Schwerpunkt EDV

Apotheken-EDV – die Qual der Wahl?

Worauf man bei einer neuen EDV-Lösung achten sollte

Seit Jahren regiert – man muss es tatsächlich so sagen – Kollege Computer in der Apotheke kräftig mit. Denn „alle Räder stehen still, wenn der Rechner es so will ...“ Die Auswahl des EDV-Systems und seines Ausstattungsumfanges, abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse, hat daher heute eine beachtliche Bedeutung für Ihren Betriebserfolg. | Von Reinhard Herzog

Was waren das für Zeiten, an die sich Jüngere kaum mehr erinnern dürften, die aber weit in die 1990er-Jahre reichten: Da wurden noch „Kärtchen gezogen“, die „Lauer-Taxe“ versteckte sich in einem Mikrofilm-Lesegerät, der Blick in die „Rote Liste“ (in Buchform natürlich) gehörte zum Stan-dardrepertoire. Arzneimittelpreise wurden per Hand auf das Rezept aufgetragen, addiert wurde im Kopf, ansonsten per Taschen- oder Tischrechner. Rezeptsummen über 100 DM (!) wurden über Jahre hinweg rot eingerahmt und als „Kostbarkeiten“ separiert – und auch damals schon von den Kostenträgern genauer unter die Lupe genommen. Heute liegt bereits die durchschnittliche Rezeptsumme beträchtlich höher. Ja, Apothekencomputer gab es seit den 1980er-Jahren. Aber im Falle des Falles ging es noch lange Zeit ohne. Und heute? Aus und vorbei. Ohne „Kollege Computer“ ist kein Rezept mehr, ein GKV-Rezept schon gar nicht, zu beliefern. Die ganzen Rabattverträge wären ohne Apotheken-EDV überhaupt nicht zu stemmen. Strom weg, zentraler Rechnerdefekt, gefährlicher Virenbefall – Apotheke zu!

Auswahlkriterien

Die Zahl der heutigen Anbieter von Apotheken-EDV ist überschaubar geworden: Vier Firmen (ADG, Awinta, Lauer Fischer, Pharmatechnik) dominieren nach diversen Übernahmen in den letzten Jahren den Markt. Die verbliebenen kleineren Anbieter mit typischerweise noch höheren oder niedrigeren dreistelligen Anwenderzahlen tun sich dagegen nicht leicht, zumal der Markt sich im Zuge der weiter abnehmenden Apotheken- und Inhaberzahlen weiter konsolidiert.

Wirklich „schlechte“ Produkte gibt es nicht mehr, bisweilen aber noch Anlaufschwierigkeiten bei grundsätzlichen System­umstellungen und -vereinheitlichungen. Im Zuge der erwähnten Branchenkonsolidierung sind etliche Systeme ehemals eigenständiger Anbieter unter einem größeren Dach gelandet. Manche computerarchitektonischen Altlasten reichen Jahrzehnte zurück. Dies wird Zug um Zug von den jeweiligen Anbietern unter griffigen Produktnamen vereinheitlicht.

Hinsichtlich der Bedienung finden sich Unterschiede, doch generell folgen die Systeme einer Bedienlogik, wie sie jedem einigermaßen Computerkundigen geläufig ist.

Somit verhält es sich fast wie beim Autokauf. Fahren tun sie alle. Die Details unterscheiden sich, aber im Grunde kommt man mit jedem modernen Pkw ziemlich sicher von A nach B. Die Standards haben sich angeglichen. Doch bei dem einen Fahrzeug ist dies hübscher, funktioniert das besser, ist der Verbrauch etwas niedriger oder sind die Fahrleistungen deutlich besser (ob man das braucht, sei dahingestellt). Im Grunde schaut das heute bei der Apotheken-EDV ähnlich aus. Den „08/15“-Apothekenbetrieb beherrschen so ziemlich alle ganz achtbar, und auch die Integration der immer häufigeren Kommissionierautomaten gelingt heute gut. Somit sind es vor allem individuelle Gegebenheiten in der eigenen Apotheke, die den entscheidenden Unterschied ausmachen können:

