2017

Wieder mehr Masernfälle

Berlin - 20.02.2017, 08:05 Uhr

Gefährlich, wenn man nicht geimpft ist: Masernviren. (Foto: RKI)

Gefährlich, wenn man nicht geimpft ist: Masernviren. (Foto: RKI)


In einigen Bundesländern bereiten Masernviren derzeit wieder Probleme. Mehrere Fälle der hoch ansteckenden Krankheit wurden unter anderem aus Sachsen und Berlin gemeldet, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. In Hessen mussten nach Fällen an Schulen Lehrer und Schüler ohne Impfnachweis zeitweise zu Hause bleiben.

Masern-Erkrankungen bleiben ein Problem: Allein die Berliner Gesundheitsverwaltung zählte seit Jahresbeginn 21 Fälle. „Es ist noch lange keine Pandemie, aber man muss die Entwicklung genau im Blick behalten“, sagte Sprecher Christoph Lang. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) rief zum Impfen auf.

Aus den etwas älteren Daten des RKI gehen bundesweit bislang 43 Fälle hervor. 2017 könnte wieder ein Jahr mit mehr Masernerkrankungen werden, befürchtet die Rober Koch-Institut-Expertin für Impfprävention Dorothea Matysiak-Klose. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark: 2016 waren es 442 Fälle, im Jahr zuvor 2464 und 2014 lediglich 324.  Insgesamt zu viele: Angestrebt wird die Eliminierung der Masern.

Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die akute Infektion ist selbstlimitierend. Masern beginnen mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten und einem typischen Enanthem an der Mundschleimhaut. Das charakteristische Masernexanthem (bräunlich-rosafarbene konfluierende Hautflecken) tritt dann am dritten bis siebten Tag auf.

Die Erkrankung klingt in der Regel nach fünf bis sieben Tagen ab und hinterlässt lebenslange Immunität. Gefürchtet sind die Komplikationen. Eine besonders gefürchtete ist die akute postinfektiöse Enzephalitis mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma. Sie tritt laut Robert Koch-Institut bei einem von 1000 Masernfällen auf ­– vier bis sieben Tage nach dem Masern-typischen Exanthem. 10 bis 20 Prozent der Fälle enden tödlich, 20 bis 30 Prozent der Betroffenen haben bleibende Schäden am ZNS.


dpa / DAZ.online
redaktion@daz.online


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