Möglicher Plan B bei der PTA-Reform

Weiterqualifikation statt Verlängerung der Ausbildung?

Stuttgart - 11.11.2019, 17:54 Uhr

Wäre die „Ausbildung plus“ ein möglicher Kompromiss in Sachen PTA-Berufsreform? (m / Foto: imago images / Panthermedia)

Wäre die „Ausbildung plus“ ein möglicher Kompromiss in Sachen PTA-Berufsreform? (m / Foto: imago images / Panthermedia)


Die Große Koalition wird sich wohl noch in dieser Woche auf einen Kurs in Sachen PTA-Reform einigen: Wird sich die Ausbildungsdauer im Zuge des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens auf drei Jahre verlängern? Und wie könnte eine „Ausbildung plus“, also eine Weiterqualifikation nach der Ausbildung aussehen?

Ab dem kommenden Jahr 2020 sind die Ausbildungen für die Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einer neuen Pflegeausbildung zusammengefasst, und die damit gemachten Erfahrungen sollen nach fünf Jahren dann erneut geprüft werden. Könnte ein solches Modell auch eine Option für die PTA-Ausbildung sein, sollte sich die „GroKo“ gegen eine Verlängerung der Ausbildung entscheiden?

Das Weiterbildungsmodell, welches die DPhG-AG "Theoretische und Praktische Ausbildung" (TuPA) vorgeschlagen hat, geht in diese Richtung und könnte wie folgt aussehen: Nach der zweijährigen Schulausbildung, gefolgt von einem halbjährigen Praktikum, sollen die PTA – ähnlich einer Meisterqualifikation in den Handwerksberufen – die Möglichkeiten haben, zusätzliche Kompetenzen zu erwerben, die dann auch in zusätzliche Befugnisse gerade für die öffentliche Apotheke münden.

Abschlussnote „gut“ oder Berufserfahrung als Zugang

Zwei Wege können dafür geöffnet werden, je nach dem Ergebnis der „Erstausbildung“ nach diesen 2,5 Jahren: Wer mindestens mit der Note „gut“ abgeschlossen hat, soll die Möglichkeit haben, direkt im Anschluss ein weiteres halbes Jahr, vielleicht sogar ein ganzes Jahr eine PTA-Schule zu besuchen. In dieser Ausbildung würden dann vertiefende Inhalte angeboten. Wer schlechter abgeschlossen hat, muss eine bestimmte Anzahl von Jahren Berufserfahrung (drei oder fünf Jahre) nachweisen, um die Zulassung zu dieser schulischen Weiterbildung zu erwerben. Nach einer bestandenen Prüfung wäre nun die Erweiterung der Befugnisse, angelehnt an die Befugnisse der Apothekerassistenten oder Pharmazieingenieure, angebracht und auch sachlich begründet. Auch die finanzielle Einstufung auf das Niveau der Apothekerassistenten und Pharmazieingenieure wäre dann denkbar.

Man könnte sich davon erhoffen, dass durch eine solche berufliche Perspektive der PTA-Mangel kleiner wird. Diese Perspektive, so die AG TuPA würde die Attraktivität des PTA-Berufs deutlich erhöhen. So könnten geeignete Bewerber, also gute Realschüler oder sogar Abiturienten, wieder für die PTA-Ausbildung zurückgewonnen werden. Außerdem könnte man viele ausgebildete PTA im Beruf und der Apotheke halten.



Cornelia Neth, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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