AOK-Pilotprojekt VITALIG

Senioren schätzen Bildtelefonie

Berlin - 10.03.2014, 12:08 Uhr


Seit einem guten Jahr läuft in der niederrheinischen Stadt Goch ein besonderes Projekt für pflegebedürftige Menschen: Ein einfach zu bedienender Computer mit Bildtelefon vernetzt Senioren mit ihren Angehörigen, Ärzten und Apotheken. Dieses Angebot der AOK Rheinland/Hamburg wird rege genutzt, berichtet die Kasse nun. Die mittlerweile 40 teilnehmenden älteren Menschen hätten das Bildtelefon bislang durchschnittlich 20 Mal am Tag in Anspruch genommen. Vor allem suchen sie den Kontakt zu ihren Angehörigen.

Beim Projekt namens VITALIG geht es um „versorgtes, interaktives, technikgestütztes, altersgerechtes Leben in Goch“. Sein Ziel: Ältere Menschen sollen länger in ihrer eigenen Wohnung leben können. Zu diesem Zwecke wurden Menschen mit Mobilitätseinschränkung und Pflegefälle mit einem speziellen Computer („All-in-one-PC“) ausgestattet. Dieser zeichnet sich durch einen interaktiven Touchscreen mit großen farbigen Flächen aus. Den Teilnehmenden wird durch einfaches Berühren der entsprechenden Schaltfläche ermöglicht, mit Angehörigen, ambulanten Pflegediensten, Ärzten, Apotheken, einem Sanitätshaus, einem Seniorenberater oder Lebensmittelgeschäften Kontakt aufzunehmen. Die angewählte Person erscheint sodann auf dem Bildtelefon, und die Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht kann losgehen.

Gestartet ist das Pilotprojekt am 1. Februar 2013 in Goch. Zunächst nahmen zehn AOK-Versicherte, ihre Angehörigen und 14 Dienstleister teil. Mittlerweile sind es 40 ältere Menschen sowie 30 Angehörige. Technischer Partner ist die Deutsche Telekom. Laut AOK läuft das Projekt bestens. Im ersten Jahr seines Bestehens sei es mehr als 7200 Mal in Anspruch genommen worden – dies sind im Schnitt 20 Kontakte am Tag. Am beliebtesten seien die persönlichen Gespräche mit den Kindern oder anderen Familienangehörigen, die häufig weit entfernt lebten. Die beiden teilnehmenden Ärzte, die sechs Apotheken und die drei Pflegedienste werden der AOK zufolge etwa jeden dritten Tag angerufen. Bei der Geschäftsstelle der AOK Rheinland/Hamburg und dem AOK-ServiceCenter Clarimedis gingen knapp zwei Anrufe pro Tag ein. 

Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, sieht sich nach den Erfahrungen des ersten Jahres bestätigt, mit dem Angebot sehr nah an den Bedürfnissen der älteren Versicherten zu sein. Auch Axel Wehmeier, Leiter des Konzerngeschäftsfeldes Gesundheit der Telekom, ist zufrieden: „Das Pilotprojekt in Goch zeigt erfolgreich, welche Möglichkeiten moderne Technologien für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden eröffnen. Die Telekom entwickelt bereits heute Lösungen für die demographischen Herausforderungen der nahen Zukunft – hier entwickelt sich ein interessanter Markt.“ Tatsächlich spielt die Telekom im Gesundheitsmarkt kräftig mit: Morgen etwa wird auf der Cebit in Hannover das neue Internet-Beratungsangebot der holländischen Versandapotheke DocMorris präsentiert, das ebenfalls in Kooperation mit der Telekom entstanden ist.

Das Projekt VITALIG läuft noch bis zum 30. Juni 2015 als Pilotprojekt. Danach soll eine gründliche Auswertung erfolgen.


Kirsten Sucker-Sket


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