Novartis

Arbeitsplatzabbau trotz steigender Umsätze

Basel/Berlin - 25.10.2011, 15:34 Uhr


Novartis setzt erneut den Rotstift an, um gegen Patentverluste und den Kostendruck staatlicher Preiskürzungen gewappnet zu sein. Insgesamt sollen konzernweit rund 2.000 Stellen abgebaut werden, teilte der Schweizer Konzern heute bei der Veröffentlichung seiner Zahlen für das dritte Quartal mit.

„Wir können den Preisdruck durch die Maßnahmen verschiedener Regierungen nicht ohne Kosteneinsparungen auffangen“, sagte Novartis-Chef Joseph Jimenez. Das schwierige Umfeld für die Pharmabranche dürfte sich nach seiner Einschätzung auch in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht ändern. Die Kürzungen, die nur wenige Jahre nach einem ersten Programm zur Steigerung der Effizienz mit Einsparungen in Milliardenhöhe veröffentlicht wurden, treffen überwiegend Mitarbeiter in der Schweiz und den USA. Es sollen über drei bis fünf Jahre jährlich über 200 Millionen Dollar eingespart werden. Die Kosten dafür bezifferte Novartis auf rund 300 Millionen Dollar, die im vierten Quartal zu Buche schlagen.

Dennoch: Im dritten Quartal wuchs der Konzernumsatz der Schweizer um 18 Prozent auf 14,84 Milliarden US-Dollar – und zwar dank eines kräftigen Umsatzplus beim zugekauften Augenmittelspezialisten Alcon, einem Wachstum in der Generikasparte Sandoz sowie der anhaltenden Nachfrage nach neuen Präparaten. Im letzteren Segment – der sogenannten Division Pharmaceuticals – legte der Nettoumsatz um 10 Prozent zu. Kräftig Geld in die Kassen spülten beispielsweise das MS-Präparat Gilenya, das AMD-Mittel Lucentis sowie die Onkologika Glivec, Tasigna und Afinitor. Insgesamt generierten zwölf seit 2007 eingeführte Produkte einen Nettoumsatz von 2,4 Milliarden US-Dollar und verzeichneten damit einen Zuwachs um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Sie steigerten ihren Anteil am Divisionsumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal von 22 Prozent auf 29 Prozent. An der Spitze stand im dritten Quartal allerdings noch immer der Blutdrucksenker Diovan (Valsartan). Obwohl der Umsatz hier infolge des in diesem Jahr sukzessive einsetzenden Patentablaufs um 7 Prozent zurückging, lag er noch immer bei 1,4 Milliarden US-Dollar. An zweiter Stelle behauptete sich Glivec mit 1,1 Milliarden US-Dollar (+6%).  

Trotz des Preisverfalls für Generika in Deutschland erzielte selbst Sandoz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine moderate Nettoumsatzsteigerung von 1 Prozent (bei konstanten Wechselkursen) auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Wachstumstreiber waren hier etwa die Umsätze des jüngst eingeführten Gemcitabin (Generikum des Zytostatikums Gemzar®), die Einführung von Docetaxel (Taxotere®) in den USA, eine „starke Performance“ in Kanada, Frankreich, Spanien, Russland und Japan sowie das kräftige globale Wachstum der Biosimilars. In Deutschland ging der Umsatz mit Generika und Biosimilars dagegen um 4 Prozent auf 335 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2011 war dies allerdings schon eine Verbesserung.

Insgesamt verbesserte sich das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 2,95 Milliarden US-Dollar, während Konzernchef Jimenez unter dem Strich einen Überschuss von 2,49 Milliarden Dollar auswies – ein Plus von 7 Prozent. Die Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr beurteilte Jimenez eine Spur besser als zuletzt. Er rechnet währungsbereinigt mit einem Umsatzanstieg im unteren zweistelligen Bereich. In der Pharmasparte wird ein unteres bis mittleres einstelliges Umsatzplus angepeilt.


dpa/Kirsten Sucker-Sket


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