  • Größe der Apotheke, Kundenzahlen und Spitzenlasten, „schnelle“ Kundschaft wie in Center-/Lauflagen oder ein durchwegs intensiverer, zeitaufwendiger Kundenkontakt.
  • Eventuelle Filialen bzw. im Verbund kooperierende Betriebe, sprich die Fragen nach komfortabler Vernetzung und betriebsübergreifendem Controlling sowie Warenhandling.
  • Wer sich spezialisiert hat (Altenheim-, Krankenhausversorgung, Sterillabor, Online-Shop, Großhandelsbetrieb u. a.), benötigt hier spezielle Programm-Module, die möglichst reibungsfrei in das System eingepasst werden müssen. Besteht die Möglichkeit, entsprechende Spezialprogramme eines anderen Anbieters anzubinden (Schnittstellenproblematik)?
  • Die individuelle Aufstellung des Teams. Hier bestehen je nach Alter und Struktur erhebliche Unterschiede hinsichtlich Computer- und Technikaffinität. Ein hoher Anteil an Teilzeitkräften, Aushilfen und Gelegenheitsarbeitern stellt andere Anforderungen an die EDV wie eine langjährig erprobte Kernmannschaft, welche gewisse Ecken und Kanten eines Systems elegant umschifft – gelernt ist eben gelernt.

Diese Punkte legen die Aufstellung eines individuellen Anforderungsprofils dringend nahe („Pflichtenheft“). Gliedern Sie dieses in „Pflicht“ und „Kür“. Sie sollten Ihre Mitarbeiter mit einbeziehen und eine geplante, neue EDV in Teamsitzungen ausführlich thematisieren, schließlich werden die meis-ten Arbeitsstunden mit dem Rechner von Ihrem Team geleistet. Jede Verzögerung, jedes systembedingt umständliche Arbeiten, jede zusätzliche Minute je Kunde im HV-Betrieb durch ein zu kompliziertes Kassensystem sind letztlich Lohnkosten, die auf Ihr Konto gehen (siehe Kasten)! Jeder Mitarbeiter sollte somit seine Anregungen, am besten kurz schriftlich formuliert, einbringen. Ausgehend vom Ist-Zustand, fällt es oft leichter, die Funktionen zu benennen, die weiterhin unbedingt nötig sind (aber ggf. verbesserungswürdig, in welcher Form?), weiterhin die eher unnötigen Funktionen („just nice to have“) sowie neue Wünsche an das künftige System.

Rechenexempel

Fall 1: Ein relativ kompliziertes Kassensystem, eine mühsame Artikelauswahl (Rabattverträge!) und ein langsamer Rezeptscanner mit einer zu niedrigen Erkennungsquote sollen beispielhaft jeden Kundenvorgang um durchschnittlich eine Minute verlangsamen. Bei 200 Kunden am Tag und 27,50 Euro Vollkosten je HV-Kraft und Stunde (Mittel aus Apothekern und PTA) sind das 200 Minuten bzw. 91,67 Euro pro Tag, bei 290 Öffnungstagen rund 25.600 Euro im Jahr! Gegen solche Summen marginalisieren sich 100 Euro mehr oder weniger im Monat für ein besseres oder schlechteres Programm.

Fall 2: Ein pfiffiges Kassenprogramm macht Ihnen und Ihrem Team das Leben leichter; Sie ersparen sich nicht nur o. a. Zeit, sondern clever eingeblendete Empfehlungen je nach bereits gekauften (Rezept-)Artikeln fruchten bei jedem 20. Kunden und führen zu einem Zusatzverkauf mit einem Ertrag von durchschnittlich 3,50 Euro. Das sind bei 200 Kunden und 10 erfolgreichen Zusatzverkäufen immerhin 35 Euro mehr Rohertrag am Tag oder gut 10.000 Euro im Jahr!

Schon diese ganz simplen Beispiele (die sich leicht auf den Bereich Backoffice/Warenwirtschaft erweitern ließen) zeigen, worauf es bei der EDV ankommt: Alltagstauglichkeit, Vorgänge müssen rasch, angenehm und fehlerfrei von der Hand gehen, das System darf Dinge nicht noch weiter verkomplizieren. Die Arbeit damit sollte motivierend sein und keine Schweißperlen (bzw. dann beliebte Umgehungshandlungen) bei den Mitarbeitern auslösen, nur weil mal wieder ein etwas komplizierterer Fall im Handverkauf ansteht. Dagegen verblassen meist, jedenfalls in größeren Apotheken, die Kosten für die EDV.

