Krankenversicherung

Singhammer will PKV solidarisieren

Berlin - 16.08.2013, 10:53 Uhr


Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer, sieht in der privaten Krankenversicherung in der nächsten Wahlperiode erheblichen Reformbedarf. PKV-Versicherte sollen beim Wechsel ihre Rücklagen mitnehmen können. Außerdem sei ein „Risikoausgleich“ zwischen jung und alt innerhalb der Versichertengemeinschaft notwendig.

Im Interview mit der „Berliner Zeitung“ versicherte Singhammer zwar, die PKV erhalten zu wollen. Zugleich rüttelte der CDU/CSU-Fraktionsvize aber an der Grundlage des Geschäftsmodells der individuellen Absicherung. Auf die Frage, ob mehr Wettbewerb zwischen den Privatkassen zum Problem werden können, dass einen Ausgleichsmechanismus zwischen jungen und älteren Versicherten erfordere, antwortete Singammer: „Richtig, nötig ist ein Risikoausgleich.“ Das wäre für die PKV aber nichts Neues, weil es das bereits beim Basistarif gebe, der Versicherte vor hohen Prämien schütze.

Tatsächlich existiere zwischen den privaten Krankenkassen „zu wenig Wettbewerb“, kritisierte Singhammer. Ursache seien die Rücklagen für das Alter, das „Herzstückt dieses Systems“. Weil der Versicherte seine Rücklagen heute nicht mitnehmen könne, sei der Wechsel zu einer anderen Gesellschaft „finanziell ein Verlustgeschäft“.  Privatversicherte seien „letztlich lebenslang an ein Unternehmen gekettet“. Singhammer: „Das müssen wir ändern.“


Lothar Klein