ABDA-Vize Arnold blickt voraus

Wie soll das Leitbild aussehen?

Rostock - 03.04.2014, 11:40 Uhr


„Ich habe meinen Führerschein verlängert und könnte auch einen Bus fahren“, erklärte ABDA-Vize Mathias Arnold gestern als Reaktion auf den April-Scherz von DAZ.online. Er kam allerdings ohne Bus zur Mitgliederversammlung des Apothekerverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Rostock und warb dort für den Leitbildprozess. Dabei ging es weniger um Inhalte, vielmehr begründete Arnold, warum die Apotheker ein Leitbild brauchen.

Das Leitbild ziele auf den Erhalt und die Festigung des Apothekensystems. Es solle Antworten darauf geben, wie die Apotheker mit dem demografischen Wandel und dem medizinisch-pharmazeutischen Fortschritt umgehen. Arnold verwies darauf, dass die Apotheker in Griechenland in der dortigen Krise als Händler behandelt werden. Nach ökonomischen Kriterien würden dort effiziente Lösungen für den Handel gesucht, aber die dortigen Apotheker würden nicht als Heilberufler gesehen. Da Arnold schon in zwei bis drei Jahren eine deutliche Anspannung der Finanzlage in Deutschland erwartet, sollten sich die deutschen Apotheker besser vorbereiten. Zwischen den Oligopolen der Krankenkassen und der Industrie bräuchten sie eine Strategie.

Zum Leitbild gehörten eine langfristig feststehende Vision und variable Teile, die den Weg dorthin beschreiben. Wenn das Leitbild verabschiedet sei, werde sich der Apothekenalltag nicht plötzlich ändern, aber die Apotheker könnten der Politik Antworten zu ihrer Vision geben. Das Leitbild solle auf die Gremienarbeit, die Ausbildung und die Zusammenarbeit mit den anderen Berufen wirken. Doch dann werde die Arbeit weitergehen. Vor dem Hintergrund der Vision müssten strategische Aufgaben festgelegt, priorisiert und bearbeitet werden.

Arnold warb für die Beteiligung am Leitbildprozess und erklärte: „Jeder Brief wird gelesen“. Er wolle aber auch keine Zwangsdiskussion. Auch die Online-Phase sollte keine repräsentative Umfrage sein, sondern jeder Apotheker sollte die Möglichkeit zur Teilnahme haben - aber nicht die Pflicht. Auf die Frage nach Form und Umfang des gewünschten Leitbilds verwies Arnold auf das Weißbuch der niederländischen Apotheker, das er „die Mutter aller Leitbilder“ nannte. Arnold erinnerte daran, dass DAZ-Herausgeber Peter Ditzel im Herbst 2012 in einem DAZ-Editorial die Aufmerksamkeit der Apotheker in Deutschland auf dieses Weißbuch gelenkt hatte. Für das Leitbild der deutschen Apotheker wünscht sich Arnold, dass dies auf einer Seite zusammengefasst werden kann und dann mehrere Seiten mit Erläuterungen folgen.

Es war wohl kein Zufall, dass Arnold im Zusammenhang mit dem Leitbild auch die neue Imagekampagne der ABDA ansprach, denn diese ziele darauf, das Zukunftsbild der Apotheker zu kommunizieren. Arnold deutete an, dass hinter der Kampagne ein langfristiger Plan stecke und noch Überraschungseffekte zu erwarten seien. Er erklärte: „Jede Apotheke ist ein Zentrum der Öffentlichkeitsarbeit“ und warb für die Teilnahme an der Imagekampagne. Auch wenn Arnold nicht auf Inhalte des zu erstellenden Leitbilds einging, wurde eine wichtige Intention der ABDA aus der Tagesordnung der Mitgliederversammlung deutlich. Denn direkt nach Arnolds Vortrag stellte Dr. Nina Griese-Mammen Definitionen und Inhalte der Medikationsanalyse und des Medikationsmanagements vor.


Dr. Thomas Müller-Bohn


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