ADEXA-Interview

Linz: PKA-Ausbildung ist und bleibt wichtig

Berlin - 04.11.2014, 17:55 Uhr


Die Präsidentin der niedersächsischen Apothekerkammer, Magdalene Linz, sorgt sich um den PKA-Nachwuchs. Im Interview mit der Apothekengewerkschaft ADEXA sagte Linz, wenn es kein Umdenken gebe, sei sie „skeptisch“, dass es in absehbarer Zeit noch PKA-Auszubildende gebe. Die Kammerpräsidentin forderte alle Apothekeninhaber auf, die PKA-Ausbildung nicht zu vernachlässigen.

Linz: „Wenn wir die Ausbildung von PKA in den Apotheken aufgeben, werden wir demnächst im Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern und Branchen um Gesundheits- und Bürokaufleute stehen – ob wir da so gut abschneiden würden, weiß ich nicht.“  Fakt sei: Mitarbeiter mit kaufmännischen Qualifikationen würden in der Apotheke weiterhin gebraucht – mit Blick auf die Ziele für die Apotheke 2030 sogar noch mehr als bisher. Die PTA mit ihrer bisherigen Ausbildung seien dafür nicht die geeignete Berufsgruppe. Linz räumte allerdings ein, dass sie derzeit in ihren beiden Apotheken aus Kapazitätsgründen keine PKA ausbilde.

Dennoch plädierte Linz für das Festhalten am PKA-Beruf: „Ich fürchte auch, viele Apothekenleiter haben noch nicht mitbekommen, dass sich durch die Ausbildungsnovellierung etwas getan hat und der künftige Berufsnachwuchs passgenauer ausgebildet werden kann. Man muss seinen PKA eben etwas zutrauen in den Bereichen QM, Datenschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Warenwirtschaft – dann merkt man, was man an ihnen hat. Ich kann andere Inhaber nur dazu ermutigen.“

Nach eigenen Angaben beschäftigt Linz in ihren beiden Apotheken neun PKA. Diese übernähmen eigenverantwortlich Aufgaben der Warenwirtschaft, der Vorbereitung der Botenlieferungen, der Rezeptkontrolle. Andere seien zuständig für Hilfsmittel, für Rechnungen für Privatpatienten und für Überweisungen mit eigener Kontovollmacht. Eine weitere PKA sei zurzeit in beiden Apotheken tätig und halte Kontakte zu den Arztpraxen und organisiert den Sprechstundenbedarf. Zwei Teilzeit-PKA arbeiteten als Assistentinnen der Geschäftsführung und übernähmen Schriftverkehr, Ablage und Öffentlichkeitsarbeit und seien zudem als Datenschutzbeauftragte tätig.

Linz: „Wenn Botendienste und Heimbelieferung vorbereitet, Rezepte kontrolliert sowie Buchhaltung und Überweisungen getätigt werden, haben meine pharmazeutischen Mitarbeiterinnen und ich natürlich mehr Zeit für die Patienten und die Beratung. Das wird in Zukunft, wenn wir uns als öffentliche Apotheken verstärkt und erfolgreich auf anspruchsvolle Aufgaben wie das Medikationsmanagement einlassen wollen, noch wichtiger.“

Das vollständige ADEXA-Interview lesen Sie in der aktuellen DAZ Nr. 45, 2014.


Lothar Klein


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