Modellprojekt in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Auch Berliner Apotheken impfen jetzt gegen Grippe

Berlin - 17.11.2021, 16:30 Uhr

Die Influenza-Impfung ist nun auch in einigen Berliner Apotheken möglich. (b/Foto: IMAGO / Rolf Poss)

Die Influenza-Impfung ist nun auch in einigen Berliner Apotheken möglich. (b/Foto: IMAGO / Rolf Poss)


In Berlin können sich ab sofort Versicherte der Ersatzkassen ab 18 Jahren in elf öffentlichen Apotheken in Charlottenburg-Wilmersdorf gegen Grippe impfen lassen. Darauf haben sich der vdek-Landesverband Berlin/Brandenburg, der Berliner Apotheker-Verein und die Kassenärzte im Rahmen eines regionalen Modellprojekts verständigt. Bereits seit Dienstag wird geimpft.

Einige Regionen in der Republik haben es bereits in der vergangenen Saison vorgemacht – nun ist auch in Berlin ein Modellprojekt zur Grippeschutzimpfung in Apotheken angelaufen. Das gaben der Landesverband der Ersatzkassen (vdek) Berlin/Brandenburg und der Berliner Apotheker-Verein vergangene Woche bekannt. Bereits Anfang September 2021 hatten die beiden Partner eine entsprechende Vereinbarung nach § 132j SGB V geschlossen.

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Beteiligt sind laut Ersatzkassenverband und BAV aktuell elf Apotheken im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Der BAV nennt in seiner Mitteilung allerdings zunächst nur fünf Apotheken, in denen die Impfung bereits möglich ist. Impfen dürfen ausschließlich Apotheker:innen, die eine entsprechende ärztliche Schulung absolviert haben und damit über eine entsprechende Zusatzqualifikation verfügen.

Alle Ersatzkassenversicherten ab 18 dürfen sich impfen lassen

Ihr Angebot richtet sich an alle Versicherten der Ersatzkassen Barmer, DAK, HEK, hkk, KKH und TK, die das 18. Lebensjahr vollendet haben – unabhängig von ihrem eigentlichen Wohnort. Laut einer Sprecherin des vdek-Landesverbands kann sich die Apotheke in Zweifelsfällen ein gültiges, amtliches Ausweisdokument vorlegen lassen, um das Alter zu verifizieren. 

Die Impfung in der Apotheke soll insbesondere Personen ansprechen, die nicht regelmäßig in ärztlicher Behandlung sind, und sich daher bisher nicht von in Berlin niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten haben impfen lassen. Erklärtes Ziel des Projekts ist schließlich, die niedrigen Impfraten gegen Influenza zu erhöhen. Anke Rüdinger, Vorsitzende des BAV, ist zuversichtlich: „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die Durchführung der Grippeschutzimpfung in Vor-Ort-Apotheken zu einer erheblichen Steigerung der Durchimpfungsrate beitragen kann.“

Impfquote mit Luft nach oben

Deutschland hinkt laut Mitteilung der beiden Partner immer noch weit hinter dem von der EU gesetzten Impfquoten-Ziel von 75 Prozent zurück. In Berlin lag die Durchimpfungsrate bei Personen, die 60 Jahre und älter sind, mit knapp 50 Prozent in der Saison 2019/2020 zwar über dem Bundesdurchschnitt von knapp 40 Prozent – aber auch dies ist steigerungsfähig. Zumal die Quote in den ehemals westlichen Stadtbezirken deutlich niedriger als in den ehemals östlichen Bezirken der Stadt.

Das Modellvorhaben ist auf zwei Jahre befristet und wird anhand eines bundesweit einheitlichen, mit dem Robert Koch-Institut abgestimmten Fragenkatalogs evaluiert.


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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