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Im Ausland geimpft oder getestet: Darf die Apotheke Zertifikate ausstellen?

27.08.2021, 07:00 Uhr

Apotheken stellen schon seit geraumer Zeit digitale Zertifikate über COVID-19-Impfungen aus. Geht das auch, wenn die Impfung im Ausland durchgeführt wurde? (s /Foto: IMAGO / Future Image)

Apotheken stellen schon seit geraumer Zeit digitale Zertifikate über COVID-19-Impfungen aus. Geht das auch, wenn die Impfung im Ausland durchgeführt wurde? (s /Foto: IMAGO / Future Image)


Immer wieder schlagen Menschen in der Apotheke auf, die im Ausland gegen COVID-19 geimpft wurden und sich nun ein digitales Zertifikat ausstellen lassen wollen. Dürfen Apotheken das übernehmen? Und wie läuft das eigentlich mit den Genesenenzertifikaten, wenn die PCR nicht in Deutschland durchgeführt wurde?

Apotheken dürfen schon seit geraumer Zeit digitale Zertifikate über COVID-19-Impfungen ausstellen, seit ein paar Tagen sind auch noch die sogenannten Genesenenzertifikate dazugekommen. Die meisten Impfnachweise sowie die Nachweise über eine durchgemachte COVID-19-Infektion stammen aus Deutschland. Was aber, wenn Kund:innen ihre im Ausland durchgeführten Tests und Impfungen digitalisieren lassen wollen? Informationen zu dieser Fragestellung liefert die „Handlungshilfe zur nachträglichen Erstellung der COVID-19-Zertifikate durch Apotheker:innen“ der ABDA, die im Mitgliederbereich der ABDA-Webseite zu finden ist.

EU oder nicht EU – das ist hier die Frage?

Zunächst einmal gilt es zu klären, ob die Impfung oder die PCR in einem EU-Mitgliedstaat durchgeführt wurde. Dann gilt die  Verordnung (EU) 2021/953, die die europaweit harmonisierten Rahmenbedingungen für die Ausstellung von digitalen Impf-, Test- und Genesenenzertifikaten definiert.

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Impfung in einem anderen EU-Mitgliedstaat

Laut ABDA-Handlungshilfe können digitale Impfzertifikate für Personen, die in anderen EU-Mitgliedstaaten geimpft wurden, ausgestellt werden – eine besonders sorgfältige Prüfung der Echtheit der Dokumente und der Plausibilität des Antrags natürlich vorausgesetzt –, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind.

  • Es muss ein vollständiger und authentischer Impfnachweis aus einem anderen EU-Mitgliedstaat vorgelegt werden
  • Antragsteller oder Antragstellerin müssen zu dem in § 1 Abs. 1 CoronaImpfV genannten Personenkreis gehören.

1. Personen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind, 
2. Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland haben,
3. Personen, die nach § 1 Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 bis 5 der Coronavirus-Impfverordnung in der bis zum 6. Juni 2021 geltenden Fassung anspruchsberechtigt waren,
4. in der Bundesrepublik Deutschland Beschäftigte.

§ 1 Abs. 1 CoronaImpfV 


  • Antragsteller oder Antragstellerin müssen glaubhaft machen, dass sie in absehbarer Zeit nicht in denjenigen EU-Mitgliedstaat zurückkehren wird, in dem er/sie geimpft wurde (und daher dort kein Zertifikat erlangen kann).

Achtung: Wenn für Personen, die im Ausland geimpft sind und die Grenze nur für einen kurzen Aufenthalt oder um sich ein COVID-19-Impfzertifikat ausstellen zu lassen, überschreiten, Zertifikate erstellt werden, erhält die Apotheke keine Vergütung.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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