Geschäftsjahr 2015

Merck mit Rekordzahlen

Berlin - 08.03.2016, 12:25 Uhr

Merck hat sich im letzten Jahr eine neue Optik gegeben - und hat auch sonst einen erfolgreichen Wandel vollzogen. (Bild: Merck)

Merck hat sich im letzten Jahr eine neue Optik gegeben - und hat auch sonst einen erfolgreichen Wandel vollzogen. (Bild: Merck)


Vor dem Wechsel an der Spitze hat der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck Rekordzahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg 2015 um 13 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Gründe waren unter anderem Zukäufe und günstige Währungseffekte.

Merck hat im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem von Zuwächsen im Laborgeschäft und in seiner Spezialchemiesparte profitiert. Nun freut sich das Unternehmen: „Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen liegen so hoch wie noch nie in der beinahe 350-jährigen Geschichte von Merck“, heißt es in einer Pressemeldung des Unternehmens.

Sigma-Aldrich-Übernahme zieht...

Dazu haben nicht zuletzt zwei Zukäufe beigetragen: AZ Electronic Materials und vor allem die milliardenschwere Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich. Die im November 2015 vollzogene Übernahme von Sigma-Aldrich für 13,1 Milliarden Euro ist für Merck die größte in der Firmengeschichte. Merck sei dadurch „zu einem der größten Life-Science-Anbieter der Welt aufgestiegen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley. Der Markt wird weltweit auf 130 Milliarden US-Dollar geschätzt. Life-Science sind Geschäfte rund um Gesundheit, Pflanzenschutz und Saatgut sowie Biotechnologie.

... wirkt sich aber auf Gewinn aus

Aber auch das bestehende Geschäft sowie positive Währungseffekte trieben das Wachstum. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag bei 3,63 Milliarden Euro – ein Anstieg um 7,1 Prozent. Der Gewinn ging indes um 3,7 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro zurück. Das lag vor allem an Einmalaufwendungen für den Sigma-Aldrich-Zukauf.

Rebif muss Federn lassen

In Mercks größter Sparte, dem Pharmageschäft, stiegen die Erlöse leicht, der bereinigte operative Gewinn blieb stabil. Zwar gingen die Erlöse des umsatzstärksten Medikaments, dem Multiple-Sklerose-Mittel Rebif, aufgrund der Konkurrenz einfacher, nämlich oral zu verabreichender Mittel zurück. Positive Währungseffekte glichen dies aber aus. Ähnlich verhielt es sich beim Krebsmedikament Erbitux.  

Beim Geschäft mit Laboranalysegeräten und Chemikalien (Performance Materials) standen hingegen alle Zeichen auf grün: Die jüngste Übernahme, das bestehende Geschäft sowie positive Wechselkurseffekte führten zu einem Umsatzanstieg von 24 Prozent. Positive Währungseffekte halfen auch in der Spezialchemiesparte, in der Merck das Geschäft mit Pigmenten und Flüssigkristallen bündelt.

Ausblick: zweistellige Zuwächse

Für 2016 rechnet Merck mit weiterem Wachstum. Der Umsatz werde im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen, hieß es. Der operative Gewinn vor Sonderposten (bereinigtes Ebitda) soll ebenfalls in dieser Größenordnung zulegen. In der Pharmasparte wird spannend sein, wie sehr die Erlöse der wichtigen Umsatzträger zurückgehen. Merck arbeitet an Neuentwicklungen, allen voran in der Krebsimmuntherapie. Sie sind aber noch nicht zugelassen. 2016 will Merck in der Pharmasparte zusätzlich 250 Millionen Euro in die Forschung investieren.

 Wechsel an der Spitze naht

Für den langjährigen Merck-Chef Kley war es die letzte Bilanz-Vorlage. Bei der Hauptversammlung am 29. April soll sein Vize Stefan Oschmann (58) neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO der Merck KGaA werden. Kley (64) geht in den Ruhestand. Oschmann war 2011 nach Darmstadt gekommen – vom US-Namensvetter und Konkurrenten Merck & Co. Dieses Unternehmen firmiert weltweit außer in den USA und Kanada als MSD.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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