Mit so einem Vorgehen sind Sie Ihrem „Pflichtenheft“ schon einen großen Schritt näher. Oft ergeben sich übrigens beträchtliche Unterschiede hinsichtlich HV-Betrieb und Backoffice. Da immer an manchen Stellen Kompromisse gemacht werden müssen, empfiehlt es sich, einen Schwerpunkt zu setzen. Hochfrequentierte Apotheken in guten Lauflagen werden den Fokus ganz klar auf die Kassenfunktionen legen und vielleicht kleinere Schwächen bei der Warenbewirtschaftung akzeptieren. „Versorgungsapotheken“, die große Anteile ihres Umsatzes im Backoffice mittels Tüten- und Päckchenpacken abwickeln, werden die administrativen Funktionen bis hin zur Kundenkontenverwaltung und Fakturierung höher gewichten. „Zahlenmenschen“ werden auf betriebswirtschaftliche Auswertefunktionen und ein „Cockpit“ Wert legen, ausgesprochen patientenorientiert-pharmazeutisch aufgestellte Betriebe mehr auf Funktionen zur Patientendatenverwaltung, zum Medikationsmanagement u. a.

Hinweis am Rande: Werfen Sie auch einen Seitenblick auf den Stromverbrauch des Gesamtsystems! Werden bevorzugt stromsparende Notebooks eingesetzt?

Mit diesem Anforderungsprofil gehen Sie zur Anbieterauswahl über. Lassen Sie sich die Anlagen zeigen, besuchen Sie Apotheken, die das System in einer ähnlichen Konfiguration bereits nutzen. Erstellen Sie eine Liste mit in Ihrer Apotheke typischen, gerne kniffligeren Situationen (im HV-Betrieb und Backoffice), welche die neue EDV anstandslos und begreiflich meistern sollte. Probieren Sie es selbst aus und vertrauen Sie nicht nur den Lobpreisungen der Verkäufer! Ein neues Auto fährt man typischerweise auch erst einmal selbst Probe …

Diese sorgfältige Vorbereitung und Aufarbeitung Ihrer individuellen Anforderungen ist enorm wichtig. Die meisten Enttäuschungen mit einem neuen Apothekenrechner (die bisweilen in vorzeitigen Vertragsauflösungen und einem aufwendigen Anbieterwechsel enden) lassen sich nämlich so vermeiden.

Foto: Matthias Buehner – stock.adobe.com

Aktuelle und Zukunftsthemen

Die neuen Themen gehen keinesfalls aus, doch nicht alle Anbieter haben noch genügend Kapazitäten für echte Innovationen. Alle hecheln vor allem nervigen und aufwendigen, gesetzlichen Forderungen hinterher. Manche noch im Markt befindlichen Systeme bauen im Grundsatz auf sehr alten Software-Architekturen auf. Eine grundlegende Neuprogrammierung (die bei allen größeren Anbietern ja erfolgt bzw. bereits erfolgt ist) kostet sehr viel Zeit und Geld, induziert neue Fehler und „Kinderkrankheiten“. Der Umstellungsprozess gestaltet sich somit oft zäh, weil auch etliche Kollegen (aus verständlichen Gründen) nicht so schnell mitspielen wie erhofft. Nichtsdestotrotz sollte man bei einer Neuanschaffung heute hinschauen, wie modern und zukunftsfest die Software-Architektur ist, oder ob es sich noch um ein „aufgehübschtes“ Altsystem handelt, welches bereits vor vielen Jahren konzipiert wurde, und an das stets nur „angeflickt“ wurde.

Hier nun einige wichtige Themen, die uns schon heute und noch mehr in der Zukunft beschäftigen werden:

  • Elektronische Preisauszeichnung (ESL - Electronic Shelf Labeling) mit der aktuellen Generation an E-Etiketten (Prinzip „elektronische Tinte“, E-Ink), Integration von RFID-Lösungen.
  • Sicht- und Freiwahl werden verstärkt digitalisiert (Bildschirmwände mit enormen Gestaltungsmöglichkeiten), die EDV muss hiermit kompatibel sein und idealerweise den „Content“ dafür liefern.
  • Touchscreens können für Kunden z. B. in den HV-Tisch eingelassen und mobile Tablet-Rechner unterstützend für die Kundenberatung genutzt werden; wie funktioniert allgemein die Einbindung der vielfältigen, mobilen Geräte einschließlich Smartphones?
  • das umfangreiche Thema „patientenorientierte Pharmazie“: Kundendaten-Management, Medikationsmanagement, die Hinterlegung von umfangreicheren Gesundheitsdaten bis hin zur „Pharmakogenomik“ und Tests auf Verträglichkeit, die statistische Auswertung von Medikamenten-Checks und deren Visualisierung, die Koordination und der Abgleich von Verschreibungen u. a. m. Ein großer Teil des Erfolgs (oder Misserfolgs?) der „patientenorientierten Pharmazie“ wird sich schlicht an überzeugenden Softwarelösungen entscheiden!
  • „Cloud-Computing“: Daten und ganze Softwarepakete können auslagert werden, was im Betrieb einiges an Hardware einsparen kann, aber neue Abhängigkeiten und Sicherheitsherausforderungen schafft.
  • die Vorbereitung auf den 2D-Code und „Securpharm“, was durch intelligente, zudem extrem stabile und sichere Soft- bzw. Hardware zum Leben erweckt werden muss.

