Prisma

Meditation: Fitnesstraining fürs Gehirn

So wie Fitnesstraining die Muskulatur schwellen lässt, scheint regelmäßiges Meditieren bestimmte Regionen der Großhirnrinde zu verstärken. Wie sich dadurch die physische Struktur des Gehirns verändert, untersuchte ein Team um J. Gray von der Yale Universität.

Frühere mithilfe von Elektroenzephalographie (EEG) durchgeführte Studien haben bereits gezeigt, dass häufiges Meditieren Auswirkungen auf die Hirnströme von Probanden hat. 20 Probanden erklärten sich im Rahmen der aktuellen Untersuchung nun bereit, mittels Kernspintomographie Einblick in ihr Gehirn zu gewähren. Sie alle praktizierten bereits seit mehreren Jahren durchschnittlich 40 Minuten täglich die buddhistische "Einsicht-Meditation". Tatsächlich berichten die Wissenschaftler in dem Fachjournal "Neuroreport" von Verdickungen in bestimmten Arealen der Großhirnrinde, die bei den nicht meditierenden Vergleichspersonen nicht festgestellt werden konnten. Diese Verdickungen betrafen vor allem Bereiche, die z.B. an der Verarbeitung von Sinnesreizen und Emotionen beteiligt sind und zumeist in der rechten Hälfte des Gehirns ihren Platz haben. Insbesondere bei älteren Personen waren diese Veränderungen ausgeprägt. Die Forscher hegen deshalb die Hoffnung, dass regelmäßiges Meditieren einem altersabhängigen Dünnerwerden des Cortex entgegenwirkt. az

Quelle: Neuroreport 16 (17), 1893 – 1897 (2005).

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