Grippeimpfstoffe für die Saison 2014/2015

Bayerische Kassen schreiben wieder aus

Berlin - 10.02.2014, 09:58 Uhr


Ob Ärzte, Apotheker, Hersteller oder Patienten: Rabattverträge für Impfstoffe werden von vielen kritisch gesehen. Auch die Große Koalition hat erkannt, dass derartige Ausschreibungen Gefahren mit sich bringen können. Daher müssten in den Rabattverträgen besondere Maßnahmen gegen Lieferengpässe vereinbart werden, heißt es im Koalitionsvertrag. Die gesetzlichen Krankenkassen wiederum schreiben munter weiter Grippeimpfstoffe aus. Auch in Bayern haben sie nun ihre Ausschreibung für die kommende Saison veröffentlicht.

Die bayerischen Kassen suchen günstige Grippeimpfstoffe, die im Rahmen des Sprechstundenbedarfs verordnet werden. Sie sollen ab dem 6. Lebensmonat und ohne Altersobergrenze verimpft werden können. Und es sollen Fertigspritzen sein – ohne Kanüle oder mit abnehmbarer Kanüle. Ein Teil der auf dem Markt befindlichen Grippeimpfstoffe ist damit erneut von vornherein ausgeschlossen.

Grippeimpfstoffhersteller können bis zum 21. März 2014 für vier Gebietslose bieten. Die Zahl der möglichen Zuschläge ist allerdings auf höchstens zwei Gebietslose je Bieter begrenzt. Man darf gespannt sein, wie viele Hersteller noch mitbieten. Unlängst gaben die niedersächsischen Kassen den Zuschlagsgewinner für die anstehende Grippeimpfsaison bekannt: Abbott machte das Rennen in sämtlichen Losen – das Unternehmen hatte lediglich einen Mitbieter.

Für die Hersteller wird das Geschäft mit Grippeimpfstoffen durch die Ausschreibungen zunehmend unattraktiv. Die Preise sind durch die EU-Referenzpreise und die zusätzlichen vertraglich vereinbarten Rabatte massiv gesunken. Zugleich werden die Anforderungen an die Anbieter immer höher.


Kirsten Sucker-Sket


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