LMU München

Defekte Labor-Abzüge erschweren Semesterstart

München/Berlin - 07.05.2013, 10:23 Uhr


Die Fakultät für Chemie und Pharmazie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat derzeit Probleme mit den Abzügen in ihren Laboren. Weil sie nicht einwandfrei arbeiten, können Praktika für Studenten nicht wie gewohnt stattfinden, und auch die Forschung kommt ins Stocken. Die Universität will nun ein Maßnahmebündel zum weiteren Vorgehen beschließen.

Im Rahmen von Überprüfungsmessungen waren die defekten Abzüge festgestellt worden. Die Universität war kurz vor Semesterstart daher gezwungen, die Arbeit mit Gefahrstoffen einzustellen. Seither wird gemeinsam mit externen Spezialisten an einer Lösung gearbeitet. Ein Notfallkonzept sollte zumindest eine eingeschränkte Inbetriebnahme der Abzüge ermöglichen – doch die Abnahme durch die Aufsichtsbehörden scheiterte, weil die für den Notbetrieb eingestellten Lüftungsanlagen nicht sicher in einen konstanten Betriebszustand versetzt werden konnten.

Daraufhin erarbeitete die Fakultät ein Ersatzprogramm, das die Aufnahme eines Großteils der Praktika – unter Verzicht auf abzugspflichtige Gefahrstoffe – im Mai ermöglichen soll. Die Kurse sollen nun mit zeitlicher Verzögerung und überwiegend verkürzt stattfinden. Teilweise entfallen dabei die abzugspflichtigen Experimente vollständig, oder es werden Aufbauten ohne Chemikalien durchgeführt und der eigentliche Versuch als Video gezeigt. Andere Experimente werden durch alternative Versuche ersetzt oder im Nanoscale-Maßstab durchgeführt.

Derweil arbeiten Mitarbeiter der LMU gemeinsam mit externen Spezialisten „mit Hochdruck“ an einer endgültigen Lösung. Laut einer Sprecherin der Universität soll der endgültige Plan, wie es mit Lehre und Forschung weitergehen soll, in den nächsten Tagen stehen. Auf lange Sicht sind aus Sicht der Universität aber wohl „umfassende bauliche Maßnahmen unumgänglich“. Nur so könnten Forschung und Lehre auf dem erwartet hohen Niveau fortgeführt werden.


Juliane Ziegler