Mein liebes Tagebuch

17.01.2021, 07:30 Uhr

Sieht alles nicht gut aus: Virus-Mutanten, Lockdown-Verschärfung, Impfstoffmangel, Maskenverteilung... (Foto: Alex Schelbert)

Sieht alles nicht gut aus: Virus-Mutanten, Lockdown-Verschärfung, Impfstoffmangel, Maskenverteilung... (Foto: Alex Schelbert)


13. Januar 2021

Die zum Teil sogar modisch-schicken Community-Stoffmasken sind ja ganz nett, sie schützen allerdings wie all die anderen einfachen Masken nur bedingt: Der ausgestoßene Aerosol-Strom wird ein bisschen verringert, und so werden in erster Linie die Mitmenschen etwas geschützt, weniger der Träger. Einen Virenschutz von über 90 Prozent leisten dagegen nur die FFP2-Masken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schreibt sie daher verbindlich in Geschäften und für den öffentlichen Nahverkehr von Bayern vor. Mein liebes Tagebuch, typisch Söder, aber konsequent. Und er denkt auch noch über eine Impfpflicht für die Beschäftigten in Alten- und Pflegeheimen nach, da es unter dieser Berufsgruppe zu viele Impfverweigerer gebe. Und warum nicht gleich eine COVID-19-Impfpflicht für alle? Bei der Masernschutzimpfung hat’s ja auch geklappt. Mein liebes Tagebuch, mit seinem Vorstoß steht Söder allerdings bisher ziemlich allein auf weiter Flur. Und wohl zurecht. Denn die Politik hat den Menschen von Anfang an eine Freiwilligkeit bei der Corona-Schutzimpfung zugestanden. Das sollte man nicht ändern, die gesellschaftliche Akzeptanz der Impfung würde leiden. Worüber allerdings nachgedacht werden könnte, brachte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank-Ulrich Montgomery in die Diskussion: eine berufsspezifische Impfpflicht gegen Corona für Pflegekräfte und medizinisches Personal.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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4 Kommentare

Ramsch

von Karl Friedrich Müller am 18.01.2021 um 10:23 Uhr

In der DAZ: "Marketingempfehlungen" von einem Apotheker "Coach" "Trainer"....
aber ohne Ahnung von den Grundrechenarten und Betriebswirtschaft?
So soll die Apotheke zur "Erhöhung" der Frequenz sich in OTC und Freiwahl an den Preisen der Versender anlehnen mit Artikeln, die schon gut bekannt sind. Topseller!
Mal angesehen, wie die Preise sind? Weit unter einem Ek, der von einer Apotheke zu erzielen ist?
Dafür auch noch teure Flyer und Angebote schalten?
Bei Verkauf von "teuren" Artikeln wie Gingko sei der "Ertrag" höher. Ich lach mich tot- auch da negativ.
Im OTC sei nur ein Ertrag von 4 € zu erzielen (was unter den Vorausetzungen natürlich nicht stimmt), der ja viel niedriger wäre als ein Rezept, dass 10€ generieren würde.
Die Apotheke soll also auf das Zubrot verzichten, den Ertrag aus einem Zusatzverkauf, das Rezept soll OTC subventionieren?
Die Mitarbeiter sollen zum Verlust machen teure Arbeitszeit vergeuden?
Ach, dazu noch Giveaways?
Botengänge?
Gehts eigentlich noch?
Das ist der betriebliche OVERKILL!
Und da wundert man sich über die Maskenorgien? Wenn so ein Blödsinn empfohlen wird?
Die Versender kann man vergessen. Wer dort einkauft, ist weg. Also könnte man auch die empfohlenen Preise nehmen, zumindest einen FAIREN Preis, der dem Kunden entgegenkommt und der Apotheke einen Gewinn lässt.

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Ramschladen ? Warum?

von Reinhard Rodiger am 17.01.2021 um 17:49 Uhr

...rückt seine Apotheke in die Nähe eines Ramschladens, in dem allein der Preis zählt.“

Die Option Ramschladen ist die Folge der Kommerzialisierung des Gesundheitswesens.Das ist die Staatsdoktrin seit Rot-Grün. Entzug der Existenzgrundlage führt zu Fehlnutzung der Ressourcen.Der oben genannte Satz von Herrn Seyfahrt zeigt das Grundmissverständnis.Der Preis ist das massgebende Prinzip für den Regisseur des Gesundheitswesens, die Krankenkassen.Die zu Erfüllungsgehilfen dieser Institution degradierten Apotheken müssen sich danach richten.Sie sind gegen die Zechprellerei(=unberechtigtes Retaxieren) der KK wehrlos genauso wie gegen die Bevorzugung kapitalgesteuerter Unternehmen.Der Staat fördert die Erpressungsfunktion der KK und unterminiert die finanzielle Leistungsfähigkeit.Dagegen wird die Kraft des Marktes gesetzt.
Und die findet ihren Ausdruck in dem, was auch in Ramschgeschäft münden kann.Bemerkenswert ist, dass gesenkte Preise in allen Branchen das häufigste Mittel sind.
Und das scheint erfolgreich zu sein.Zumindest im Gefühl der Kunden.Was Wunder, sich daran zu orientieren.Schliesslich ist die Kundenfrequenz erfolgsentscheidend gemacht worden.Nur Grösse zählt.

Da hilft es nicht, das zu beklagen und die eigenen Leute zu geisseln.Es ist das Prozessergebnis einer verfehlten Politik, die dazu zwingt all das zu machen, was das Überleben nach dem angestrebten Prinzip zu ermöglichen scheint.

Ich möchte erleben, dass nicht nur die primäre Geisselung der eigenen Leute der Ersatz für eine Offenlegung der zugrundeliegenden Mechanismen ist. "Unter Wert anbiedern" oder systemisch unterfinanzierte Leistungsangebote sind die denkbar schlechtesten Mittel, das zu erreichen.

Neues Denken ist notwendig, um die negativen Effekte der Kommerzialisierung zu Lasten der Werte abbauen zu können.Das gilt besonders für den Werteschredder Digitalwirtschaft, der die Ramschladenoption perfektioniert.

Also Ramschladen ist in erster Linie Prozessergebnis der Politik und des unwidersprochenen Machtmissbrauchs der Krankenkassen. Das gilt es transparent zu machen.Sonst bleibt nur die Selbstbeschuldigung haften.Und das ist extrem gefährlich.

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AW: Ramschladen ? Warum ... immer noch, noch mehr, ginge es auch anders? ?

von Christian Timme am 18.01.2021 um 7:00 Uhr

Eine Aufgabe für ... es will der Tastatur nicht gelingen diese Buchstaben "erscheinen" zu lassen. Oder warten wir nur auf den Zeitpunkt ... Corona, das waren Zeiten?.

9 Euro für die Apotheker...

von Michael Reinhold am 17.01.2021 um 9:37 Uhr

Zu den Antigentests: 15 Euro für die Ärzte, 9 Euro für die Apotheker.
Das ist jetzt einfach ziemlich konsequent vom Gesundheitsministerium. Dabei handelt es sich um den Gegenwert der sechs Masken bzw. des Einkaufsgutscheins von 5 Euro, den einige Kollegen hier als Marketingaktion dem Kunden sowieso geben würden und die es daher für die Apotheker nicht braucht.

Dafür dürfen wir Apothekers uns bei unseren Kollegen bedanken, die dieses Geld dem Kunden sowieso nur hinterherwerfen würden.

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