Komplementäre Therapien

Das Qi zwischen Yin und Yang

Zu Besuch in der TCM-Klinik Bad Kötzting

Foto: DAZ/diz
Von Peter Ditzel | Bad Kötzting, eine rund 8000 Einwohner zählende Kleinstadt in der Oberpfalz (Ostbayern), ist Luftkurort, Erholungsort, Kneippkurort. Weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus ist der Ort jedoch wegen einer dort ansässigen Klinik bekannt, der ersten deutschen Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Deutsche und chinesische Ärzte arbeiten hier Hand in Hand und verbinden psychosomatische und ­traditionelle chinesische Behandlungsmethoden. Wir besuchten die Klinik und sprachen mit dem ärztlichen Direktor der TCM-Klinik, Dr. med. Stefan Hager.

Zwei chinesische Löwen aus Stein umrahmen den Treppenaufgang zur Klinik. Ein Messingschild mit der Aufschrift „TCM Klinik Bad Kötzting – Universitätsklinik der TCM-Universität Peking“ weist darauf hin, dass man vor Deutschlands erster Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin steht, eine Einrichtung, die zwar in privater deutscher Hand ist, aber eng mit der Universität Peking zusammenarbeitet. Der ­stattliche Bau liegt zwischen Innenstadt und Kurpark des oberpfälzischen Örtchens und ist ausgelegt für 70 Betten.

Die TCM-Klinik in Bad Kötzting befindet sich in privater Hand der Unternehmerfamilie Staudinger, Geschäftsführer ist Anton Staudinger. Sein Vater hatte das Haus von der Stadt erworben, er wollte ursprünglich ein Zentrum für Kneipp-Anwendungen einrichten. Als er jedoch auf einer China-Reise erkrankt und sehr gute Erfahrungen mit der chinesischen Medizin macht, faszinieren ihn diese Heilmethoden, er nimmt sich vor, seine Klinik zu einem Ort der chinesischen Medizin auszubauen. Mit seinen Kontakten und den behördlichen Genehmigungen gelingt es ihm, chinesische Ärzte nach Bad Kötzting zu holen und ein Zentrum der chinesischen Medizin zu etablieren, an dem auch wissenschaftliche Forschung betrieben wird.

Die TCM-Klinik Bad Kötzting ist ein zugelassenes Krankenhaus mit Versorgungsvertrag. Ein Patient weist sich also nicht selbst ein, sondern wird von einem Arzt an die Klinik überwiesen. Der Arzt muss demnach davon überzeugt sein, dass die TCM im Einzelfall Hilfe verspricht und eine stationäre Behandlung notwendig ist. Ist auch die Klinik davon überzeugt, dass beim einzelnen Beschwerdebild eine stationäre Behandlung notwendig ist, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten des Aufenthalts und der Behandlungen.

Foto: DAZ/diz

Die Chefärzte Dr. Volker Fischer (li.), Psychiater und Neurologe, und Dr. Stefan Hager, ärztlicher Direktor der Klinik.

Von der Zungendiagnose bis zu Qigong

Eine freundliche Mitarbeiterin empfängt die Patienten an der Rezeption im Eingangsbereich. Nur wenige Attribute vermitteln chinesisches Ambiente: An den Wänden des ­Fo­yers finden sich einige Wandbehänge mit chinesischen Schriftzeichen, auf einigen Glastüren sind ein chine­sisches Schriftzeichen angebracht, das „gesundes langes Leben“ ­bedeutet. Rund 20 Ärzte, westliche und chinesische Ärzte sowie Psychotherapeuten, arbeiten in dieser Klinik.

