An die zweite Masernimpfung denken!

Impfschutz bei Schulanfängern nicht ausreichend

Stuttgart - 02.05.2019, 17:20 Uhr

Das Robert Koch-Institut berichtet über die neuen Zahlen zu den Impfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen. Doch nicht nur Kinder sollten ihren Impfschutz checken. (Foto: Blacky / stock.adobe.com)

Das Robert Koch-Institut berichtet über die neuen Zahlen zu den Impfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen. Doch nicht nur Kinder sollten ihren Impfschutz checken. (Foto: Blacky / stock.adobe.com)


Nach 1970 geboren? MMR-Impfstoff sinnvoll

Doch so wichtig die Impfungen bei den Schulanfängern sind, ein weiterer wichtiger Punkt wird immer wieder betont: „Fast die Hälfte der Erkrankten sind junge Erwachsene, das weist auf die großen Impflücken in diesen Altersgruppen hin“, wird Wieler in der Pressemitteilung zitiert. Speziell für die nach 1970 Geborenen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), die Impfung nachzuholen, wenn im Impfpass keine oder nur eine Masernimpfung aus der Kindheit vermerkt ist oder der Impfstatus unklar ist. Denn Personen, die vor 1970 geboren wurden, hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern bereits durchgemacht – in der „Vorimpfära“ sollen 95 bis 98 Prozent der Kinder bis zum 10. Lebensjahr eine Immunität gegen Masern aufgewiesen haben. Wer vor 1970 geboren ist und nicht genau wisse, ob eine Maserninfektion durchgemacht wurde oder ob geimpft wurde, sollte sich dennoch auch impfen lassen.

Wer Kontakt zu Masernerkrankten hatte und gar nicht, nur einmal gegen Masern geimpft wurde oder dessen Impfstatus unklar ist, sollte postexpositionell einmalig „vorzugsweise mit MMR-Impfstoff“ geimpft werden – und das innerhalb von 3 Tagen nach Kontakt zu Masernerkrankten. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, weisen auch Kinderärzte derzeit darauf hin, dass es besser wäre, nicht nur eine Impfpflicht gegen Masern einzuführen, sondern gleich gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Denn „es wäre nicht sinnvoll, im Zuge einer Masern-Impfpflicht wieder zu Einfachimpfstoffen zurückzukehren“, warnte der Präsident des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Thomas Fischbach in den Funke-Medien. 



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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