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Rheuma gezielter therapieren

Berliner Wissenschaftler haben ein neues Testverfahren für Patienten mit rheumatoider Arthritis entwickelt. Damit ist es möglich, vorherzusagen, ob eine Behandlung mit anti-Tumor-Nekrose-Faktor-Antikörpern (anti-TNF), wirksam sein wird.

Menschen mit rheumatoider Arthritis haben zu hohe TNF-Spiegel im Körper. TNF ist unter anderem für die schmerzhaften Entzündungen der Gelenke verantwortlich. Anti TNF-Antikörper neutralisieren den Botenstoff gezielt. Die Therapie wirkt allerdings nur bei Patienten gut, die verstärkt das Gen CD11c bilden, was bei circa 60 Prozent der Betroffenen zutrifft. Das konnte eine Arbeitsgruppe um Dr. Bruno Stuhlmüller von der Berliner Charité zeigen. Die Forscher fanden einen eindeutigen statistischen Zusammenhang zwischen dem zu erwartenden Therapieerfolg und der Stärke des Gens CD11c. In Zukunft wird es also möglich sein, vorab zu testen, ob für Patienten die Therapie mit anti-TNF erfolgreich sein wird. "Bei einer gezielten Therapie bleiben dem Patienten schmerzhafte Nebenwirkungen erspart", erklärt Stuhlmüller. Auch könne man bei einem potenziellen Nichtansprechen gleich andere individuelle Therapien einleiten.

hel

 

Quelle: Stuhlmüller, B., et al.: Clin. Pharmacol. Therap., Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1038/clpt.2009.244

 

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