Auch in Apotheken?

Cannabis: Bremen will Weg für Abgabe-Modellprojekte ebnen

Düsseldorf - 02.09.2019, 13:29 Uhr

Modellprojekte zur kontrollierten Cannabis-Abgabe könnte es schon bald geben. Der Stadtstaat Bremen plant eine Bundesratsinitiative, die auch anderen Projekten den Weg ebnen könnte. ( r /Foto: imago images / Panthermedia)

Modellprojekte zur kontrollierten Cannabis-Abgabe könnte es schon bald geben. Der Stadtstaat Bremen plant eine Bundesratsinitiative, die auch anderen Projekten den Weg ebnen könnte. ( r /Foto: imago images / Panthermedia)


Apothekerkammer Bremen noch nicht angesprochen

Bei den bisher abgelehnten Projekten wie etwa dem in Münster sollte es jeweils zwei gleich große Testgruppen geben, Die eine sollte im Münsteraner Antrag ein Jahr lang maximal zwei Gramm Cannabis pro Woche kostenlos erhalten, die andere als „cleane“ Kontrollgruppe dienen. Wissenschaftlich begleitet sollten dann die Folgen von Cannabis als Genussmittel erforscht werden. Das BfArM hielt diesen Ansatz auf Basis geltenden rechts auch nicht für medizinisch und ethisch vertretbar. Nach dem Scheitern des Münsteraner Antrags steig etwa in Düsseldorf die Uniklinik aus dem dort laufenden Antrag auf ein solches Projekt aus.

In Berlin will man im September einen neuen Antragsversuch starten, auch in vielen anderen Städten gibt es den Willen, Modellversuche zu starten. In der Regel sollen als Abgabestellen die Apotheken dienen, das Cannabis soll laut der meisten Antragsbeschreibungen von der Cannabisagentur der BfArM stammen.

In Bremen sind diese Details noch nicht ausgearbeitet. „Wir sind dazu noch nie befragt worden, auch nicht bei dem ersten Ansatz“, sagt Isabel Justus, Geschäftsführerin der Apothekerkammer Bremen. Daher könne man zu dem geplanten Modellversuch auch noch keine Aussagen treffen, sagt sie.

Skepsis zum Bremer Vorstoß gab es bereits von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Kontrollierte Abgabe löse das Problem illegalen Handels nicht, sagte Bremens DPolG-Landesvorsitzender Jürn Schulze gegenüber dem Weser Kurier. Er fürchtet durch sinkende Preise mehr Erstkonsum von Neugierigen, mehr berauschte Verkehrsteilnehmer und weist darauf hin, dass die Gesundheitsgefahren des Cannabiskonsums unterschätzt würden.



Volker Budinger, Diplom-Biologe, freier Journalist
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

wann ist es soweit?

von tom am 05.09.2019 um 1:03 Uhr

Modellversuche wäre sicherlich ein Anfang! Jedoch wird erst eine endgültige Freigabe zu dem Gewünschten Ergebnis führen. Auch von der Gegenseite oft genannte Jugendschutz, kann erst richtig mit einem Regulierten Markt gewährleistet werden

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Wie lange will Deutschland noch hinterher hinken?

von Euphrasia am 03.09.2019 um 16:37 Uhr

Die jetztige unbefriedigende Situation ist ein ERGEBNIS der letzten Jahrzehnte idealistisch- verbohrter Drogenpolitik. Legal-kontrollierter Zugang ab 18, rationale Aufklärung, Entmystifizierung, Forschung, Angabe der genauen Stärke/Inhaltsstoffe ist nur im LEGALEN Rahmen möglich...

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Wieviel Modellversuche wollt ihr denn noch?

von Michael Spoljaric am 03.09.2019 um 11:58 Uhr

Einfach aus dem BTMG rauswerfen und legalisieren. Ganz einfach. Den Rest regelt der Markt

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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