Das Insektizid aus den Eiern

So wirkt Fipronil

Stuttgart - 12.06.2018, 12:50 Uhr

Wieder wurde in Eiern Fibronil nachgewiesen. (Foto: animaflora / stock.adobe.com)                                      

Wieder wurde in Eiern Fibronil nachgewiesen. (Foto: animaflora / stock.adobe.com)                                      


Wie toxisch ist Fipronil?

Die Resorption über die Haut ist gering (< 1 Prozent). Die akute dermale Toxizität liegt bei über 5 g/kg. Allerdings darf Fipronil nicht auf verletzte Hautareale, zum Beispiel bei Flohdermatitis, aufgetragen werden, da hier die Resorption erhöht ist. Die akute orale LD50 liegt für Hunde bei 640 mg/kg und für Katzen bei 320 mg/kg. Unerwünschte Wirkungen durch Ablecken sind also bei den verabreichten Formulierungen, die üblicherweise in einer Dosis zwischen 7,5 und 15 mg/kg verwendet werden, nicht zu erwarten. Kaninchen, Igel und Hühnervögel sind sehr viel empfindlicher. So liegt die akut orale LD50 für Kaninchen bei 8 mg /kg.

Die Anwendung von Fipronil bei Lebensmittel liefernden Tieren ist nicht erlaubt. Auch bei sehr jungen (Hunde < 2 kg) und geschwächten Tieren sollte Fipronil nicht eingesetzt werden. Beim Menschen kann Fipronil Haut und Augen reizen sowie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen verursachen.

Vergangenes Jahr hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine vorläufige Schätzung dazu abgegeben, inwiefern der Verzehr Fipronil-belasteter Lebensmittel die Gesundheit gefährdet. Dabei ging das BfR davon aus, dass Fipronil-haltige Mittel offenbar schon seit Längerem illegalerweise eingesetzt werden und demnach Verbraucher dem Insektizid bereits eine ganze Weile ausgesetzt sind. Dieser nach Aussage des BfR konservativen Schätzung zufolge wurden die lebenslang duldbaren täglichen Aufnahmemengen nicht überschritten – und zwar in keiner der betrachteten Altersgruppen. Die höchste durchschnittliche tägliche Fipronil-Aufnahme haben demnach zwei- bis vierjährige Kinder. Sie schöpfen den „Acceptable Daily Intake“ (duldbare tägliche Aufnahmemenge) bis zu 76 Prozent aus. Bei Erwachsenen sind es im Schnitt 24 Prozent. Folglich sei eine gesundheitliche Gefährdung unwahrscheinlich, so das BfR im Jahr 2017. 

Rezeptfrei in der Apotheke

Fipronil-haltige Arzneimitel sind in der Apotheke rezeptfrei für Hunde und Katzen erhältlich (zum Beispiel Frontline®, Bolfo®). Zudem sind Kombinationen mit anderen Insektiziden auf dem Markt, unter anderem mit Permethrin (zum Beispiel Frontect®). Diese sind aber rezeptpflichtige Tierarzneimittel. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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