Bundesgesundheitsminister

Die großen Themen von Jens Spahn

Berlin - 15.03.2018, 12:00 Uhr

Gröhe übergibt an Spahn: Jens Spahn übernimmt die Geschäfte im Bundesgesundheitsministerium. (Foto: Külker)

Gröhe übergibt an Spahn: Jens Spahn übernimmt die Geschäfte im Bundesgesundheitsministerium. (Foto: Külker)


Flächendeckende ärztliche Versorgung, Pflege, Digitalisierung – das sind die „drei großen Themen“ vom neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Den Apotheken- und Arzneimittelmarkt hat der Nachfolger von Hermann Gröhe bei der heutigen Amtsübergabe in Berlin nicht erwähnt.

Gröhe geht, Spahn kommt – am heutigen Donnerstagmorgen hat im Berliner Bundesgesundheitsministerium (BMG) die offizielle Amtsübergabe des scheidenden Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) an seinen Nachfolger Jens Spahn (ebenfalls CDU) stattgefunden. Spahn erklärte, dass er sich freue, „ein so wohlbestelltes Haus übernehmen zu dürfen“ und dankt seinem Vorgänger „herzlich“ für dessen Leidenschaft, Engagement und das Miteinander.

Was kommt mit Spahn?

„Was kommt?“, fragt Spahn. Er habe viel vor: „Drei großen Themen“ will er sich im Besonderen widmen: der flächendeckenden ärztlichen Versorgung, der Pflege und der Digitalisierung. Das dürfte die Apotheker vielleicht etwas enttäuschen – denn die Mega-Themen im Arzneimittel- und Apothekenmarkt erwähnte Spahn nicht.

Dafür hat der seit gestern amtierende Gesundheitsminister bei der Digitalisierung bereits, zumindest halbkonkrete, Pläne: Er könne sich gut vorstellen, einmal im Quartal, bei einem „Pitch“ je zwei bis drei Start-ups einzuladen, die ihre Konzepte vorstellten. Hier den Fokus zu setzen, findet Spahn richtig und konsequent. „Es passiert so wahnsinnig viel, ich finde es schwer, da immer mitzuhalten“, begründet Spahn sein Vorhaben. Mit dem starken Fokus auf der Digitalisierung, denkt Spahn darüber nach, diesen Bereich auch „in der Struktur des Hauses“ auszubauen.

In jedem Fall hat der neue Minister vor, das Thema elektronische Gesundheitskarte (eGK) wieder zu forcieren. Dazu sagte er: „Ich möchte, dass wir die nächsten dreieinhalb Jahre das Ding endlich so kriegen, dass Patienten, Ärzte, Pflegekräfte einen Mehrwert spüren, weil es Versorgung besser macht. Das möchte ich noch stärker, als es in den letzten Jahren der Fall war, in den Fokus nehmen.“

Zu den Punkten Pflege und flächendeckende ärztliche Versorgung nannte Spahn keine einzelnen, konkreten Vorhaben. Allerdings erwähnte er, dass es insbesondere um die Frage der Arzttermine gehen werde. Schon am heutigen Freitag wird Spahn auf einer großen Krankenhaus-Messe (DRG-Forum) zum Thema Klinikfininanzierung sprechen. Außerdem wird er den Deutschen Pflegetag eröffnen. Zu erwarten ist also, dass der neue Minister hier erste inhaltliche Schwerpunkte setzt.

Gröhe: Wir haben viel erreicht

Der scheidende Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe, betonte nochmals, wie viel man in den vergangenen vier Jahren erreicht habe: 30 Gesetze und 40 Verordnungen hatte der Minister während seiner Amtszeit auf den Weg gebracht und beispielsweise für eine „bessere Verzahnung ambulant-stationär“ gesorgt. Sein stetiges Ziel: „Qualität zu stärken und Schwächen anzupacken“, um „Menschen unabhängig von Wohnort – Stichwort Stadt-Land – und Geldbeutel“ gut zu versorgen.

Setzt sich Spahn für die Apotheker ein?

Wie Spahn sich zu den großen Apothekenthemen (Rx-Versandverbot, Apotheken-Honorar, pharmazeutische Kompetenzen, etc.) verhält, ist noch völlig unklar. Sein Vorgänger Gröhe und das Unions-Verhandlungsteam hat dem 37-jährigen Neu-Minister mit dem Rx-Versandverbot im Koalitionsvertrag eine wichtige Aufgabe ins Buch geschrieben. Wie Spahn mit dieser Aufgabe umgeht, steht derzeit noch in den Sternen.

Klar ist aber, dass Spahn keinen Konflikt scheuen wird. Passend dazu sagte er auf der heutigen Amtsübergabe: „Was ich auch brauche, ist ab und an mal eine kontroverse Debatte. Es gibt nichts Langweiligeres, als wenn alle einer Meinung sind.“



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

von Christiane Patzelt am 15.03.2018 um 12:12 Uhr

Wenn Herr Spahn zum Treffen der Start-Ups einlädt, guckt er sich vielleicht schon aus, wie er sich zu seinen Kindern Pariton und Politas noch ein drittes zulegen kann.....
Jeder nutzt die Chancen seiner Zeit, erst kommt das Fressen, dann die Moral.

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