Stada

Vorstand offen für Übernahmegespräche

Bad Vilbel - 14.02.2017, 09:05 Uhr

Ich binCEO. Punkt: Matthias Wiedenfelds. (Foto: Stada)

Ich binCEO. Punkt: Matthias Wiedenfelds. (Foto: Stada)


Interessant für Investoren: Geschäft mit Marken und OTC

Offenbar kommt die aktuelle Entwicklung auch bei AOC gut an: „Wir sind überzeugt, dass Vorstand und Aufsichtsrat den jetzt angestoßenen Prozess im Sinne des Unternehmens und der Aktionäre professionell und strukturiert führen werden“, teilte der Investor mit. Stada habe weiterhin ein großes operatives Wertsteigerungspotenzial, dessen Realisierung erst am Anfang stehe. „Als Ankeraktionär begrüßen und unterstützen wir die vom Vorstand bereits eingeleiteten Initiativen, um den Wert des Unternehmens zu steigern“, so AOC. Das Unternehmen hatte Stada 2016 kräftig aufgemischt und auf der Hauptversammlung Ende August den bisherigen Stada-Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall gebracht.

Branchenkenner vermuten, dass noch weitere Übernahmeinteressenten auf der Bühne erscheinen werden. Unter Finanzinvestoren gebe es ein großes Interesse an Stada. Nach einem Bericht des Handelsblatts erklärte Stada selbst, die Interessenten sollten „weitere Wertsteigerungspotenziale im Hinblick auf einen potenziellen Angebotspreis bewerten“. Mit der Abschaffung der Vinkulierung bei den Namensaktien hätten die Stada-Aktionäre auf der Hauptversammlung im vergangenen August eine wichtige Hürde für eine Übernahme abgeschafft. Nach turbulenten Monaten und dem Chefwechsel im vergangenen Jahr hat das neue Management unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden Matthias Wiedenfels das Unternehmen neu geordnet und arbeitet an der Steigerung der Profitabilität.

Lukratives Markengeschäft

Interessant ist für Investoren vor allem Stadas Geschäft mit Marken- und nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (OTC). Durch Akquisitionen hat das Unternehmen sein Portfolio hier in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und erwirtschaftet in dem Bereich lukrative Margen. Zudem bietet das Markengeschäft Finanzinvestoren für einen späteren Zeitpunkt attraktive Exit-Strategien, da dafür vielfach hohe Preise gezahlt werden.

Laut Handelsblatt zahlte beispielsweise Bayer beim Kauf der OTC-Sparte von Merck & Co. gut das Sechsfache des Umsatzes und das 21-Fache des Ebitda. Sanofi habe mehr als das Vierfache des Umsatzes für die Selbstmedikationssparte von Boehringer gezahlt.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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