Wirtschaft

Mehr Umsatz, aber ...

Merck im 1. Quartal mit weniger Gewinn

BERLIN (dpa/ks) | Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck stieg der Umsatz im ersten Quartal – getrieben vom starken Dollar – im Jahresvergleich um knapp 16 Prozent auf 3,04 Milliarden Euro. Der Gewinn im laufenden Geschäft konnte da allerdings nicht mithalten: Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebitda) wuchs lediglich um knapp sechs Prozent auf 853 Millionen Euro.

Der Konzern steckt derzeit viel Geld in die Forschung im Bereich der Immunonkologie. Wie das Unternehmen erklärt, wirkten auch höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb und der Wegfall von Lizenzerlösen negativ auf das Ergebnis. Unterm Strich schrumpfte es um mehr als 13 Prozent auf 282 Millionen Euro. Merck steht mit der geplanten Übernahme des Laborausrüsters Sigma Aldrich vor dem größten Zukauf seiner Geschichte. Die Finanzierungskosten im Vorfeld der Akquisition habe das Konzernergebnis stark belastet, so der Konzern. Mitte 2015 soll der 17 Milliarden Euro schwere Zukauf über die Bühne gehen.

Insgesamt gibt sich Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Merck-Geschäftsleitung, zufrieden und optimistisch: „Wir freuen uns, dass alle drei Unternehmensbereiche trotz eines herausfordernden Umfelds gewachsen sind. Auch für das Gesamtjahr 2015 rechnen wir unverändert mit einem leichten organischen Umsatzwachstum.“

Der Unternehmensbereich Healthcare ist weiterhin der größte neben den Bereichen Life Science und Performance Materials. Er erzielte im ersten Quartal 2015 ein Umsatzwachstum von 0,3 Prozent. Unter Berücksichtigung positiver Währungseffekte stiegen die Umsatzerlöse insgesamt auf 1,7 Milliarden Euro (Q1 2014: 1,6 Mrd. Euro). Zum organischen Wachstum trugen laut Merck vor allem die Medikamente zur Behandlung von Diabetes (Glucophage), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Concor), Unfruchtbarkeit sowie die Marke Neurobion des Geschäfts Consumer Health bei. Sie sorgten für einen Ausgleich zum starken Umsatzrückgang beim MS-Medikament Rebif, das starkem Wettbewerbsdruck durch oral zu verabreichende Medikamente ausgesetzt ist. Kley kündigte weitere Forschung an: „Wir werden 2015 in erheblichem Maß in die Immunonkologie investieren und gemeinsam mit Pfizer auf diesem noch jungen Forschungsgebiet eine starke Position aufbauen. Avelumab zur Behandlung von nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ist vor kurzer Zeit in die klinische Phase III gegangen. Bis zu fünf weitere zulassungsrelevante Studien sollen dieses Jahr starten, u. a. für Magenkrebs und Blasenkrebs.“ |

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