Selbstmedikation

Dreierkombination wirkt auch bei starken Kopfschmerzen

Die fixe Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein ist unabhängig von der Kopfschmerzdiagnose bei der Behandlung starker Kopfschmerzattacken wirksam, sicher und verträglich – so das Resultat einer aktuellen Post-hoc-Analyse an Patienten, die unter starken Kopfschmerzen litten. Dieses Ergebnis wurde über ein auf dem 15. Kongress der International Headache Society (IHS) ausgestelltes Poster publiziert.
Foto: Helios Kliniken
Unabhängig von der Kopfschmerzart stellt die fixe Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein eine Behandlungsoption sowohl bei Migräne mit und ohne Aura als auch beim episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp dar.

Schon 2005 konnte eine multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde, als Parallelgruppenvergleich ausgelegte sechsarmige Studie an 1743 Patienten zeigen, dass die fixe Kombination aus 250 mg Acetylsalicylsäure (ASS), 200 mg Paracetamol und 50 mg Coffein (Thomapyrin®) zur Behandlung von Kopfschmerzen wirksamer als die Monosubstanzen und die Zweierkombination ohne Coffein ist. Die Ergebnisse einer aktuellen Post-hoc-Analyse einer Subgruppe aus Patienten mit starken Kopfschmerzen wurden auf einer von der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim, veranstalteten Pressekonferenz vorgestellt. Die Ergebnisse bestätigen, dass die fixe Dreierkombination eine wirksame, sichere und gut verträgliche Behandlungsoption diagnoseunabhängig bei einem breiten Spektrum von Kopfschmerzen ist – angefangen von leichten Kopfschmerzen bis hin zu starker Migräne und starken Kopfschmerzen vom Spannungstyp.

In die Untersuchung waren insgesamt 179 Patienten eingeschlossen, die mindestens unter starken Kopfschmerzen litten (Schmerzintensität > 48 mm auf einer visuellen Analogskala von 100 mm), die mit starker Beeinträchtigung der üblichen alltäglichen Tätigkeiten assoziiert waren. Für den primären Endpunkt "Zeit bis zum Eintritt einer 50-prozentigen Schmerzlinderung" war die Wirkstoffkombination ASS, Paracetamol und Coffein dem Placebo statistisch signifikant überlegen. Eine Halbierung der Schmerzintensität konnte im Vergleich zu Placebo mit der Dreierkombination signifikant schneller (um fast eine Stunde) erreicht werden. Außerdem war der Anteil der mit der Dreierkombination behandelten Patienten, bei denen keine relevante Beeinträchtigung der alltäglichen Tätigkeiten auftraten, mit 82% sehr hoch. Hingegen berichteten nur 52% der Patienten der Placebogruppe über eine geringe oder keine Beeinträchtigung der Alltagsaktivität.

Seltene Kopfschmerzarten


Auf dem 15. Kongress der International Headache Society (IHS) wurden Migräneursachen diskutiert und seltene Kopfschmerzarten thematisiert:

  • Bei 37% der Migränepatientinnen kommt es während der Menstruation zu gehäuften Attacken. Auch Spannungskopfschmerzen werden von 38 bis 46% der Betroffenen mit der Regelblutung in Verbindung gebracht. In einer aktuellen Studie konnte gezeigt werden, dass Östrogene einen direkten Einfluss auf das trigeminovaskuläre System haben.

  • Einer Angst-Migräne liegt eine genetische Beziehung zwischen einer ängstlichen Depression und Migräne zugrunde. Diese Korrelation wurde in Untersuchungen an Zwillingspaaren nachgewiesen.

  • Der 3D-Kopfschmerz, der durch 3D-Filme ausgelöst wird, ist ein neues Phänomen. In einer Studie berichteten 16 Patienten nach 70-minütigem 3D-Video-Schauen von lang anhaltenden Kopfschmerzen. Im Vergleich dazu klagen lediglich zwei dieser Patienten auch nach 2D-Filmen über Kopfschmerzen.

  • Zu Kopfschmerzen während eines Fluges kam es laut einer Studie bei 63% der teilnehmenden Männer. Die Kopfschmerzattacke dauerte zumeist zwanzig Minuten und trat bei 79% der Betroffenen einseitig und häufig frontal auf.

Wirksam unabhängig von der Kopfschmerzart

Dieses positive Resultat hat eine praktische Relevanz für Kopfschmerzbetroffene. Zum einen sind bereits bei den häufig auftretenden Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerzen und Migräne fließende Übergänge möglich, so dass nicht immer eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann. Zum anderen verwendet ein Großteil der Patienten mit Migräne oder Kopfschmerzen vom Spannungstyp auch bei starken Schmerzen nicht-verschreibungspflichtige Präparate ohne ärztliche Diagnosesicherung oder Therapieempfehlung. All diese Patienten können von einem Präparat profitieren, das bei einem breiten Spektrum an Kopfschmerzen wirksam ist – selbst bei starken Kopfschmerzen, die durch eine hohe Intensität und eine deutliche Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten gekennzeichnet sind.


Apothekerin Gode Meyer-Chlond



DAZ 2011, Nr. 36, S. 54

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.