Modellvorhaben zu Apotheken-Impfungen

Marburger Bund: Auch geschulte Apotheker sollten nicht impfen

Berlin - 12.11.2019, 16:15 Uhr

Die Jahreshauptversammlung des Marburger Bundes hat sich in einem Beschluss gegen Modellvorhaben zu Grippeimpfungen in Apotheken ausgesprochen. (m / Foto: imago images / Panthermedia)

Die Jahreshauptversammlung des Marburger Bundes hat sich in einem Beschluss gegen Modellvorhaben zu Grippeimpfungen in Apotheken ausgesprochen. (m / Foto: imago images / Panthermedia)


ABDA verteidigt Impfungen in Apotheken

Die ABDA steht inzwischen hinter den Modellvorhaben. In der Anhörung vor dem Gesundheitsausschuss des Bundestages erinnerte die ABDA-Chefapothekerin Dr. Christiane Eckert-Lill an die Möglichkeiten, die Apotheker in diesem Bereich in vielen anderen europäischen Ländern haben. Sie legte auch Zahlen vor, die belegen, dass mit Hilfe der Apotheker die Durchimpfungsraten in bestimmten Indikationen deutlich verbessert werden konnten. In derselben Anhörung warnte hingegen die Vertreterin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor Impfungen in Apotheken und verwies dabei auf mögliche Risiken, die Apotheker ihrer Meinung nach nicht kontrollieren können.

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BMG: Modellvorhaben für Grippeimpfungen in der Apotheke und Dauerverordnungen

Laut Neuregelung sollen Krankenkassen oder ihre Landesverbände mit Apothekern Verträge über Modellprojekte zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen vereinbaren. In den Verträgen sollen die Voraussetzungen für die Durchführung von Grippeschutzimpfungen in Apotheken sowie deren Durchführung, Vergütung, Abrechnung und Dokumentation geregelt werden. Diese Modellprojekte sollen auf fünf Jahre begrenzt sein und wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. Soweit das Berufsrecht nicht entgegensteht, könnten Apotheken, zumindest wenn es nach dem BMG geht, die Impfung in der Apotheke durchführen. Die Sicherheit der Patienten solle durch ärztliche Schulungen der Impfenden sichergestellt werden.

Diese Schulungen sollen dem Entwurf nach insbesondere umfassen:

  • Kompetenzen zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen, einschließlich der Aufklärung und Einholung der Einwilligung,
  • Kenntnis und Beachtung von Kontraindikationen,
  • Kenntnis und Kompetenz zu Notfallmaßnahmen bei eventuellen akuten Impfreaktionen.


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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4 Kommentare

Impfen

von Josef Lemke am 14.11.2019 um 21:55 Uhr

Ich will nicht impfen, aber Impfstoffe liefern zu gerechten Preisen und gerechter Bezahlung! Und möchte nicht retaxiert werden aus nichtigen Gründen.

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Wozu?

von Karl Friedrich Müller am 13.11.2019 um 13:42 Uhr

Wenn ich ärztliche Aufgaben übernehmen wollte, hätte ich Medizin studiert. Hätte ich können. Ich hab mich bewusst für Pharmazie entschieden.
Es ist im Prinzip ein toller, schöner, vielseitiger Beruf, in dem es genügend Betätigungsfelder gibt. Ich brauch keine Aufgaben der Ärzte dazu.
Ich brauch schon gar nicht die Bürokratie dazu, die die ABDA und Staat nur wieder zum Gängeln, überwachen, Stress bereiten nutzen. Dazu vermutlich miese Bezahlung

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Divide et impera

von So am Rande am 13.11.2019 um 8:29 Uhr

Als Apotheker würde ich mich strikt dagegen weigern, meine Patienten zu impfen. Ich glaube zwar, dass ich es technisch nach gewisser Zeit könnte, aber ich will mich nicht an dem Versuch der Krankenkassen beteiligen, einen weiteren Keil zwischen Ärzte und Apotheker zu treiben. Es ist politisch gewollt, dass es hier eine Diskussion über Zuständigkeiten entbrennt. Eine Forderung der Ärzteschaft könnte im Gegenzug, als Reaktion auf impfende Apotheker, ein Dispensierrecht sein. Und wahrlich: diese Forderung kann ich anhand impfender Apotheker sogar nachvollziehen. Die Grenzen zwischen den sich ergänzenden Berufsgruppen der Ärzte und Apotheker soll aufgelöst werden, damit beide Berufsgruppen in ihrer gesetzlichen Kompetenz geschwächt werden.

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AW: Divide et impera

von Heiko Barz am 13.11.2019 um 11:47 Uhr

Genau! Das ist exakt der „Spahnsche Sozialismus“! Vernichtung bestens bewährter Systeme, um aus dem entstehenden Chaos seine Zukunftsvisionen zu realisieren. Aus der entstehenden Neiddiskussion wird der Herr Spahn soviele gefrustete Patienten und Wähler generieren, die er für seine Kanzlerambitionen braucht.
„ Seht her, ich habe die Apotheker und Ärzte in die Knie gezwungen, da habe ich doch auch zumindest die Kraft, Euch als Kanzler zu führen“ !! Seid Ihr mir nun endlich mal dankbar!!

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