Naturkatastrophe in Niederbayern

Flut-Apothekerin erhält 7.000-Euro-Spende

Düsseldorf - 22.07.2016, 13:00 Uhr

Aufräumarbeiten: Nachdem der niederbayerische Ort Simbach im Juni von einer riesigen Flut heimgesucht wurde, wird nun aufgeräumt. Die Apotheke hat von vielen Kollegen in Bayern finanzielle Unterstützung erhalten. (Foto: dpa)

Aufräumarbeiten: Nachdem der niederbayerische Ort Simbach im Juni von einer riesigen Flut heimgesucht wurde, wird nun aufgeräumt. Die Apotheke hat von vielen Kollegen in Bayern finanzielle Unterstützung erhalten. (Foto: dpa)


Bei der Überschwemmungskatastrophe Anfang Juni im niederbayerischen Simbach wurde die historische Stadt-Apotheke schwer getroffen. Beim Bayerischen Apothekertag hatten die Kammer und der Verband zu Spenden für die Kollegin in Not aufgerufen. Viele folgten dem Aufruf.

„Es muss ja weitergehen. Die Apotheke ist meine Existenz“, sagt die Apothekerin Constanze Callies. Ihre Offizin, die historische Stadt-Apotheke im niederbayerischen 10.000-Einwohner Ort Simbach am Inn nahe der österreichischen Grenze war am 1. Juni nach tagelangem Starkregen von den Fluten des sonst beschaulichen Simbachs größtenteils zerstört worden. Darüber hinaus stand auch das Wohnhaus der Apothekerin unter Wasser. Die Kleinstadt war eine der am stärksten betroffenen Orte von den Unwettern zu Beginn des Sommers in Deutschland. Große Teile der Stadt waren überflutet worden, allein sieben Menschen verloren dort ihr Leben.

Der gesamte Verkaufsraum der 1836 erbauten Apotheke habe 1,50 Meter unter Wasser gestanden, sagt die Apothekerin. „Zum Glück haben wir zwei Etagen. Das Labor und das Büro im ersten Stock waren nicht betroffen“, sagt Callies. Seit dem 1. Juli gibt es dort in der ersten Etage nun wieder einen Notbetrieb. Die Stadt-Apotheke ist damit erstmal wieder in Betrieb – allerdings nur mit verkürzten Zeiten und einem eingeschränkten Warenlager. Der gesamte Verkaufsraum jedoch muss von Grund auf saniert und neugestaltet werden, sagt Callies. „Aber wir trocknen“, sagt sie.

Doch in der größten Not bekam die Pharmazeutin viel Hilfe, dank derer es nun weitergehen kann und für die sie sehr dankbar ist, wie sie sagt. Direkt nach der Katastrophe hätten vor allem die Simbacher selbst überall mitangepackt und beim Aufräumen geholfen. Dringend benötigte finanzielle Unterstützung gab es dann auch von den Apotheker-Kollegen aus ganz Bayern. Auf dem Bayerischen Apothekertag, der kurz nach der Katastrophe Anfang Juni im bayerischen Straubing stattfand, hatten die Bayerische Landesapothekerkammer und der Apothekerverband zu Spenden für die Kollegin in Not aufgerufen. Der Verein „Apotheker Helfen“ sammelte das Geld beim Apothekertag ein.

Apotheker Helfen e.V. sammelte die Spenden ein

„Insgesamt sind rund 7000 Euro zusammengekommen“, sagt Andreas Wiegand, Geschäftsführer des Vereins, der die Spenden an Callies weiterleitete. Seit 15 Jahren setzt sich der Verein mit Sitz in München weltweit für die Gesundheitsversorgung von Menschen in Not ein – und hilft auch wie in diesem Fall unbürokratisch, wenn Apotheker selbst in Not geraten. „Bereits im Jahr 2003 haben wir betroffenen Kollegen nach der Jahrhundertflut der Oder geholfen“, erklärt Wiegand – und seitdem immer wieder. Den vielen, die mit ihren Spenden geholfen haben, drücke er seinen herzlichen Dank aus, sagt er.

„Ich bin sehr dankbar und finde es toll, dass so geholfen wurde“, sagt auch Callies. Wann nun die Stadt-Apotheke wiedereröffnet werden kann, kann die Apothekerin aber noch nicht sagen. Noch seien Handwerker damit beschäftigt, den Verkaufsraum wiederherzustellen. Solange will die Apothekerin den Notbetrieb im ersten Stock aufrechterhalten, zu dem die Kunden nun einen Nebeneingang über eine Treppe benutzen müssen. Solange hofft die Apothekerin, dass ihr nicht nur ihre langjährigen Kunden die Treue halten. Den Termin der Wiedereröffnung nach der „Jahrtausendflut“, wie sie im Webauftritt der Apotheke schreibt, werde man bekanntgeben, sobald er absehbar sei. Aus dem Wort Jahrtausendflut spricht dabei wohl auch die Hoffnung, dass sich eine solche Katastrophe nicht sobald wiederholen werde.


Volker Budinger, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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