Apotheker- und Ärztebank

Dividende unverändert bei 4 Prozent

Frankfurt - 04.04.2017, 13:15 Uhr

Apobank-Aktionäre erhalten weiterhin 4 Prozent Dividende, darunter viele Apotheker. (Foto:dpa)

Apobank-Aktionäre erhalten weiterhin 4 Prozent Dividende, darunter viele Apotheker. (Foto:dpa)


Die Apotheker- und Ärztebank hat trotz der anhaltend schwierigen Branchensituation und Nullzinsniveau ihre Position im Jahr 2016 ausgebaut und das Betriebsergebnis gesteigert. Die Dividende soll wie im Vorjahr 4 Prozent betragen. Privatkunden müssen aktuell mit keinen „Strafgebühren“ auf ihre Einlagen rechnen, allerdings schließt das Management dies auch nicht gänzlich aus. 

Das Marktumfeld ist anspruchsvoll: Die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB)  liegen bei null, wirtschaftliche und politische Unsicherheit prägen das Bankenumfeld, und die Zahl der Praxisgründungen, eines der Geschäftsfelder der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) nimmt kontinuierlich ab. Dennoch hat das Düsseldorfer Geldinstitut, das Angehörige der Heilberufe, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Unternehmen im Gesundheitsmarkt zur Klientel zählt, seine Marktposition im vergangenen Jahr ausgebaut.

Wie Vorstandschef Herbert Pfennig auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt mitteilte, erzielte die Bank 2016 ein Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 159,6 Millionen Euro, vier Prozent mehr als 2015. Zudem sei es der Bank erneut gelungen, die Rücklagen und Reserven auszubauen. Zwar blieb das operative Ergebnis – Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge – mit 249,2 Millionen Euro aufgrund des Niedrigzinsumfeldes erwartungsgemäß hinter dem Vorjahreswert von 304,8 Millionen zurück, doch der Jahresüberschuss nach Steuern kletterte um 3,2 Prozent auf 61,0 Millionen Euro (2015: 59,1 Mio. Euro). Auf dieser Basis soll der Vertreterversammlung eine Dividende von vier Prozent vorgeschlagen werden. Pfennig: „In Anbetracht der anhaltenden Bankenkrise sind wir mit diesem Ergebnis zufrieden.“

Mehr Kunden und Mitglieder

Zuwächse verzeichnete die Apobank auch bei der Zahl der Kunden und Mitglieder. So stieg die Zahl der Kunden auf 415.700 (2015: 397.000), wovon 109.680 auch Mitglied und damit Eigentümer der Bank sind (2015: 107.768). Den stärksten Zuwachs hat die Bank bei angestellten Heilberuflern verzeichnet. Außerdem konnten erneut zahlreiche Studenten überzeugt werden, ein Konto bei der Apobank zu eröffnen. Damit habe die Bank ihre führende Position im Gesundheitsmarkt weiter gefestigt, so Pfennig. „Wir halten an unserer Wachstumsstrategie im Kundengeschäft fest. Wir investieren gezielt in den Vertrieb und haben allein 2016 mehr als 60 neue Kundenberater eingestellt.“

Bei einem im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Kreditneugeschäft in Höhe von 6,4 Milliarden Euro war insbesondere die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen hoch. Obwohl die Zahl der Praxisneugründungen laut Pfennig kontinuierlich zurückgeht, habe die Bank im Bereich der Existenzgründungsfinanzierungen ihre führende Position verteidigt. Deutlich zugelegt habe zudem die Kreditvergabe an Firmenkunden. Mit dem Schwung aus dem Kundengeschäft hat die Bank laut Pfennig die niedrigeren Ergebnisbeiträge aus dem Zinsrisikomanagement zum wesentlichen Teil kompensieren können.

Als stabile Säule erwies sich auch das Wertpapiergeschäft. So stieg der Provisionsüberschuss auf 139 (2015: 133) Millionen Euro. „Unsere vielfach ausgezeichnete Vermögensverwaltung fand regen Zuspruch. Darüber hinaus haben wir nicht zuletzt aufgrund unserer maßgeschneiderten Beratungslösungen neue Mandate bei institutionellen Anlegern hinzugewonnen“, sagte Pfennig.

Aktuell kein Strafzins für Privatkunden

Der Vorstandschef wies darauf hin, dass „natürlich auch die Apobank den Strafzins“ der EZB zu spüren bekomme. „Als Standesbank im Gesundheitsmarkt haben wir diese Belastungen weitgehend selbst geschultert und bislang nur in sehr geringem Maß an unsere Großkunden weitergereicht“, so der Bankenchef. Diese zahlen ab einem bestimmten Sockelbetrag Gebühren in Höhe von 0,4 Prozent auf ihre Einlagen. Privatkunden sind davon bislang ausgenommen. Allerdings machte der Vorstand deutlich, dass man den Markt genau beobachte und sich dem Thema nicht verschließen werde, wenn zahlreiche andere Banken derartige Gebühren einführen sollten. 

Unverändert verfügt das Geldinstitut über eine solide Kapitalposition. So kletterte die Kernkapitalquote leicht auf 22,6%, die Gesamtkapitalquote betrug den Angaben nach 26,1%. Thomas Siekmann, Finanzvorstand der Bank: „Die Apobank hat sich in den vergangenen Jahren ein solides Risikoprofil erarbeitet. Das hat uns die EZB 2016 in ihrem Stresstest, den wir mit einem überdurchschnittlich guten Ergebnis abgeschlossen haben, erneut bestätigt.“

2017: Investitionen belasten operatives Ergebnis

Auch für das laufende Jahr hat sich das Management weiteres Wachstum vorgenommen. „Existenzgründungen, Wertpapiergeschäft, Firmenkundengeschäft: Das ist der Dreiklang, auf den wir setzen“, so Pfennig. Dabei wolle die Bank ihre führende Marktposition bei der Finanzierung von Praxen und Apotheken weiter ausbauen und setze unter anderem auf die Aufklärung der Chancen der Selbständigkeit. Aufgrund erheblicher Investitionen in IT und Vertrieb wird das operative Ergebnis 2017 laut Pfennig voraussichtlich unter dem Vorjahreswert liegen. Insgesamt rechnet die Bank jedoch mit einem stabilen Jahresüberschuss. Die Dividende soll stabil bleiben. Der Vorstandschef wies zudem darauf hin, dass die Bank in einigen Aspekten noch besser werden müsse. So werde sich der Rückenwind aus der Risikovorsorge und Bewertung „so nicht wieder einstellen“.

Für Pfennig war dies die letzte Bilanzpräsentation. Er wird im August dieses Jahres satzungsgemäß ausscheiden. Seine Nachfolge übernimmt wie berichtet Ulrich Sommer.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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