DAZ-Tipp der Woche

Vollkommen erschöpft!

Stuttgart - 30.03.2017, 14:55 Uhr

Patienten mit langsam entstehender Anämie gewöhnen sich an die Blutarmut, sodass die Beschwerden und Symptome leicht übersehen werden können. (Foto: marjan4782 / Fotolia)

Patienten mit langsam entstehender Anämie gewöhnen sich an die Blutarmut, sodass die Beschwerden und Symptome leicht übersehen werden können. (Foto: marjan4782 / Fotolia)


Dass die Therapie mit Zytostatika zu einer Anämie führen kann, ist gut bekannt. Häufig wird nicht beachtet, dass bereits die Krebserkrankung selbst zur Blutarmut führt. Ein wichtiges Thema, auf das wir in unserer Serie „Der Krebspatient in der Apotheke“ in der aktuellen DAZ aufmerksam machen möchten.

Jeder zweite Krebspatient entwickelt entweder aufgrund seiner Erkrankung oder infolge seiner Therapie eine Anämie. Von allen typischen Symptomen, die mit der Anämie einhergehen, ist die Erschöpfung das Symptom ist, unter dem die Patienten am meisten leiden.

Zu bedenken ist, dass sich Patienten mit langsam entstehender Anämie an die Blutarmut gewöhnen. Die Beschwerden und Symptome werden dann nicht mehr wahrgenommen und deshalb bei der Anamnese leicht übersehen. Ist die Diagnose Anämie jedoch gestellt, ist eine ausführliche Anamnese notwendig, um weitere Ursachen wie Blutungen oder eine Nierensuffizienz abzuklären, die einer eigenen Behandlung bedürfen.

Wichtiges zur Diagnostik und Therapie der Anämie durch Tumor und Therapie hat DAZ-Autorin Dr. Petra Jungmayr für die aktuelle DAZ zusammengefasst, so dass Apotheken mit diesem Wissen gut gerüstet sind für die Betreuung ihrer Tumorpatienten.

Darm ohne Charme

Patienten mit funktionellen Darmbeschwerden haben oft eine ganze Odyssee an Arztbesuchen hinter sich. Niemand kann etwas feststellen, nirgendwo wird etwas gefunden. Dann bleibt nur noch die Ausschlussdiagnose Reizdarmsyndrom.

Betroffen fühlen sich dann manchmal in die „psychische Ecke“ gestellt. Dabei ist 

Mathias Schneider - Volontär DAZ

das Reizdarmsyndrom eine Erkrankung, die von vielen Faktoren ausgelöst wird. Hilfe finden die Patienten in der Apotheke. Denn kurzfristig können einzelne Symptome mit Arzneimitteln behandelt werden.

Langfristig steht aber vor allem die Lebensumstellung des Patienten im Vordergrund. Ein spannendes Forschungsfeld für die Therapie des Reizdarms ist das Mikrobiom. Der Zusammenhang zwischen Darmflora und Gesundheit könnte in Zukunft neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Noch steckt die Forschung aber in den Anfängen.

Mehr zum Thema Reizdarm können Sie im Artikel „Darm im Aufruhr“ lesen.


Dr. Mathias Schneider, Apotheker, Volontär DAZ
redaktion@daz.online


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