Der ärztliche Direktor der Klinik, Dr. Stefan Hager, führt durch die Klinik: lange Flure, rechts und links Türen, hinter denen wohnlich eingerichtete Zimmer liegen, durchweg nur als Einbett- oder Zweibettzimmer ausgestaltet. Im ersten Stock befinden sich die Räume für die Patienten-Sprechstunden, Konferenzzimmer für die Ärzte und mehrere Räume, in denen die verschiedenen physiotherapeutischen Behandlungen der chinesischen Medizin vorgenommen werden. Abgesehen von kleinen Sitzecken auf den Fluren und Verbindungsgängen, die mit ein paar chinesischen Accessoires und Schriftzeichen dekoriert sind, weist auch hier nur wenig auf die Nähe zur chinesischen Medizin hin. Das ändert sich, sobald man die einzelnen Behandlungsräume betritt. Hier werden von chinesischen Ärzten und Assistenten die für die TCM typischen Verfahren wie z. B. Akupunktur, Moxibustion, Tuina-Massagen angewandt. Im obersten Stockwerk der Klinik befindet sich ein großer Saal, in dem sich die Patienten zur Qigong-Therapie einfinden.

Im Untergeschoss mit Zugang in den Garten liegt der hotelähnliche Speisesaal, in dem die zwei- bis dreigängigen Mahlzeiten eingenommen werden. Ob hier die chinesische Küche dominiert? „Keine Sorge“, schmunzelt Dr. Hager, „die Küche orientiert sich an einer gesunden regionalen Vollwert-Küche – nur ab und an steht auch mal ein chinesisches Gericht wie Peking-Ente auf dem Speiseplan.“

Was sich auch im Untergeschoss findet: die „Kräuterapotheke“ der Klinik, die aus einem Lagerraum für die chinesischen Drogen besteht und einem Arbeitsraum, einer Drogenküche, in dem die Dekokte hergestellt werden. Doch dazu später mehr.

Puls- und Zungendiagnostik

  • Pulsdiagnostik: Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt wesentlich mehr Pulse als die westliche Medizin. Es gibt 28 verschiedene Pulse, die an drei Stellen und in drei Tiefen an den beiden Handgelenken getastet werden können. Die verschiedenen Pulspositionen werden unterschiedlichen Organen zugeordnet. Sie unterscheiden sich unter anderem in schnell/langsam, oberflächlich/tief sowie nach Länge und Form der Pulswelle.
  • Zungendiagnostik: Die Zungendiagnostik, also das Lesen und Bewerten der Zungenveränderungen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Diagnostik in der TCM. Zur Bewertung der Zunge werden Oberfläche, Größe, Form, Spannkraft und Beweglichkeit sowie die Unterseite, hier besonders die Venen, herangezogen. Die Zunge wird als Träger von Reflexzonen für den gesamten Körper herangezogen.

Chinesische und westliche Medizin – Hand in Hand

Die meisten Patienten, so Dr. Hager, die sich an die TCM-Klinik wenden, leiden an Erkrankungen des Stütz- und ­Bewegungsapparates, an Rückenschmerzen und an chronischen Schmerzen wie Kopfschmerzen, Migräne und Fibromyalgie. „Wir haben sehr viele Patienten, die erschöpft und ausgelaugt sind, beispielsweise durch berufliche oder private Umstände, woraus körperliche Probleme, Verspannungen resultieren. Vereinzelt haben wir auch Patienten mit Hauterkrankungen, sie leiden zum Beispiel an Neurodermitis, ­Ekzemen oder Psoriasis. Hier kann die TCM sehr gute Heilungserfolge erzielen, ebenso bei zahlreichen gastrointestinalen Erkrankungen wie Reizdarm, bei chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.“ Gute Therapieerfolge durch die TCM-Behandlung sieht Dr. Hager zudem bei Patienten mit leichten Depressionen und dem Burn-out-Syndrom.

Der Altersdurchschnitt der Patienten an der TCM-Klinik liegt bei etwa 50 Jahren, die Patienten sind zu etwa 70 Prozent Frauen. „Das mag daran liegen, dass Frauen eher bereit sind, andere Therapieformen auszuprobieren“, vermutet Dr. Hager.

Akupunktur, Qigong und Tuina gehören – neben der chinesischen Arzneitherapie – zu den Therapiesäulen der chinesischen Medizin. Das Zusammenspiel dieser Maßnahmen sowie eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils tragen zum Therapieerfolg entscheidend bei.

