Roche und Daiichi Sankyo

Strafen für Pharmafirmen wegen Ärzte-Beeinflussung

Stuttgart - 01.06.2017, 13:30 Uhr

Im exquisiten Porsche-Zentrum Leipzig hielt Daiichi Sankyo eine umstrittene Ärzte-Fortbildung ab. (Foto: dpa)

Im exquisiten Porsche-Zentrum Leipzig hielt Daiichi Sankyo eine umstrittene Ärzte-Fortbildung ab. (Foto: dpa)


Porsche-Zentrum hatte laut Daiichi Sankyo keinen Unterhaltungswert

Nach Ansicht des Pharmakonzerns war die Veranstaltungsstätte Porsche-Zentrum „weder extravagant noch für ihren Unterhaltungswert bekannt“, wie die Spruchkammer protokolliert. Zudem sei eine andere Veranstaltungsstätte „wegen der schwierigen Verkehrssituation und der leichten Erreichbarkeit“ ausgeschieden. Die Pharmafirma musste später allerdings einräumen, dass nur etwa zehn von insgesamt 24 per einfacher Web-Recherche ermittelten Veranstaltungsorten nicht geeignet seien. Das Porsche-Zentrum Leipzig habe bei dem Event keinen Unterhaltungswert gehabt, argumentierte Daiichi Sankyo weiter – und führte eine Porsche-Erklärung an, nach der vielmehr Tradition, Innovation, Leistungsorientierung oder soziale Verantwortung zählten.

Doch auch hier kam das FSA-Gremium aufgrund einer Internetrecherche zu einer deutlich anderen Einschätzung: Das Porsche-Zentrum werbe mit Worten wie „luxuriös“, auch wolle die Autofirma dafür sorgen, dass Events für die Gäste zu einem „einmaligen Erlebnis“ werden. „Ein Diamant ist zeitlos und exklusiv“, wirbt Porsche – „gemeint ist hier auch das Gebäude der Tagungsstätte“, hält die FSA-Schiedsstelle fest. In anderen Fällen hatte sie sogar Museen als Event-Location beanstandet.

Am Ende knickte Daiichi Sankyo ein und verpflichtete sich, die für den Konzern wohl zu verschmerzende Geldstrafe von 15.000 Euro einer gemeinnützigen Vereinigung zu überweisen. Auf die Frage, inwiefern im Unternehmen Konsequenzen aus dem Zwischenfall gezogen wurden, antwortete eine Sprecherin auf Nachfrage nicht.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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