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Apotheker und AOK setzen auf Partnerschaft

Kooperation in Nordrhein und Hamburg wird fortgesetzt

BERLIN (ks). Die Apothekerverbände Nordrhein und Hamburg setzen ihre Kooperation mit der AOK Rheinland/Hamburg im Bereich Versorgungsmanagement fort. Im Mittelpunkt des neuen Vertrages über die sogenannte vigo-Gesundheitspartnerschaft stehen unter anderem die Verbesserung der Arzneimittelversorgung und die stärkere Positionierung der Apotheken im lokalen Gesundheitsversorgungsnetz.

Vigo steht für besondere Leistungen und Services – auf der Website wird allerdings auch mit Rabatten geworben.

Derzeit drängt sich leicht der Eindruck auf, es seien vor allem Kooperationen von Krankenkassen und Ärzten, die Projekte zur Arzneimittelversorgung voranbringen. Doch es gibt auch noch solche, die Apotheker – die eigentlichen Arzneimittelfachleute – einschließen. So hat die AOK Rheinland/Hamburg bereits 2007 ihre Kundenkarte "vigo Gesundheit Plus" eingeführt. "Vigo" steht dabei für besondere Leistungen und Services. Es werden unter anderem schnellere Arzttermine versprochen sowie spezielle Selbstbehalttarife und vergünstigte Mitgliedschaften im Fitnessstudio angeboten. Zusätzliche Vorteile soll den AOK-Versicherten die Kooperation der Kasse mit den beiden Apothekerverbänden bieten. Die Förderung von gesundheits- und kostenbewusstem Verhalten der Versicherten und das Hervorheben der Beratungskompetenz der örtlichen Apotheke war bislang wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit.

Es wird allerdings auch mit Rabatten geworben. Auf der Vigo-Webseite springt der fünfprozentige Rabatt auf das Nebensortiment ins Auge. Zudem können Teilnehmer, die am Bonussystem teilnehmen, für Verordnungen auf dem Grünen Rezept Prämienpunkte sammeln.

Letzte Woche haben die beiden Apothekerverbände und die AOK Reinland/Hamburg bekannt gegeben, ihre Zusammenarbeit weiterführen zu wollen. Der alte Vertrag lief aus – nun können die Apotheken in den Regionen einer erneuerten Vereinbarung beitreten. Rund 2000 waren es bislang in Nordrhein, beim Verband geht man davon aus, dass diese Apotheken auch weiterhin mitmachen werden. Noch sind einige Vertragsdetails auszuarbeiten. Es wird unter anderem um die spezielle Begleitung chronisch kranker Versicherter bei der Medikamenten-umstellung gehen. Zudem sollen lokale Gesundheitskonzepte und -projekte von den Vertragspartnern gemeinsam begleitet und umgesetzt werden.

Preis: Signal für die Honorierung

Die alten wie neuen Partner begrüßten die weitere Zusammenarbeit. "Das neue erweiterte gemeinsame Vorgehen sehen wir als Chance, die inhabergeführten Apotheken sowohl in ihrer Position als Partner im lokalen Gesundheitsversorgungsnetz als auch in ihrer Beratungsqualität zu stärken", erklärte Wilfried Jacobs, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. "Wir sind überzeugt, dass wir mit der Unterstützung der örtlichen Apotheke die Versorgung der Versicherten insbesondere auch in Bezug auf gesundheitsbewusstes Verhalten verbessern können". Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, sieht vom Vertragsabschluss "ein wichtiges Signal für die Honorierung der Apotheken für besondere Dienstleistungen" ausgehen. Die teilnehmenden Apotheken erhalten für ihre Leistungen im Jahr 1200 Euro plus Mehrwertsteuer. Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Apothekerverbands Hamburg, betonte, dass die Apotheken ihre "pharmazeutische Kompetenz weiter aktiv einbringen und als starker Partner vor Ort ihren Beitrag leisten, um die gesetzten Ziele in der regionalen Gesundheitsversorgung gemeinsam mit der AOK zu erreichen".



DAZ 2012, Nr. 8, S. 26

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