In der Klinik arbeiten westliche und chinesische Mediziner Hand in Hand: für die psychosomatische Ausrichtung die Chefärzte Dr. Stefan Hager und Dr. Volker Fischer, Neurologe und Psychiater, für die chinesische Medizin ein Stab von chinesischen Ärzten mit ihrem Leiter Dr. Dai, Professor für chinesische Heilkräutertherapie. Er hat zudem die Qualifikationen für Nephrologie und Diabetologie. In seinem Team arbeiten außerdem Ärzte, die sich auf Tuina und auf Akupunktur spezialisiert haben.

Bei der Aufnahme in die TCM-Klinik wird zunächst eine Eingangsuntersuchung durchgeführt, bei der, wie in anderen Kliniken auch, alle wesentlichen Körper- und Blutparameter bestimmt werden. Anschließend wird der Patient ­einem chinesischen Arzt vorgestellt, der eine Puls- und ­Zungendiagnostik durchführt und das Beschwerdebild erfragt. Schließlich folgt die Sprechstunde beim Psychologen, der den Patienten zum allgemeinen Befinden, zum Gemütszustand befragt. Wie Dr. Hager weiter erläutert, werden dann in der ärztlichen Konferenz, an der chinesische Ärzte und Ärzte der westlichen Medizin teilnehmen, die diagnostischen Befunde erörtert, die therapeutischen Maßnahmen festgelegt und ein individueller Therapieplan für den Patienten zusammengestellt, der in den täglichen Visiten angepasst werden kann.

Aus dem Therapieangebot der TCM-Klinik

Neben der traditionellen chinesischen Arzneimitteltherapie bietet die TCM-Klinik Bad Kötzting u. a. noch folgende Behandlungen an:

  • Akupunktur und Moxibustion: Bei der Akupunktur werden mit feinen Nadeln bestimmte Punkte, die nach chinesischer Vorstellung auf sogenannten Meridianen liegen – Energieleitbahnen, die den ganzen Körper in unterschiedlichen Schichten netzförmig durchlaufen – in differenzierter Weise und Kombination gestochen, um Krankheitszustände positiv zu beeinflussen. Menschen, die das Stechen mit Nadeln nicht vertragen, werden mit der Laserakupunktur behandelt. Die Moxibustion ist eine Sonderform der Akupunktur. Hier werden gepresste Kräuter auf die Nadeln aufgesteckt und abgebrannt.
  • Tuina-Massage: Die Tuina-Massage ist eine manuelle Therapie mit Elementen der Bindegewebsmassage, der Reflexzonenmassage, der Akupressur, der Periost-Massage sowie der Chirotherapie und der Osteopathie. Die Tuina-Ärzte orientieren sich dabei ebenfalls an den Energieleitbahnen des Körpers.
  • Qigong: Hierunter versteht man eine bestimmte konzentrativ-meditative Atem- und Bewegungstherapie im Sinne einer Körperwahrnehmung und Bewegungserfahrung. Sie stellt eine kombinierte Entspannungs- und Bewegungstherapie dar, die vor allem im Sinne der Krankheitsprävention angewandt wird und eine gewisse Ähnlichkeit bezüglich ihrer Wirkung zu den westlichen Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation) hat.

„Die chinesische Medizin geht von Beschwerdebildern aus“, erklärt Dr. Hager, „den Syndrommustern. Diese Beschwerdebilder korrelieren allerdings nicht mit einer Diagnose der westlichen Schulmedizin. Stress verursacht bei einem Menschen beispielsweise gastrointestinale Beschwerden, bei ­einem anderen Menschen Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen. Kopfschmerzen können beispielsweise sieben Beschwerdebildern zugeordnet werden. Die TCM erfasst den Menschen ganzheitlich“, erklärt Dr. Hager das Wesen dieser Therapierichtung. „Die Diagnostik schaut sich alle vegetativen Symptome an wie Verdauung, Schlaf, Schweiß, die ­gesamte Energetik des Menschen, die über Puls und Zunge diagnostiziert werden.“ Ein Beispiel: „Eine Diagnose der chinesischen Medizin lautet beispielsweise Leber- und Nieren-Qi-Schwäche mit Schleim und Nässe – klingt mittelalterlich, aber man könnte solche Diagnosen auch mit Worten der westlichen Schulmedizin ausdrücken“. Im Prinzip lässt sich die chinesische Ausdrucksweise als eine Art Codierung verstehen, die sich ins heutige medizinische Vokabular übersetzen ließe.

