Prisma

Impfung: Mit Creme oder Shampoo statt mit der Nadel?

Das lästige Spritzen könnte bei mancher Impfung künftig entfallen, so Wissenschaftler von der Stanford University School of Medicine. Wie sie in der Fachzeitschrift Nature Biotechnology berichten, lassen sich bestimmte Impfstoffe auch über die Haut oder die Haare zuführen.

Dies gilt beispielsweise für den Impfstoff gegen Hepatitis B. Im Tierversuch bei Mäusen ließ sich dieser Impfstoff in ausreichender Konzentration über die Haut verabreichen und führte dort erfolgreich zur Antikörper-Produktion. Ein Abreiben der oberen Hautschichten oder deren Entfernung mittels Chemikalien war dazu nicht notwendig. Bislang ging man davon aus, dass der Impfstoff zwar über die Haut verabreicht werden kann, jedoch nur mit Hilfe der genannten Maßnahmen. Wie die Wissenschaftler nun zeigen konnten, dringt die Substanz jedoch gar nicht direkt über die Hautzellen in den Organismus der Mäuse ein, sondern über die dazwischen sitzenden Haar-Follikel. Bei einem Kontrollversuch an Mäusen ohne normale Haar-Bälge gelangte der Wirkstoff nicht ins Körperinnere.

Lassen sich die Ergebnisse aus dem Tierversuch auf den Menschen übertragen, könnten sie als Ansatzpunkt für schmerzlosere, billigere und vor allem sicherere Impfmethoden dienen. Statt per Injektion könnten die Impfstoffe per Hautcreme oder Haarshampoo verabreicht werden. Derartige Impfmethoden wären vor allem für Impfkampagnen in Entwicklungsländern ein großer Vorteil. ral

Quelle: Nature Biotechnology 1999, Vol. 17

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