Ingenolmebutat

Picato ist nicht mehr verkehrsfähig

Stuttgart - 20.01.2020, 16:15 Uhr

Die europäische Arzneimittelagentur EMA empfiehlt seit vergangenem Freitag, die Anwendung von Picato (Ingenolmebutat) einzustellen. Seit dem heutigen Montag ist Picato nicht mehr verkehrsfähig. (r / Foto: Screenshot / LEO Pharma GmbH)

Die europäische Arzneimittelagentur EMA empfiehlt seit vergangenem Freitag, die Anwendung von Picato (Ingenolmebutat) einzustellen. Seit dem heutigen Montag ist Picato nicht mehr verkehrsfähig. (r / Foto: Screenshot / LEO Pharma GmbH)


Am 27. Januar 2020 kommt ein Rote-Hand-Brief 

Am vergangenen Freitag hatte nur die PRAC-Empfehlung vorgelegen, inzwischen hat die EU-Kommission das vorläufige Ruhen der Zulassung von Picato® aber beschieden. Das meldet die AMK (Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker) am heutigen Montag in einer Mitteilung

Somit ist das Arzneimittel ab sofort nicht mehr verkehrsfähig. Nach Abschluss der PRAC-Überprüfung werden die Empfehlungen an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) weitergeleitet. Über die Rechtsverbindlichkeit von dessen Stellungnahme wird dann nochmals die Europäische Kommission entscheiden. 

Am 27. Januar 2020 soll zudem ein Rote-Hand-Brief zum Thema versendet werden.

Studien, die gegen Picato sprechen

  • „Die Endergebnisse einer dreijährigen Studie mit 484 Patienten zeigten eine höhere Inzidenz von Hautmalignomen mit Ingenolmebutat (Picato®) als mit dem Vergleichspräparat Imiquimod (3,3 Prozent der Patienten entwickelten Hautkrebs in der Picato®-Gruppe gegenüber 0,4 Prozent in der Vergleichsgruppe).
  • In einer achtwöchigen, vehikelkontrollierten Studie mit 1262 Patienten traten Hauttumore im Ingenolmebutat-Arm häufiger auf (1 Prozent der Patienten im Ingenolmebutat-Arm gegenüber 0,1 Prozent im Vehikel-Arm).
  • Darüber hinaus traten in vier klinischen Studien mit dem verwandten Ester Ingenoldisoxat, die 1234 Patienten eingeschlossen hatten, unter Ingenoldisoxat häufiger Hauttumore auf als in der Vehikelgruppe (7,7 Prozent gegenüber 2,9 Prozent der Patienten).“

(Quelle: BfArM)



Diana Moll, Apothekerin und Redakteurin, Deutsche Apotheker Zeitung (dm)
redaktion@daz.online


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