Grippe-Impfstoff

Novartis-Chef fürchtet keinen Umsatzeinbruch

Berlin - 26.10.2012, 10:10 Uhr


Der Auslieferungsstopp für zwei Grippeimpfstoffe wird beim Pharmakonzern Novartis kaum Auswirkungen auf den Umsatz haben. Dies sagt Konzernchef Joseph Jimenez der "Baslerzeitung" vom Freitag. Er bezifferte den Umsatzeffekt auf unter 50 Mio. US-Dollar.

Gestern hatte Novartis gemeldet, dass in seiner Impfstoffsparte im dritten Quartal 2012 der Nettoumsatz um 11 Prozent auf 582 Mio. US-Dollar gesunken sei – im Vorjahresquartal waren es noch 655 Mio. US-Dollar. „Dieser Rückgang war durch niedrigere Umsätze mit Grippeimpfstoffen auf der Nordhalbkugel und durch Lieferverzögerungen an einem der Produktionsstandorte bedingt“, heißt es in der Unternehmensmeldung. Betrachtet man die ersten neun Monate 2012 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum, betrug der Rückgang 7 Prozent (auf 1,2 Mrd. USD). Insgesamt vermeldete Novartis einen Nettoumsatz von 13,8 Mrd. US-Dollar im dritten Quartal (–7%) und  41,8 Mrd. US-Dollar in den ersten neun Monaten (–4%).

Laut Jimenez bestehen hinsichtlich der vom Lieferstopp betroffenen Impfdosen keine Sicherheitsrisiken. „Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass keine Risiken bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit bestehen. Wir haben die italienischen Gesundheitsbehörden informiert und kooperieren mit Swissmedic“, so der Novartis-Chef im Interview. Er gehe davon aus, dass die weiteren Untersuchungen der Behörden noch „einige Tage in Anspruch nehmen.“ Er selbst sei seit drei Wochen geimpft, heißt es.

Als Reaktion auf Untersuchungen der italienischen Behörden hatte die Schweizer Arzneimittelüberwachungsbehörde Swissmedic am Mittwoch einen sofortigen Auslieferungsstopp für zwei Grippeimpfstoffe von Novartis angeordnet. Tags drauf folgte Deutschland.  Auch Österreichs Behörde empfahl, auf Alternativimpfstoffe auszuweichen. Hier riet man sogar von Optaflu ab, das nicht in Siena hergestellt wird. Grund für die Vorsichtsmaßnahmen sind Abweichungen aufgrund von Verklumpungen von Proteinen, die im Impfstoff vorkommen. Jimenez bekräftigte, dass Novartis die Abweichungen selbst bemerkt und die Auslieferung gestoppt habe.


Kirsten Sucker-Sket/dpa-AFX


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