Ein neues Computersystem sollte zu all diesen Zukunftsthemen Lösungen anbieten oder zumindest perspektivisch darauf vorbereitet sein, ohne dass allzu große Zusatzinvestitionen nötig werden. Und achten Sie auf das Thema Sicherheit! Wie sind Sie gegen Hacker und Schadprogramme geschützt, und wie müssen Sie Ihr Verhalten ausrichten? Wie werden die an das Internet angebundenen Systembereiche (prinzipiell angriffsanfällig) und Ihre Betriebsdaten voneinander ab-geschottet? Wer einen Internet-Shop betreibt, sollte hier besonders gründlich hinsehen. Aber auch sonst stellt sich die Frage, ob man nicht einen (komplett unabhängigen!) Internet-Rechner aufstellt, auf dem die Mitarbeiter frei surfen, recherchieren und vielleicht auch mal in den Pausen spielen und privat kommunizieren können.

Kosten und Verträge

Am Ende geht es immer um das Gleiche – um das liebe Geld.

Grundsätzlich handelt es sich bei Computern um schnell alternde Systeme mit einem hohen Wertverlust und einem eher kurzen „Lebenszyklus“. Das gilt umso mehr, falls man stets technisch an der Spitze der Entwicklung stehen möchte. Dann ist ein laufender und beträchtlicher Investitions-bedarf garantiert. Wem aber die Standardfunktionen genügen, kann auch noch locker in fünf oder sechs Jahren mit einem heute aktuellen System glücklich werden. Nach diesem persönlichen Zeithorizont richten sich die Investitionsentscheidungen:

  • „Rundum-Sorglos-Pakete“ in Form von Leasing, Miete oder Mietkauf plus Komplettwartungsvertrag laufen typischerweise über vier oder fünf Jahre und decken das Thema EDV weitestgehend ab, wenngleich in aller Regel diese Lösung nicht gerade billig ist. Die hohen Wertverluste der Technik müssen sich irgendwo widerspiegeln. Allerdings muss man hier genau hinschauen, was „Komplettpaket“ wirklich bedeutet, wo doch Lücken sind und möglicherweise Zusatzkosten anfallen.
  • Wer langfristig plant (im Rahmen dessen, was man in der EDV-Technik als langfristig bezeichnen kann) und nicht immer das Allerneueste braucht, kann eher über einen Kauf nachdenken. Dann kommt es darauf an, einen möglichst guten Gesamtpreis zu verhandeln, wobei Wartungs- und Softwarepflegekosten trotzdem immer noch dazu kommen. Und für das eingesetzte Kapital sind ebenfalls Kapitalkosten (Abschreibung und Zinsen) anzusetzen. Die Summe aus beidem ist dann den Belastungen beim Modell „Leasing / Miete“ gegenüberzustellen.

Viele Kosten finden sich teilweise gut versteckt bzw. in Kleinbeträge „verhackstückt“. Ein beliebtes Spiel ist es, für jede selbst geringwertige Einzelkomponente separat Monatsgebühren zu erheben. Ein weiterer Drucker, ein zusätzlicher Scanner – diese spiegeln sich dann in auf den ersten Blick niedrigen Monatsbeträgen wider. Einmal nachgerechnet, könnten Sie das Gerät für oftmals nur 12 bis 18 Monatsbeträge auch kaufen und einstöpseln (lassen) …

Viel wichtiger können aber andere Vertragsfallen werden. Dabei dreht sich das Meiste um die Laufzeiten, gerne auf fünf Jahre festgeschrieben. Ein vorzeitiger Ausstieg ist vielfach sehr schwer bzw. teuer (Ablösen des Vertrages je nach Restlaufzeit). Die oft zu beobachtende Hartleibigkeit der Anbieter erklärt sich u. a. aus dem hohen Wertverlust von EDV-Anlagen – was ist ein zwei oder drei Jahre altes System noch wert?

