Welt-Hepatitis-Tag 2018

Dunkelziffer ist das Problem bei Hepatitis C

Stuttgart - 28.07.2018, 10:00 Uhr

Ein intensiveres Screening auf Hepatitis C soll helfen, die Infektionserkrankung auszurotten. (b / Foto: Leberhilfe.org)

Ein intensiveres Screening auf Hepatitis C soll helfen, die Infektionserkrankung auszurotten. (b / Foto: Leberhilfe.org)


Deutschland nicht „on track“ beim WHO-Ziel

Auch Deutschland übernimmt wohl keine Vorreiterrolle mehr im Kampf gegen Hepatitis C. Es gehört nicht mehr zu den Ländern, die „on track“ beim WHO-Plan sind, die Virusinfektion bis 2030 zu beseitigen. Derzeit zählen Australien, Ägypten, Frankreich, Georgien, Island, Japan, die Niederlande, Italien, Spanien, Schweiz, Großbritannien und die Mongolei dazu. Warum fehlt Deutschland? Die Antwort ist zunächst einfach – hierzulande sind viele Patienten bereits therapiert, folglich sinken die Behandlungsraten.

Behandlungsraten sinken, da viele Patienten in Deutschland bereits therapiert sind

Joachim Kautz, der frühere Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe e.V. und Gründungsmitglied der World Hepatitis Alliance (WHA), spricht in einem Interview mit Pharma Fakten von „hohen Behandlungsraten“ und somit auch „recht hohen Heilungsraten“ bei Hepatitis C in Deutschland während der vergangenen Jahre. So wurden 2016 etwa 24.000 Patienten behandelt, 2017 noch 17.000 und in diesem Jahr schätzt der Experte Zahl der Behandelten auf 14.000 Patienten.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Korrekturanmerkung: Heilungen der Hepatitis C gab es auch schon früher

von Ingo van Thiel am 30.07.2018 um 9:44 Uhr

Zitat: "Stellte die Virusinfektion Ärzte und Patienten bis vor Jahren (2014) noch vor die Aussicht einer lebenslangen Therapie mit Interferon und Ribavirin, weil die sie nicht heilbar war, hat sich dieses Szenario mittlerweile um 180 Grad gewandelt. "
Das ist so nicht richtig; hier scheint eine Verwechslung chronischer Hepatitis B vorzuliegen, wo die Therapien (Tabletten mit Nukleosid- oder Nukleotidanaloga) tatsächlich nicht heilend und über viele Jahre bis lebenslang sind.
Anders bei den damaligen Interferon/Ribavirin-Therapien gegenHepatitis C: Diese dauerten in der Regel 24 bis 48 Wochen und waren niemals lebenslänglich (das hätte auch keiner durchgehalten). Im Erfolgsfall waren auch die Interferon/Ribavirin-Therapien genauso heilend wie die heutigen antiviralen Therapien. Heilung bei Hepatitis C wird so definiert, dass die HCV-RNA (das Virusmaterial) 3 bzw. 6 Monate nach Therapieende weiterhin negativ ist. Dies war auch damals schon das Ziel. Wer mit den alten Interferontherapien Erfolg hatte, ist heute genauso geheilt und endgültig virusfrei wie Patienten, welche die neuen Medikamente erhalten haben.
Das Problem von Interferon und Ribavirin war ein anderes: Erstens waren diese Therapien für ihre Nebenwirkungen berüchtigt (z.B. Grippesymptome, Depressionen, Blutbildveränderungen, Schilddrüsen- und Hautprobleme, leichter Haarausfall und viele andere), zweitens konnten sie nur einen Teil der Patienten heilen (Anfangs 10%, später bis zu 50%, im Zeitalter der Dreifachtherapien mit Proteasehemmern noch mehr), drittens waren sie aufgrund von Kontraindikationen bei vielen Patienten nicht oder nur eingeschränkt möglich (z.B. bei schweren Depressionen, dekompensierter Zirrhose etc.).
Die Revolution ist NICHT, dass eine angeblich "unheilbare" Infektion heilbar wurde. Die Revolution ist, dass die Heilung heute viel öfter und viel einfacher erreicht wird als früher.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo van Thiel
Redaktion
Deutsche Leberhilfe e.V.

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AW: Korrekturanmerkung: Heilungen der

von Celine Müller am 30.07.2018 um 10:12 Uhr

Sehr geehrter Herr van Thiel,

herzlichen Dank für Ihre aufmerksame Lektüre. Das war in der Tat etwas unglücklich formuliert, ich habe den Abschnitt entsprechend angepasst.

Herzlichen Gruß

Celine Müller

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