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Ein wachsender Prozess

Wie die Suche nach einem Leitbild weitergehen soll

BERLIN (du) | Der erste Teil der offenen Leitbilddiskussion wird am 21. Februar 2014 abgeschlossen sein. Trotz Pleiten, Pech und Pannen hatten die Verantwortlichen, allen voran ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold, keine Möglichkeit und auch keine Notwendigkeit gesehen, den Zeitraum für die Mitgliederbefragung zu verlängern. Zu eng sei der Zeitplan für den Leitbildprozess getaktet (s. a. Apotheker Zeitung 2014, Nr. 8, S. 1). Im Gespräch mit der DAZ erläuterte er das weitere Vorgehen.
Foto: DAZ/du
Mathias Arnold ist ABDA-Vizepräsident und zuständig für den Leitbildprozess.

Wenn der erste Teil der offenen Debatte zum Leitbildprozess beendet ist, beginnen die Dienstleister, die die ABDA auch bei der Entwicklung des Portals www.leitbildprozess.de unterstützt haben, mit der rein statistischen Auswertung des Fragebogens und der Zusammenfassung der Diskussionsbeiträge. Die Ergebnisse werden dann der ABDA und den einzelnen Leitbildarbeitsgruppen der Länder übermittelt.

März: Diskussion in Kammern

Arnold erhofft sich von der Auswertung, dass ein Grundtrend erkennbar wird, eventuell auch noch nicht angesprochene Fragen auftauchen, welche dann in die für März vorgesehene Diskussion auf Länderebene einfließen können. Die Arbeitsgruppen in den Ländern sind laut Arnold sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Hier finden sich Vertreter der Angestellten, Leiter, eventuell auch der Apothekengewerkschaft wieder, teilweise seien Vertreter der Studierenden dabei. Die Länderarbeitsgruppen erhalten ein Arbeitsbuch, anhand dessen sie einzelne Themenfelder bearbeiten sollen. Ergebnisse werden dort strukturiert erfasst, damit die Auswertung für die nächste Runde, den Konvent, möglichst einfach zu handhaben ist. In jedem Bundesland soll es laut Arnold einen geschulten Moderator geben, der die Technik des Arbeitsbuchs beherrscht und in der Lage ist, einen Konsens herbeizuführen. Allerdings so Arnold, gebe es auch die Möglichkeit, im Arbeitsbuch anzukreuzen: Es wurde kein Konsens erreicht.

April: Konvent gibt Empfehlungen

Zu dem für April geplanten Konvent treffen sich Vertreter der einzelnen Länderarbeitsgruppen, um wiederum unter Leitung eines versierten Moderators länderübergreifend Empfehlungen für das Leitbild zu erarbeiten. An diesem Konvent werden nach Schätzungen Arnolds 100 bis 120 Vertreter teilnehmen, er ist nicht öffentlich. Ziel sei es nicht, einen ersten Leitbildentwurf zu präsentieren. In den Konvent-Arbeitsgruppen sollen Fragen diskutiert und Themenschwerpunkte herausgearbeitet werden. „Hier wird niemand schreiben“, so Arnold, „es werden keine einzelnen Leitbildkapitel formuliert!“

Am Ende des Konvents solle klar sein, was wichtig, was weniger wichtig und was zu vernachlässigen ist, so Arnold. Mit diesem dann öffentlichen Endergebnis wird sich wieder die Arbeitsgruppe Leitbild der ABDA beschäftigen, der Arnold vorsitzt. Sie wird zusammen mit den hauptamtlichen Fachleuten Formulierungsvorschläge erarbeiten, die laut Arnold in einen ersten Rohentwurf des Leitbilds münden werden.

Mai: Offene Diskussion des Rohentwurfs

Nach redaktioneller Überarbeitung werde der Rohentwurf im Mai ins Netz gestellt. In Kommentarspalten kann dann jedes Kammermitglied Anmerkungen machen.

Juni: Mitgliederversammlung

Nach Auswertung dieser Diskussion wird im Juni in der Mitgliederversammlung der ABDA die finale Version verabschiedet.

September: Abstimmung auf dem Deutschen Apothekertag

Auf dem Deutschen Apothekertag im September 2014 wird über die von der Mitgliederversammlung verabschiedete Version abgestimmt. Arnold legte großen Wert darauf zu betonen, dass weder die ABDA noch die Arbeitsgruppe Leitbild einen fertigen Entwurf in der Schublade haben. Mit der Verabschiedung des Leitbilds würde aber erst die Arbeit beginnen. Das Leitbild definiere Ziele, die es zu erreichen gilt. Bis zum Jahr 2030 sollen alle gesetzten Ziele erreicht sein. Dabei sieht Arnold diese Jahreszahl eher symbolisch. Sie solle verdeutlichen, dass der Weg zur Umsetzung des Leitbilds ausreichend Zeit benötigt und ein wachsender Prozess sei. 

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