Psychologie

Coffein filtert positive Wörter

13.11.2012, 09:28 Uhr


Die anregende Wirkung von Coffein scheint das Gehirn nicht nur leistungsfähiger zu machen, sondern auch empfänglicher für positive Wörter. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung bei 66 freiwilligen Probanden hervor.

Die Studie von Lars Kuchinke und Vanessa Lux stützt sich auf verschiedene Untersuchungen aus den letzten Jahren, in denen gezeigt werden konnte, dass Menschen beim Lesen positive Wörter wie „Humor“ schneller und besser wahrnehmen als neutrale oder negativ behaftete Wörter. Die beiden Psychologen wollten ausgehend davon prüfen, ob die – gut belegte – anregende Wirkung von Coffein die Aufmerksamkeit nur allgemein fördert oder speziell die Wahrnehmung positiver Begriffe unterstützen kann. Im Rahmen ihrer Studie verabreichten sie einer Kontrollgruppe eine halbe Stunde vor Versuchsbeginn ein Placebo und einer Wirkstoffgruppe 200 mg Coffein in Tablettenform. Diese Coffeinmenge entspricht etwa zwei bis drei Tassen Kaffee. Beide Gruppen sollten dann an einem Bildschirm fünf Wörter aus Pseudoworten herauslesen. Alle Probanden entschlüsselten, wie in den Untersuchungen zuvor, die positiven Begriffe schneller und besser als die übrigen Wörter. Im direkten Vergleich fiel den Mitarbeitern der Ruhr-Universität Bochum jedoch auf, dass die Coffeingruppe eine überdurchschnittlich gute Auffassungsgabe für die positiven Worte entwickelt hatte. Die Gesamtleistung des Tests blieb jedoch gleich. Die Studienautoren erklären das positive „Tuning“ mit dem Neurotransmitter Dopamin. Er ist im Körper an der Verarbeitung positiver Ereignisse beteiligt und wird durch das oral aufgenommene Coffein beeinflusst. 

Quelle: Kuchinke, L. et al.: PLoS ONE, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1371/journal.pone


Simone Kruse


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