Protesttag-Nachlese

ABDA zufrieden mit öffentlicher Resonanz

Berlin - 01.03.2013, 15:02 Uhr


Der gestrige bundesweite Aktionstag der Apotheken war gestern und heute Thema in vielen regionalen Medien. Die Lokalredaktionen besuchten Apotheken, die über mittag eine Stunde lang nur durch die Notdienstklappe bedienten – und ließen sich über die unzureichende Honorierung im Nacht- und Notdienst aufklären. Dabei bestätigt die Berichterstattung den bisherigen Eindruck, dass die meisten Apotheken die von der ABDA initiierte Aktion unterstützt haben, jedoch auch viele Apotheken offen blieben – und das nicht nur in Großstädten.

So berichtet etwa die Rheinische Post online, die meisten Apotheken in Moers und Umgebung (Nordrhein) hätten sich nicht am bundesweiten Aktionstag für eine höhere Nacht- und Notdienstpauschale beteiligt. „Die Idee ist gut und sinnvoll, durch eine Aktion auf die Nacht- und Notdienstpauschale aufmerksam zu machen“, zitiert das Blatt den Pressesprecher der Apotheker im Altkreis Moers. Allerdings sei das Ganze sehr kurzfristig geplant worden. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hörte bei Apotheken in Euskirchen nach, um über die Aktion zu berichten. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass in der Kernstadt Euskirchen so gut wie keine Apotheke teilnahm.

Die WAZ berichtet aus Hattingen (Westfalen-Lippe) von einer protestierenden Apothekerin – und dass ein Großteil der Apotheken nicht beim Aktionstag mitmachte. „Das kann doch wirklich nicht das Thema sein“, wird ein Apotheker zitiert. „Wir haben andere Probleme. Die Streichliste der Apothekenbetriebsordnung ist seit neun Monaten bekannt. Wichtiger wäre es, mal zu überlegen, wie Arbeitsplätze und der Nachwuchs gesichert werden können. Dass der Staat gerade stehen muss, ist Blödsinn. Die Kammer sollte sich lieber einen eigenen Plan B überlegen.“

Mehr Aktion gab es offenbar in Hessen. So meldeten hessische Regionalmedien beispielsweise von Unterschriftenaktionen und geschlossenen Apotheken in Lauterbach, Kirchhain und Gelnhausen – mit Bildern und persönlichen Eindrücken.

Die Thüringische Landeszeitung berichtet, dass sich in Weimar und im Weimarer Land tatsächlich alle Apotheken an der Aktion beteiligt hätten. In Gera seien es 30 von 31 gewesen, in der Landeshauptstadt Erfurt immerhin 80 Prozent. Die Thüringische Allgemeine schreibt von Protesten in Mühlhausen.

Die Augsburger Allgemeine war in der Region Neuburg (Bayern) unterwegs. Auch hier hätten sich alle Apotheken beteiligt, heißt es. Zudem wird von verständigen Kunden berichtet, die sich durch die Notdienstklappe bedienen ließen. Das bayerische Fernsehen widmete dem Apotheken-Protest und den dahinter stehenden Beweggründen gestern in der Abendschau sogar einen sehenswerten Beitrag von zweieinhalb Minuten.

Mögen die Apotheken nun geschlossen oder offen gewesen sein – präsent in den Medien waren sie allemal. Und so zeigt sich auch die ABDA am Ende sowohl mit der Beteiligung der Apotheken als auch mit dem medialen Echo insgesamt zufrieden. „Wir sind zweifelsfrei in der Lage, einen solchen Aktionstag solide zu organisieren und erfolgreich durchzuführen“, resümiert ein Sprecher. Zugleich gab es Dank für die Mitgliedsorganisationen, die sich auf Länderebene mit großem Engagement für eine hohe Mitmachquote der Apotheken eingesetzt hätten. Dass die Beteiligung der Apotheken auf dem Lande weitaus stärker war als in manchen Städten, räumt man bei der ABDA ein. Dies habe auch mit der persönlichen Betroffenheit durch Notdienste zu tun.


Kirsten Sucker-Sket