Materialforschung

Bessere Wundheilung durch antibakterielle Verbände

Siegen - 27.01.2011, 07:13 Uhr


Wissenschaftler der Universität Siegen entwickeln in Zusammenarbeit mit einem europäischen Konsortium im Rahmen des EU-Projektes BacterioSafe derzeit Verfahren, die das Vorhandensein pathogener Keime anzeigen und gleichzeitig die Freisetzung antibakterieller Stoffe erlauben.

Die Forscher entwickeln eine neuartige Oberfläche für Verbandsmaterialien, die eine auftretende Keimbesiedlung in Form einer Farbänderung anzeigt und gleichzeitig die Freisetzung von keimabtötenden Agenzien ermöglicht. Dadurch können mögliche Infektionen bei Brandwunden, die vor allem bei Kindern kritisch sind, frühzeitig erkannt werden.

Dazu müssen sie zunächst die biologischen Mechanismen pathogener Keime untersuchen und identifizieren, welche die Freisetzung der Farbstoffe und antibakteriellen Lösungen erlauben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem problematischen Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, der immer wieder neue Resistenzen auf Antibiotika zeigt, und auf Pseudomonas aeroginosa, der besonders bei Brandwunden zu schweren Infektionen führen kann.

Ein viel versprechender Ansatz zur Oberflächenmodifikation der Verbandsmaterialien beruht auf Nanokapseln, die aus sogenannten Block-Copolymeren hergestellt werden. Dazu werden neuartige Polymere entwickelt und mit hochauflösenden Mikroskopiemethoden die stimulierte Abgabe von Farbstoffen und Wirkstoffen aus solchen Kapseln untersucht.

Im Rahmen der BacterioSafe Studie arbeiten die Forscher der Physikalischen Chemie dazu mit zehn weiteren Forschungszentren und Industriepartnern aus Großbritannien, Finnland, Irland, Belgien, Australien und Deutschland zusammen. Die Studie ist auf vier Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union mit 3,4 Millionen Euro gefördert.

Quelle: Presseinformation der Universität Siegen, 20. Januar 2011.

Ausführliche Informationen zum Thema Wundheilung und Wundschnellverbänden inklusive einer Übersicht gängiger Produkte finden Sie in der DAZ 2011, Nr. 5.


Dr. Bettina Hellwig


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