Krebsentstehung

TNIK aktiviert B-Zellen

München - 10.09.2012, 11:08 Uhr


Die Kinase TNIK ist ein neu identifiziertes Protein, das in gesunden B-Zellen des Immunsystems die Aktivierung der Immunantwort vermittelt. Nach einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus fördert TNIK jedoch statt der Abwehr die unkontrollierte Zellteilung und damit die Tumorentstehung.

In der gesunden Zelle steuert TNIK (TRAF2 and NCK interacting kinase) Immunantwort, Zellteilung und Zelltod. Das neu gefundene Protein ist der zentrale Bestandteil eines Komplexes, der diese Prozesse über den NF-kappa B-Signalweg reguliert. Der NF-kappa B-Signalweg ist einer der meist-untersuchten Signalwege in Zellen. Er übernimmt unter anderem die Steuerung von Zellteilung, Zelltod und Immunantwort.

TNIK übt die Steuerung des Immunsystems durch die Aktivierung von B-Zellen aus. Werden diese mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert, übernimmt das Virus die Steuerung der Zellen und aktiviert – ebenfalls über TNIK – die unkontrollierte Zellteilung, was zur Entstehung EBV-induzierter Karzinome und Lymphome führt.

Mit der Veröffentlichung dieser Zusammenhänge haben die Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München nicht nur einen zellulären Steuerungsmechanismus erklärt, sondern zugleich herausgefunden, wie EBV-abhängige Tumoren entstehen.

Literatur: Shkoda, A., et al.: PLoS Biol. 2012;10(8):e1001376


Dr. Bettina Hellwig


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