Checkliste (Kurzform) zur EDV-Auswahl

Dimensionierung und Hardware des neuen Systems

nach Kundenzahl typisch / maximal / Spitzenlasten pro Stunde und Mitarbeiterzahl

  • Sinnvolle Zahl der HV-Kassen: _______ Diskretionsabstand (2 m) gewahrt? Faustregel: um 100 Kunden je Kasse und Tag.
  • Anzahl weiterer EDV-Arbeitsplätze: ____, wo: ____________... davon „stand alone“ ohne Systemanbindung (z. B. „Internet-Surfplatz“): ____
  • Integration mobiler „Tablets“ + Smartphones: □ ja □ nein Anmerkungen: ______

Umriss der Hardwareausstattung:

  • Rechner-/Netzwerkarchitektur, unterbrechungsfreie Stromversorgung, Art und Leistung der Internetanbindung, Frage der Speichermedien / Backup-Thematik, Auslagerung in die „Cloud“ …
  • Peripherie: Anzahl und Typ der Drucker, Fax-/Scanner-Kombinationen, Rezeptscanner etc.
  • Kann eigene Hardware verwendet / integriert werden? □ ja □ nein  Anmerkungen: ______________________

Software

  • Modernität der Apotheken-Software? ____________ (Letztlich alter Softwarekern, der immer wieder „aufgehübscht“ wurde, oder moderne Programmarchitektur?)
  • Umfang des angebotenen Softwarepakets (oder ggf. zusätzlich zu welchen Kosten erwerbbar, sprich Programm-Module vom Kassenprogramm bis zur speziellen Altenheim-/Blistersoftware): ______________________
  • Datenbanken und Nachschlagewerke (von ABDA-Datenbank bis Homöopathieprogramm, enthalten bzw. zu welchen Kosten erwerbbar): ____________
  • Sonstige Zusatzprogramme: (von Office-Paket bis Design­programm, enthalten bzw. zu welchen Kosten erwerbbar): ____________
  • Bedienkonzepte: Anlehnung an Microsoft Office / Anlehnung an ____________? Touchscreen: □ ja □ nein  Anmerkungen: ______________________
  • Bedienerwechsel und Anmeldeprozedur (Passwort, kontaktlos / Chip, Fingerprint / biometrisch …): _____________________________________________________________
  • Software-Funktionalität (Liste zum Abprüfen nach eigenen Anforderungen aufstellen, von einfachen Sortierfunktionen bis zum Controlling): _____________________

Sicherheit

  • Datensicherung / Schutzkonzept vor Schadsoftware / Trennung von Internet – Betriebsdaten – eigenen Software-Installationen?
  • Krisenszenario Systemcrash, Vandalismus, Brand?

Online-Welt und Zukunftsthemen

  • Cloud-Computing (Daten / Software können ausgelagert werden): □ ja □ nein
  • Unterstützung elektronische Preisauszeichnung ESL - Electronic Shelf Labeling: □ ja □ nein
  • Unterstützung Bildschirm-Sichtwahl, Touchscreens für die Kunden: □ ja □ nein
  • „Patientenorientierte Pharmazie“, Medikations-Management, Gesundheitsmanagement etc.: Welche Angebote gibt es: _________________
  • 2D-Code, Securpharm, Auswertefunktionen dazu (z. B. Verknüpfung Seriennummer / Chargennummer mit Patient und ggf. Rückruf-Möglichkeit etc.): □ ja □ nein
  • Zukunftsthema „papierloses Büro“ + elektron. Dokumenten­management: □ ja □ nein
  • ... „intelligent“ (mit Schrifterkennung, Informationsgewinnung und Datenauswertung): □ ja □ nein
  • ... „dumm“ (nur scannen und archivieren): □ ja □ nein

Service und Zusatzleistungen

  • Service allgemein, Reaktionszeiten, Qualität + Kompetenz der Hotline, Fernwartung, Schulungen, Anwendergruppen etc.: ________________________

Kosten und Verträge

… ein unerschöpfliches und komplexes Thema! Siehe ggf. ausführliche Checkliste des Autors.

