Vernetzte Versorgung

VdPP: „Pharmazie, wo sie gebraucht wird“

Berlin - 21.11.2018, 13:30 Uhr

Gemeinsam heilt es sich besser – auf der Herbstveranstaltung des VdPP ging es um vernetzte Versorgung. ( r / Foto: imago)

Gemeinsam heilt es sich besser – auf der Herbstveranstaltung des VdPP ging es um vernetzte Versorgung. ( r / Foto: imago)


Soziales Engagement – ohne Apotheker

Soweit die Wissenschaft und Versorgungsforschung. Im zweiten Beitrag nahm die Ärztin Patricia Hänel die Teilnehmer mit auf eine Reise in die Praxis. Hänel engagiert sich ehrenamtlich in zwei sozialen Projekten: Der „Poliklinik Veddel“ in Hamburg und dem „Gesundheitskollektiv Berlin“, das bis zur Fertigstellung des Gebäudes in Neukölln auf mobiler Basis sozial benachteiligten Patienten Hilfe leistet.

In beiden Projekten arbeiten die Disziplinen Medizin, Pflege, Gesundheitswissenschaften und soziale Arbeit eng zusammen. „Es geht nicht nur darum, eine Krankheit zu behandeln, sondern auch an den Lebensbedingungen zu arbeiten“, verdeutlichte Hänel. Käme beispielsweise ein Patient wiederholt mit Asthma, der durch Schimmel bedingt sei, sei es mit der Medikation nicht getan, sondern genauso wichtig, sich an den Vermieter zu wenden.

Die Teilnehmer des VdPP zeigten sich für eine Zusammenarbeit mit dem „Gesundheitskollektiv Berlin“ offen. Einige der Anwesenden erinnerten sich noch an ein früheres Projekt aus den 70er Jahren in Berlin-Gropiusstadt, bei dem Apotheker und Ärzte eng zusammenarbeiteten. 

„Entscheidend ist die Profession“

Pharmazeutische Beratung wäre für beide Projekte ein großer Vorteil, so Hänel. Eine eigene Apotheke bräuchten die beratenden Apotheker dazu nicht. Beim Gesundheitskollektiv Berlin sei zwar ein Gebäude geplant, das einem medizinischen Versorgungszentrum ähnlich sei. Aber aufgrund des Zuweisungsverbotes könne man die Patienten ohnehin nicht exklusiv zu einem Apotheker schicken. „Entscheidend ist doch die Profession“, erklärte VdPP-Vorstandsmitglied Dr. Udo Puteanus. Der Apothekerberuf sei nicht an Besitz gebunden, sondern Pharmazie solle dorthin gelangen, wo sie gebraucht werde. Puteanus verwies auf das Beispiel Großbritannien, wo Pharmazeuten als „Praxisapotheker“ direkt in eine Hausarztpraxis integriert werden können. Außerdem solle der „kommunale Gedanke“ bei der Gesundheitsversorgung gestärkt werden.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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