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Trau, schau, wem

Über 50 Prozent aller in Fachpublikationen veröffentlichten Arzneimittelanzeigen enthalten falsche Werbeversprechungen. Das ist das Ergebnis eines vom Institut für klinische Epidemiologie und Biostatistik Basel (BICE) durchgeführten Studie.

Im Rahmen dieser Studie untersuchten die Autoren die Werbeaussagen für Arzneimittel in den sechs großen schweizerischen Medizinzeitschriften. Bei den Anzeigen handelte es sich solche für Schmerzmittel, Magen-Darm-Therapeutika und Psychopharmaka. Insgesamt nahmen die Wissenschaftler 577 Anzeigen unter die Lupe.

Ergebnis: In lediglich 47 Prozent der Fälle stimmten die in der Anzeige gemachten Werbeaussagen mit den Resultaten der dafür zitierten Studien exakt überein. In allen anderen Fällen gab es teilweise deutliche Abweichungen. So bezogen sich die Werbeaussagen entweder nur auf den Abstract der Studie und informierten damit unzureichend über die Methodik oder es wurden reine Praxisstudien zitiert. Bei mehr als einem Fünftel der Anzeigen war die Werbeaussage eindeutig falsch, aber natürlich so geschickt formuliert, dass die Fehlinformation nur schwer als solche erkennbar war.

Ob die Daten auf Werbeanzeigen in deutschen Fachpublikationen übertragbar sind, kann nicht gesagt werden – es liegt jedoch einigermaßen nahe ... ral

Quelle: Santiago, M. C. et al.: BMC Med. Inform. Decis. Mak.; DOI: 10.1186/1472-6947-8-61.

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