollege Schmidt, wo ist denn bitte schön die betriebswirtschaftliche Perspektive?
Im VOASG lese ich nichts von Anpassung des Honorars.
Wir erinnern uns:
Seit 2004 ist unser Packungshonorar um 3% erhöht worden!
Die Ärzte sind inzwischen bei ca. +50%.
Und wir wundern uns über das massive Apothekensterben.
Ihre hoch beschworene zusätzliche (!) Dienstleistungen werden das nicht kompensieren!

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AW: Betriebswirtschaftliche Perspektive

von Torben Schreiner am 27.11.2020 um 18:15 Uhr

Die meisten Apotheken arbeiten vermutlich schon am Maximum.
Wer hat denn die Kapazitäten und das Personal für extra Dienstleistungen bereitstehen?
Bezahlt doch bitte aktuell erbrachte Leistungen künftig wieder etwas anständiger, statts mit Extras zu ködern, die nicht definiert werden und am Ende des Tages in Selektivverträgen enden, die von Einigen zum Selbstkostenpreis angeboten werden, in der Hoffnung dabei zusätzlich ne Packung Paracetamol verkaufen zu dürfen.

Kosten

von Benjamin Schäfer am 27.11.2020 um 14:23 Uhr

Das Kosteneinsparargument wird nach hinten losgehen. Flächendeckende Medikationsanalyse bedeutet für die Krankenkassen erhebliche Mehrkosten. Die Einsparmöglichkeiten durch Boni bzw Selektivverträge hingegen sind gewaltig. Für welches Hufgetrappel entscheiden sich also die Kassen? Für Pferde oder Zebras?

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AW: Kosten

von Torben Schreiner am 27.11.2020 um 15:10 Uhr

Was genau sind nochmal die Vorteile von Boni und Selektivverträgen für das Allgemeinwohl?
Da bitte ich um Aufklärung.
Gefüllte Funktionärsgeldbeutel bedingt durch weitere Einsparungen auf KOSTEN der Leistungserbringern fallen bei einer KOSTEN- Nutzen- Analyse eher auf die KOSTEN- Seite.

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