  • Modell: Kauf / Leasing / Miete / Mietkauf? _________
  • Vertragsdauern + Kündigungsfristen: _________
  • Gesamtkostenbetrachtung der einzelnen Modelle  – über die Vertragslaufzeit: ________________________  – bis zum Ende der sinnvollen Nutzungszeit: _____________
  • Spätere Systemerweiterungen (z. B. zusätzliche Kasse): Bedingungen / Preise / Auswirkungen auf bestehenden Vertrag / jeweils neue Verträge?
  • Haftungs-, Versicherungsfragen:– im Falle von durch die EDV / Software verursachten Schäden  (z. B. hohe Retaxation durch Softwarefehler): ___________– ist ein Versicherungsschutz für die Anlage gegeben?   Tritt gegenüber der Versicherung ggf. eine Gefahrerhöhung ein? (Dies ist typischerweise Sache des Apothekenleiters)?

Meine „Computer-Probefahrt“ – Test des Systems:

Diese Funktionen (typischerweise mit hoher Priorität) sollen ausprobiert werden:

Wie gelöst im Programm?

__________________________ □ gut □ ok □ schlecht

__________________________ □ gut □ ok □ schlecht

__________________________ □ gut □ ok □ schlecht

… …

Hinweise zur Gestaltung der „Computer-Probefahrt“:

  • Nutzen Sie die Hinweise Ihrer Mitarbeiter, beziehen Sie diese am besten stets mit ein!
  • Gehen Sie im Geiste einen typischen Arbeitstag durch: Welche Funktionen müssen in jedem Falle „flutschen“? Denken Sie auch an das „Backoffice“, in welchem Sie typischerweise weniger tätig sind!
  • An welchen Stellen hakt Ihre jetzige Software?
  • Welche praktisch vorkommenden Situationen sind nur sehr umständlich zu lösen - und sollten künftig besser handhabbar sein?
  • Was kann Ihr jetziges System gar nicht - sollte es aber künftig können?
  • Denken Sie auch an Verwaltungsfunktionen, Kundendatenpflege, Rechnungen erstellen etc.

Dennoch lohnt es sich, hier – geschickterweise am Ende der Verhandlungen, wenn der Vertragsabschluss greifbar nahe ist – nachzuhaken und über Sonderkündigungsrechte oder kalkulierbare, fest vereinbarte „Ablösen“ zu reden. Das gilt insbesondere für „unsichere“ Filialen oder gegen Ende des Berufslebens. Lange, teure Verträge können da zum Mühlstein werden und sogar einen Verkauf empfindlich erschweren bzw. eine Schließung erheblich verteuern. So wie es überhaupt eine clevere Strategie ist, am Ende der Verhandlungen z. B. noch ein Zusatzmodul mit hineinzuverhandeln, denn daran wird es das Gegenüber nicht scheitern lassen wollen.

Schauen Sie grundsätzlich auf das reguläre Vertragsende. Wie geht es danach weiter? Verlängert sich der Vertrag automatisch und wie lange? Wann müssen Sie gegebenenfalls spätestens kündigen? Hier hat so Mancher schon viel „Lehrgeld“ bezahlt.

Sprechen Sie zudem das unangenehme Thema „Haftung“ an. Wer zahlt, wenn Sie eine hohe Retaxation bekommen, weil die Software vonseiten des Anbieters nicht aktuell oder gar fehlerhaft war? Oder wenn das System sonstige Schäden verursacht?

Manchmal möchte man, aus Enttäuschung oder nach unangenehmen Vorfällen, einfach nur noch um fast jeden Preis wechseln. Konkurrenzanbieter machen sich das zunutze und „kaufen“ einen heraus. Nur: Damit gehen Sie wieder neue Bindungen ein, die Sie in dieser Situation oft nicht so genau studieren – und kommen womöglich vom Regen in die Traufe!

Was zählt am Ende? Neben dem Preis sind es sicher mindestens gleichberechtigt Vertrauen, die persönliche Betreuung, das gute Gefühl – und schlicht die objektive Leistung, die Ihnen etwas wert sein sollte. Dazu ist der Computer heute einfach zu wichtig geworden. |

Autor

Apotheker Dr. Reinhard Herzog

72076 Tübingen

E-Mail: Heilpharm.andmore@t-online.de

Zusatzangebot Checkliste: Eine ausführliche Checkliste zur Systemauswahl können Sie gerne beim Autor per E-Mail anfordern.

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