Arzneimittel und Therapie

Mono- versus Sequenztherapie bei Brustkrebs

Überlebensraten unterscheiden sich nicht

Bei Brustkrebspatientinnen unterscheidet sich nach einer Exemestan-Monotherapie im Vergleich zu einer Tamoxifen/Exemestan-Sequenztherapie nach zehn Jahren nicht das krankheitsfreie Überleben. Somit stehen gleichwertige Alternativen zur Verfügung, die eine individualisierte Behandlung ermöglichen.

Bei einer frühen postmenopausalen, Hormonrezeptor-positiven Brustkrebserkrankung erfolgt in der Regel nach Operation, Bestrahlung und gegebenenfalls Chemotherapie eine mehrjährige antihormonelle Behandlung. Dazu werden Tamoxifen und/oder Aromatasehemmer eingesetzt. Welchem Vorgehen dabei der Vorzug zu geben ist, wird in mehreren langjährigen Studien untersucht. In einer multizentrischen, randomisierten, open-label Phase-III-Studie (TEAM-Studie, Tamoxifen Exemestane Adjuvant Multinational Trial) wurden die Ergebnisse zweier unterschiedlicher Schemata untersucht: die fünfjährige Sequenztherapie (zwei bis drei Jahre Tamoxifen, gefolgt von Exemestan) im Vergleich mit einer fünfjährigen Exemestan-Monotherapie. Nun liegt ein Update dieser Studie vor. Von ursprünglich rund 10.000 Patientinnen konnten nach knapp zehn Jahren die Daten von 6120 Frauen ausgewertet werden. Das krankheitsfreie Überleben lag in beiden Gruppen bei 67%. Das Wiederauftreten der Tumorerkrankung war unter Monotherapie etwas geringer als in der Sequenz-Gruppe (20% vs. 22%), während die Rate nicht-tumorbedingter Todesfälle in der Monotherapie-Gruppe etwas höher lag als in der Sequenz-Gruppe (12% vs. 10%).

Neue Strategien

Um die endokrine Therapie des Mammakarzinoms zu verbessern, werden derzeit zwei neue Strategien geprüft:

  • eine verlängerte antihormonelle Behandlung (bis zu zehn Jahren) und
  • die Kombination antihormoneller Therapeutika mit Wirkstoffen, die einer möglichen Resistenzentwicklung entgegenwirken. In Studien werden derzeit Everolimus und CDK 4-6-Inhibitoren jeweils in Kombination mit einer endokrinen Therapie untersucht.

Welche Schlüsse können gezogen werden? Die Wahl der Therapieschemata hatte keine Auswirkungen auf das Gesamtüberleben, wohl aber auf die Toxizität und das Rückfallrisiko. Im Hinblick auf die Toxizität ist der Sequenztherapie der Vorzug zu geben, im Hinblick auf das Rückfall­risiko der Monotherapie. Arzt und Patientin können bei einem sehr ähnlich zu erwartenden Langzeit­ergebnis Komorbiditäten, persönliche Präferenzen, Wirksamkeit und Toxizität individuell abwägen. |

Quelle

Derks M et al. Adjuvant tamoxifen and exemestane in women with postmenopausal early breast cancer (TEAM). Lancet Oncol online 18. Juli 2017, http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30419-9

Martin M. Tuning up adjuvant endocrone therapy: the TEAM trial. Lancet Oncol online 18. Juli 2017, http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30462-X

Apothekerin Dr. Petra Jungmayr

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