Aktionstag 28. Februar

ABDA hofft auf rege Beteiligung

Berlin - 26.02.2013, 14:12 Uhr


Auch nach dem von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) präsentierten Vorschlag zur Erhöhung des Apothekenhonorars zur Finanzierung der neuen Nacht- und Notdienstpauschale setzt die ABDA auf eine rege Beteiligung der Apotheker beim bundesweiten Protesttag am kommenden Donnerstag. Trotz der Unterstützung aus den Kammern und Verbänden ist unklar, in welchem Umfang die Apothekentüren am 28. Februar zwischen 12 und 13 Uhr am Mittag geschlossen bleiben werden.

„Am 28. Februar bleiben von 12:00 Uhr bis 13:00 Uhr die Türen in den baden-württembergischen Apotheken geschlossen“, verkündete die Apothekerkammer des südwestdeutschen Landes. Apotheker wollten damit Druck auf die Politik ausüben, endlich das Versprechen einer besseren Honorierung des Notdienstes einzulösen. Die Versorgung der Patienten finde in dieser Zeit  über die Notdienstklappen statt. „Apotheken im ländlichen Bereich leisten deutlich häufiger Notdienst als Stadtapotheken und werden von weniger Patienten aufgesucht. Deshalb würden sie von einer pauschalen Vergütung des Notdienstes am stärksten profitieren“, so Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. 

Der Apothekerverband Brandenburg e.V. und die Landesapothekerkammer Brandenburg haben gemeinsam die Apothekenleiterinnen und Apothekenleiter im Land Brandenburg dazu aufgerufen, sich an der von der Bundesvereinigung der Apothekerverbände (ABDA) bundesweit organisierten Aktion: "Wir machen den Tag zur Nacht" zu beteiligen. "Dass nahezu 300 Apotheken im vergangenen Jahr schließen mussten, zeigt, wie schwierig und unzureichend die wirtschaftliche Situation der Apotheken in Deutschland geworden ist", so die AVB-Vorsitzende Dr. Andrea Lorenz. "Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass die versprochene Notdienstvergütung jetzt so schnell wie möglich umgesetzt wird, damit diese wichtige aber kostenintensive Arzneimittelversorgung außerhalb der regulären Öffnungszeiten, die zudem ausschließlich von den öffentlichen Apotheken vor Ort gewährleistet wird, auch weiterhin in der Fläche angeboten werden kann. Dieser gesetzliche Versorgungsauftrag darf nicht dazu führen, dass noch mehr Apotheken wirtschaftlich nicht mehr überleben können." 

Eine Auswertung der Apothekenschließungsbilanz in Baden-Württemberg zeigt, dass vor allem Apotheken sowohl in Städten als auch auf dem Land von Schließungen betroffen sind.  In 32 der 44 Landkreise in Baden-Württemberg nahm die Zahl der Apotheken zuletzt ab. Nur in den verbleibenden 12 Landkreisen blieb die Zahl konstant oder nahm minimal zu.

Der Landkreis mit den absolut meisten Apothekenschließungen sei der Stadtkreis Stuttgart. Seit 2008 sei die Zahl um 20 gesunken. Allein im letzten Jahr hätten neun Apotheken geschlossen, bei nur einer Eröffnung. Es verblieben 144 Apotheken, so die Kammer Baden-Wüttembergs. Im Stadtkreis Mannheim sei die Zahl im letzten Jahr um fünf Apotheken gesunken. Im Bodenseekreis schlossen seit 2008 netto acht Apotheken. Es verblieben hier 53 Apotheken. Im Ortenaukreis sank die Apothekenzahl im letzten Jahr um fünf. Im Kreis Freudenstadt sank die Zahl im letzten Jahr um drei auf nur noch 28. Besonders vom Notdienst belastet seien beispielsweise die Apotheken in Teilen des Schwarzwalds, aber auch im Ostalbkreis oder der Region Odenwald/ Hohenlohe.


Lothar Klein