Fotos: TCM-Klinik; DAZ/diz

Eine zentrale Komponente der TCM ist die Arzneitherapie. Aus über 350 Drogen wird für jeden Patienten individuell eine Kräutermischung mit zehn oder mehr Drogen zusammengestellt und mit heißem Wasser ausgezogen (Dekokt). Anwendung: morgens und abends jeweils 150 bis 200 ml trinken.

Die Kräutertherapie

Die chinesische Arzneimitteltherapie gehört zu den ältesten und wichtigsten Maßnahmen der TCM.

75 Prozent aller Chinesen, die mit TCM behandelt werden, erhalten eine Kräutertherapie. Auch an der TCM-Klinik in Bad Kötzting bildet die Kräutertherapie den Schwerpunkt. Basis ist die Stärkung des Immunsystems mithilfe von Arzneikräuter-Auszügen, den Dekokten. Die eingesetzten Drogen sollen das Immunsystem dabei unterstützen, sich selbst zu helfen.

Angewendet werden überwiegend Arzneipflanzen aus China, daneben auch Mineralien und in seltenen Fällen tierische Bestandteile. Die Drogen werden in der Regel als Dekokt verabreicht, eine konzentrierte Auskochung von etwa zehn bis zwölf Drogen in Wasser. Die Zutaten für die Dekokte werden individuell entsprechend der Diagnostik und des Therapiefortschritts jeweils nach den Visiten an die veränderte körperliche Situation des Patienten angepasst.

„Wir haben etwa 350 Kräuter, aus denen die für die jeweilige Therapie passenden ausgewählt und gemischt werden. Nach Aussage der chinesischen Ärzte kann man damit die am häufigsten auftretenden Krankheiten behandeln“, so Hager. „Diese Ärzte greifen auf ein immenses Wissen über diese Kräuter zurück.“ Auch Dr. Hager, der von seiner ärztlichen Ausbildung vom naturheilkundlichen Zweig herkommt, ­naturheilkundliche Verfahren und klassische Homöopathie gelernt hat, befasst sich mit der chinesischen Heilkräutertherapie und therapiert ebenfalls nach den Methoden der chinesischen Medizin.

Die TCM-Drogenküche

Aromatische Kräuterdämpfe schlagen einem entgegen, wenn man die „Kräuterapotheke“ im Keller des Klinikums betritt: Es ist die „Drogenküche“ des Klinikums. Auf mehreren Gasherden stehen hier Kochtöpfe, in denen die Drogenmischungen in kochendem Wasser ausgezogen werden. Nach dem Abseien und Abkühlen werden sie für jeden Patienten individuell in Flaschen abgefüllt. In der Regel nimmt der Patient jeweils 150 bis 200 ml seines für ihn individuell hergestellten Dekokts morgens und abends zu sich.

Hergestellt werden diese Dekokte von in China ausgebildeten Heilkräuterexperten aus Mischungen von etwa zwölf bis 15 Drogen entsprechend den ärztlichen Verordnungen. Dabei können die Ärzte auf rund 350 chinesische Arzneidrogen zurückgreifen, die in einem Nebenraum der „Kräuterapotheke“ in Metallkästen lagern.

Neben der Arzneitherapie bilden die Akupunktur, die Tuina-Massage, die Qigong-Einzeltherapie und Tai-Chi weitere Therapie-Schwerpunkte. Außerdem wird der Lebensstil des Patienten hinterfragt, der möglicherweise im Zusammenhang mit seiner Erkrankung steht, und überlegt, ob und wie ihn der Patient anpassen und ändern kann.

Darüber hinaus erfahren die Patienten, falls nötig, eine schulmedizinische Betreuung vor dem Hintergrund der westlichen Arzneimitteltherapie. Die Behandlung der Patienten in der TCM-Klinik umfasst für die Patienten in der Regel auch ein psychotherapeutisches Programm mit einer Sitzung pro Woche, in Einzel- oder Gruppengesprächen. Außerdem werden die Patienten mit Maßnahmen der chinesischen Gesundheitsvorsorge vertraut gemacht. Dem Patienten werden beispielsweise die sechs heilenden Laute vermittelt, „dies ist eine Art Vibrationstherapie“, erklärt Dr. Hager. „Die Patienten lernen, durch die Artikulation bestimmter Töne ihre Organfunktionen zu verbessern“.

Zusätzlich erhalten die Patienten Unterricht in Qigong, wo sie bestimmte Bilder wie z. B. „Fliegen wie ein Adler“ durch angedeutete Bewegungen und Atemübungen imitieren. „Es ist eine asiatische Entspannungstechnik, eine Meditation in der sanften Bewegung“, so Dr. Hager, „ein Pendant zum ­autogenen Training“.

Chinesische Arzneidrogen

Patienten der TCM-Klinik erhalten in der Regel ein Entlassungsrezept für ein Dekokt aus einer Mischung von chinesischen Arzneidrogen, um die Kräutertherapie eine Zeitlang fortzusetzen.

Eine Reihe von Apotheken in Deutschland bietet bereits chinesische Arzneidrogen an. Apotheken, die sich nicht mit chinesischen Drogen bevorratet haben, können bei der TCM-Klinik nach Bezugsquellen für die Drogen fragen (z. B. die Firma Sinomed).

Die Drogen kommen mit Prüfzertifikaten in den Handel, aus denen die Identität hervorgeht und der Nachweis, dass sie die Anforderungen hinsichtlich Mikrobiologie und der Belastung mit Schwermetallen, Pestiziden und Aflatoxinen erfüllen.

Chinesische Drogen, die über seriöse Firmen in den Handel gelangen, wurden auf Identität, Reinheit, Qualität und Schadstofffreiheit überprüft.

Und nach dem Klinikaufenthalt …

Der Aufenthalt in der TCM-Klinik dauert in der Regel vier Wochen. Nach der Entlassung aus der Klinik erhält der Patient dann, sofern notwendig, eine Empfehlung zur Fortführung der chinesischen Arzneitherapie. Rezeptiert werden in erster Linie chinesische Kräuter, die der Patient in Apotheken, die darauf spezialisiert sind, beziehen kann. Hieraus kann er sich dann selbst ein Dekokt herstellen. „Wenn er seinen Kräuterauszug selbst herstellt, hat dies einen gewissen psychologischen Effekt“, so Hager. Aber es gibt auch Apotheken, die dem Patienten das fertige Dekokt in Flaschen abgefüllt aushändigen oder ein Granulat, das sich vor allem zur Einnahme am Arbeitsplatz gut eignet.

Foto: DAZ/diz

An der TCM-Klinik in Bad Kötzting werden psychosomatische und chinesische Behandlungsmethoden angewandt.

Wirklich ganzheitlich

Letztlich arbeiten alle Fachrichtungen gemeinsam daran, das Präventionswissen der Schulmedizin und der chinesischen Medizin zum Wohl des Patienten zusammenzuführen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient aufgrund dieses Konzepts seinen Lebensstil ändert, wird dadurch erhöht“, ist Dr. Hager überzeugt. „In den letzten drei, vier Jahren haben wir diese Ausrichtung an unserer Klinik verstärkt. Wir möchten, dass der Patient möglichst viel für sich selbst tut: mehr Bewegung, bessere und gesündere Ernährung und regelmäßig Entspannungsübungen.“

Vorteilhaft sei, so stellt er heraus, dass die Patienten auch psychotherapeutisch aufgefangen werden: „Ihre akuten ­Belastungen in der beruflichen oder privaten Beziehung, finanzielle Probleme, ihre Lebenssituation, all das können die Patienten mit einem Psychologen besprechen und so an einer Verbesserung ihrer psychischen Situation arbeiten. Durch die eingeführte psychosomatische Komponente können wir den Patienten wirklich ganzheitlich sehen“, ist Hager überzeugt. |

Autor

Peter Ditzel ist Herausgeber der DAZ – Deutsche Apotheker Zeitung

Foto: DAZ/diz
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An der TCM-Klinik in Bad Kötzting werden psychosomatische und chinesische Behandlungsmethoden angewandt.

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